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Nicht nur für Cowboys geeignet

Westernreiten in Boklund Nicht nur für Cowboys geeignet

Roger Rahn ist einer, der anders ist als manch anderer. Zusammen mit Ehefrau Nicola (54) betreibt der bärtige Mann, der sein Alter nicht preisgeben mag und ungern auf seinen stattlichen Cowboyhut verzichtet, eine Westernreitanlage in Boklund.

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Nicola und Roger Rahn in ihrem eigenen Extreme- Trail-Park in Boklund und zwei ihrer vier Pferde, von denen alle mit ihnen über Stock und Stein gehen.

Quelle: Jessica Bunjes

Boklund. Auf „Rogers Area“ bietet das Paar so spezielle Kurse wie „Cowboy Mounted Shooting“ und „Extreme Trail“ an.

 Der nächste Kursus ist jetzt. Bedeutet: Bei Roger und Nicola Rahn ist immer was los. Bodenarbeit, Verladetraining, Arbeit mit dem Rope (Lasso) und Reitstunden für ängstliche Reiter bieten sie an, außerdem die Korrektur von Problempferden und allerlei anderes rund ums Pferd. Sonnabend um 10 Uhr beginnt der neue Extreme-Trail-Kursus, gestern stand Cowboy Mounted Shooting auf dem Programm. Letzteres bedeutet, mit scharfer Munition auf Ballons zu schießen. Ein Höllenlärm und ein Höllenspaß für den, der Ballerei auf Pferden mag, auf jeden Fall hat es Seltenheitswert.

 Der Extreme Trail ist die neue Paradedisziplin des Paares, das sich auf die Hamburger Pferdemesse Hansepferd (22. bis 24. April) vorbereitet, wo die beiden diese Reitweise erstmals vorstellen. „Ich bin froh, wenn ich selbst mal zum Reiten komme, so viel haben wir vor“, sagt die bessere Cowboy-Hälfte scherzend, die Westernreiter Roger seit zehn Jahren unterstützt, der wiederum seinen Lebenstraum seit 24 Jahren in Boklund verwirklicht. Auf „Rogers Area“ haben die Originale vor fünf Jahren einen Extreme-Trail-Platz gebaut und Stück für Stück erweitert. Jedes Jahr kommen drei Hindernisse dazu, „um Abwechslung zu garantieren“, sagt die Hausherrin, die früher klassisch englisch geritten ist, bevor sie umsattelte. „Die Westernreiterei ist die bessere Gebrauchsreiterei“, findet sie.

 Gestaltet mit Baumstämmen, Felsen, Hügeln und Wasserstellen ebenso wie mit Hängebrücke und Schwebebalken, bietet der Platz vielfältige Trainingsmöglichkeiten. „Das ist für jeden Reiter jeder Reitweise, für jedes Pferd und jedes Alter geeignet. Einzige Voraussetzung: Man sollte bei einem Pferd wissen, wo vorne und hinten ist“, sagt Roger Rahn, der bemängelt: „Manche Leute rasen über die Hindernisse und haben einfach Glück, dass nichts passiert. Aber ich will kein Glück haben, sondern kontrollieren, was ich tue.“

 Ziel des Extreme Trail ist entsprechend die so sichere wie ruhige Überwindung von Hindernissen in Teamarbeit zwischen Mensch und Tier. Rahn: „Das Pferd soll die Aufgaben selbstständig lösen, der Mensch unterstützt durch feine Hilfen. Das fördert gegenseitiges Vertrauen und Harmonie, denn ohne funktioniert hier nichts.“ Bodenarbeit ist essenziell: Das Pferd wird am langen Führseil in das Hindernis gelenkt, sodass die natürlichen Sinnesleistungen und Reflexe des Lauf- und Fluchttiers nicht durch den Menschen gestört werden und dem Pferd Eigenentscheidung ermöglicht wird. Erst was am Boden klappt, wird geritten. Diese Ausbildung bringe „echte Verlasspferde“ hervor. „Da werden selbst die schwierigsten Pferde mit dem Kopf so gefordert, dass sie sie einfach werden.“ Die Vielzahl der Variationen und Schwierigkeitsstufen fördere die Gymnastizierung in Einklang mit der Biomechanik des Pferdes. „Hier werden Muskeln trainiert, die auf dem Reitplatz kaum angesprochen werden, außerdem Balance, Koordination und Trittsicherheit“, erklärt Roger Rahn.

 Seit 2013 gibt es einen Dachverband, die „1st European Extreme Trail Association (EETA)“, und inzwischen die zweite Deutsche Meisterschaft. Das erste Wertungsturnier ist am 7. Mai auf „Rogers Area“. Rahn: „Beim Extreme Trail kann man die gesamte Reiterszene zusammenführen, selbst für Fahrer ist das geeignet, denn beim Fahren muss man die Pferde in Perfektion kontrollieren können.“ Seine sei lediglich eine etwas andere Methode, mit dem Pferd gemeinsam ans Ziel zu kommen. Aber Roger Rahn ist eben auch etwas anders als andere.

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