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Caroline Wilm will nichts verpassen

Tasdorf Caroline Wilm will nichts verpassen

Das ist schon schön. Nicht nur das Bild, das Holsteiner Hengst Almoretto und seine Reiterin Caroline Wilm vor dem Portal des herrlichen Herrenhauses abgeben. Sondern auch das gediegene Ambiente auf dem Anwesen des Trakehner-Gestüts Tasdorf, im Besitz der Familie, seit Carolines Großvater Heinrich Nagel den Stall aufgebaut hat. Gerade hat die 23-Jährige das U25-Deutsche Dressur-Derby in Klein Flottbek gewonnen.

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Die Studentin Caroline Wilm (23) aus Tasdorf mit Holsteiner Hengst Almoretto (15): Die Siegerin im U25-Dressur-Derby hat berufliche Pläne, die nichts mit Pferden zu tun haben.

Quelle: Jessica Bunjes

Tasdorf. Professionell will die Hamburger „International-Marketing“-Studentin den Reitsport trotz dieses fulminanten Erfolges – dem manch anderer vorangegangen ist – nicht betreiben. „Ich habe Sorge, etwas anderes zu verpassen, das Leben bietet so viel. Und ich möchte nicht unter Zwang reiten müssen.“ Deshalb trabt sie kontinuierlich in Richtung Marketing, Kundenservice und Vertrieb, wie sie erzählt. „Möglich, dass ich diese Einstellung von meiner Mutter übernommen habe, die ist auch immer im Amateurbereich geblieben“, sagt Caroline, genannt Caro oder „Honey“, vielleicht, weil ihre langen blonden Haare diesen Honiggold-Ton haben. Zwar haftet dem „Amateur“-Titel das „Unprofessionell-Image“ an. Aber wer das glaubt, ist bei den Wilms ziemlich falsch davor.

In der Familie, zu der auch Caros Bruder Philip Koch (17) gehört, 2012 Landes- und Deutscher Meister der Junioren-Springreiter und 2013 Deutscher Meister, wird mit allem erforderlichen Ehrgeiz betrieben, was zum Erfolg führen soll. Fast täglich pendelt Caro Wilm zwischen Hamburg und Tasdorf, um bis zu sechs Pferde neben dem Studium zu reiten, war 2009 bis 2011 in Kanada, ist dort gar nicht geritten, sondern hat Rugby gespielt, studierte eineinhalb Jahre in Paris und sammelt im Januar Eindrücke in Budapest. „Mein Leben ist schon ein Traum“, gibt Caro zu. „Aber es gehört viel Disziplin dazu.“

Caros Mutter Petra Wilm ist Präsidentin des Trakehner Zuchtverbandes, Züchterin, Gestütsleiterin, hauptberuflich Unternehmerin und unter anderem Dressur-Landesmeisterin in Schleswig-Holstein/Hamburg. „Ohne Mama sähe alles ganz anders aus“, sagt Caro und zeigt Fotos von sich mit „Knopf“ im Ohr, über den Petra Wilm auch beim Derby per Mikrofon Vorbereitungstipps gibt. „Mama ist eigentlich immer dabei, wir sind ein tolles Team“, zollt Caro der Geschäftsfrau liebevoll Anerkennung, die ihren Erfolg erst möglich gemacht hat – unter anderem, weil sie Caro ihren Dressurhengst abtrat. „Es ist das Größte für eine reitende Mutter, zu sehen, wie die eigenen Pferde für die eigenen Kinder kämpfen“, sagte Petra Wilm überwältigt nach dem grandiosen Derby-Erfolg ihrer Tochter, die 2013 das erste Mal in Hamburg/Klein Flottbek gestartet war und damals bereits im Finale ritt.

„Da hat mich der große Ehrgeiz gepackt, der Pferdewechsel ist ein sehr spezieller Nervenkitzel, jetzt will ich in die Grand-Prix-Tour einsteigen“, so die junge Frau, die ihren ersten Sieg in einer schweren Dressur 2012 feierte und im vergangenen Jahr ihren ersten Kurz-Grand-Prix ritt. 2013 konnte die Tasdorferin auf den Landesmeisterschaften Silber erreichen, war 2013 immerhin neunte bei den Deutschen Meisterschaften. „Almoretto ist ein ganz besonderes Pferd für mich, er hat mich zu vielen Erfolgen getragen“, sagt Caro über den Fuchs, der aktuell der Doppel-Anforderung Deckeinsatz und Turniersport trotzt. „Er geht jeden Tag raus, manchmal gehen wir einfach spazieren, es ist für mich ganz wichtig, mit meinen Pferden zu tüteln, damit die Vertrauensbasis stimmt – und außerdem ist es einfach schön“, sagt Caro und lächelt fast verlegen. Magnetfelddecke, Massagegerät und Kühlgamaschen gehören zu den Minimalanforderungen ihrer Ausrüstung.

Ihre Zukunftspläne decken zwei Bereiche ab. „Im Pferdesport möchte ich noch ein paar U25-Turniere reiten und bin ganz stolz, mein erstes Berittpferd bekommen zu haben.“ Beruflich wird die Amateur-Derby-Siegerin in diesem Jahr erstmals die Auktion des Trakehner Verbandes in der Organisation, im Marketing und der Kundenbetreuung assistierend begleiten. Mittelfristig träumt sie von einem Job bei Red Bull. Das würde ihrem Leben vielleicht noch Flügel verleihen…

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