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Reiter bestürzt über Absage der BHS

Springsport-Serien Reiter bestürzt über Absage der BHS

Das Kieler Reitturnier Baltic Horse Show ist Geschichte. Veranstalter Peter Rathmann sagte das viertägige Event in der Sparkassen-Arena, das im Oktober in der Landeshauptstadt hätte stattfinden sollen, am Mittwoch ab. Die Reiterszene reagiert bestürzt.

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Baltic Horse Show 2000: Olympiasieger Ludger Beerbaum holte sich im Sattel seines Hannoveraner Hengstes Goldfever den Sieg im Championat von Schleswig-Holstein.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. „Wir bedauern die Absage der Baltic Horse Show sehr. Das Land Schleswig-Holstein, die Stadt Kiel sowie der internationale und nationale Pferdesport verlieren damit eine überaus imageträchtige Veranstaltung von sportlichem Wert“, sagte der Geschäftsführer des Pferdesportverbandes SH, Matthias Karstens. Seine Sorge gilt unter anderem den Finals verschiedener Serien, die derzeit auf den Turnieren im Land laufen und deren Bestplatzierte einen Start auf der Baltic Horse Show erreiten konnten. „Inwieweit die einzelnen Finalveranstaltungen unterschiedlicher Serien anderenorts integriert und aufgefangen werden können, gilt es, in diesen Tagen zu prüfen“, so Karstens.

 Lotto hat bereits seinen sofortigen Ausstieg aus der Springserie auf S-Niveau, Lotto3plus1, erklärt. Jetzt, wo das imageträchtige Finale in der Sparkassen-Arena, der „heimliche Große Preis von Kiel“ nicht mehr ausgeritten werden kann, wird der Werbezweck nicht mehr erfüllt. Das wirkt sich drastisch auf die Serien-Stationen aus, denn das Gewinngeld von 10000 Euro wird deutlich reduziert.

 In die Bresche springt Rathmanns Partner- und Wirtschaftskreis Holsteiner Masters. Rathmann erklärte: „Wir werden die Stationen Fehmarn und Schenefeld als reines Holsteiner Masters Springen mit reduziertem Preisgeld ausrichten, ob eine Station beim Landesturnier in Segeberg stattfinden kann, muss man sehen. Und dann war es das.“ Auch das Eröffnungs-Konzert wird abgeblasen. Rathmann, dem das abrupte Ende seines Traums „stark an die Nieren geht“, wie er bedrückt zugibt, erinnert: „Es gibt nichts zu eröffnen.“ Den Präsidenten des Landesverbandes der Reit- und Fahrvereine Hamburg, Franz Peter Bockholt, von Anfang an Chefsteward des Pferde-Events in Kiel, erreichte die Nachricht beim Mega-Turnier des Waffen-Moguls Glock in Österreich. „Tief betroffen“ erklärte er: „Es ist schade und ein großer Verlust für die Reitsportszene im Land. Auch der Hamburger Pferdesport-Verband ist bestürzt über die Entwicklung.“

"Nicht gut für unser Pferdeland"

 Der Sprecher der Springreiter SH/HH, zugleich Veranstalter des Turniers Holstein International in den Holstenhallen von Neumünster, Harm Sievers (Tasdorf), sagt: „Es ist nicht gut für unser Pferdeland, dass die BHS nicht mehr stattfindet. Es ist bedenklich, wo die Reise hingeht.“ Nicht zuletzt das Wissen, dass auf anderen Turnieren weltweit deutlich höhere Preisgelder für die Aktiven in den Töpfen sind, schürt auf Seiten der Reiter Verständnis für das Turnier-Aus. Der Ruf des Geldes führte in den vergangenen Jahren oftmals dazu, dass

 die Reitelite, die nicht mit Peter Rathmann eng verbunden war, zumeist nicht in Kiel startete, wenn andere Veranstalter mit größeren Schecks und Scheinen lockten. Die international erfolgreiche schleswig-holsteinische Springreiter-Amazone Janne-Friederike Meyer-Zimmermann (Pinneberg) meisterte schon als Teenager mit ihrem Pony Jack in The Box in Kiel erste Hürden, überzeugte später in der Sparkassen-Arena in Großen Preisen und schaffte nicht zuletzt durch Rathmanns gute Kontakte und Unterstützung den Sprung zum renommierten Großevent Aachen. Von dort aus galoppierte der Kieler Publikumsliebling schließlich bis ins Olympia-Team. Für Rathmann fand sie tröstende Worte: „Das Kieler Turnier ist mit dem Namen Rathmann verbunden und wird es auch bleiben. Ich bedauere das Ende, denn für uns Reiter ist es ein Verlust, es war ein Turnier mit Herz. Ich respektiere aber die Entscheidung.“

 Christiane Petersen (Honigsee), die von Anfang an ehrenamtlich die freiwilligen Helfer betreute und sich auch für diesen Oktober bei ihrem Arbeitgeber bereits Urlaub hat geben lassen, ringt um Fassung. „Ich bin völlig fertig und geschockt. Ich verstehe Peter, aber es ist eine Schande.“ Der sagt: „Den unzähligen treuen Helfern bin ich unendlich dankbar. Ohne Sie wäre das Turnier lange schon nicht mehr möglich gewesen.“

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