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Der Titelsammler aus Tökendorf

Widukind Moormann Der Titelsammler aus Tökendorf

Widukind Moormann feiert ein Jubel-Jubiläum der Reiter-Spiele: Der Jung-Chemiker aus Tökendorf wurde vergangenes Wochenende in Niedersachsen zum zehnten Mal deutscher Mounted-Games-Meister in der Offenen Klasse.

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Widukind Moormann (25) aus Tökendorf, am Start für den Reit- und Fahrverein Lindau, Gettorf, wurde mit Waterdieks Todiak zum zehnten Mal deutscher Meister der Mounted Games.

Quelle: Svea Hensel

Tökendorf. Im Sommer setzte er sich bereits zum dritten Mal die Weltmeister-Krone auf. Gesattelt hatte er Waterdieks Todiak und Waterdieks Wilja, beide Ponys sind selbst gezogen und ausgebildet.

 Slalom-Rennen ist noch mit das einfachste Rennen der rasanten Reiterspiele, in denen im vollen Galopp Becher gestapelt und Flaggen übergeben, in Säcken mit Pferd gehüpft und anderes Akrobatische von den Reitern verlangt wird, was einst die reitenden Soldaten fit halten sollte. Heute lässt es Jugendliche in vollem Tempo vom und aufs Pferd springen, Stafetten übergeben, das reiterliche Geschick fördern, die körperliche Fitness stählen und den Teamgeist stärken.

 „Für mich steht nicht der Wettbewerb im Vordergrund, sondern das Ausbilden des Pferdes. Wenn das Pferd das Spiel versteht und gewinnen will, ist das das Größte überhaupt“, erzählt Widukind Moormann, der im Alter von sieben Jahren seinen ersten „MG“-Wettkampf austrug, dann jahrelang mit dem Hamburger Mark Skubatz und der Preetzerin Anna Wolff um die Championats-Titel rang. „Nachdem Mark und Anna aufgehört hatten, wuchsen andere Spieler nach, aber ich suchte mir zusätzlich neue Herausforderungen, startete mit jungen Pferden.“

 In diesem Jahr habe er sich fürs Einzel-Championat nicht wirklich mit Todiak vorbereitet, wie er verrät, weil er mit Wilja für die WM trainierte. „Ich betreibe das als sehr ehrgeiziges Hobby neben dem Studium und zukünftig neben der Promotion, reite drei Pferde täglich“, so der langjährige Champion zu seinem Zeitmanagement. Ihm auf den Hufspuren galoppiert unter anderem die 21-jährige Gina Geißler aus Buchholz bei Visselhövede (Niedersachsen). Die dreimalige Jugendmeisterin wurde just Vize-Champion, reitet seit 2004 international.

 „Die Mounted Games stellen die Pferde vor viele verschiedene Situationen, so dass man sie schlechter vorbereiten kann als auf einen Spring-Parcours“, erklärt Widukind den Reiz der Reiterspiele. „Außerdem ist es ein Teamsport, und zusätzlich hat man die Mann-gegen-Mann-Kämpfe, das macht es extrem spannend.“ Eine Woche zuvor war sein Team, vom ihm auf dem elterlichen Reiterhof trainiert und reiterlich unterstützt, in Ahrenlohe Zweiter bei den deutschen Mannschafts-Meisterschaften geworden, wo sich die besten 36 Teams aus Deutschland trafen. Aus Tradition am Start für den Reit- und Fahrverein Lindau, Gettorf, setzte sich die in Tökendorf ansässige Mannschaft zusammen aus den Geschwistern Svea und Mats Hensel auf Waterdieks Pelicula und Waterdieks Todiak, Kim Ingwersen mit Dakila, Widukinds Bruder Sigurd auf Waterdieks Hornisse und Widukind selbst auf Waterdieks Wilja. „Wir hatten einen relativ schlechten ersten Lauf“, bilanziert Widukind, „haben uns dann aber Spiel für Spiel an Fleckeby herangekämpft.“

 Der neue deutsche Mannschaftsmeister Fleckeby war mit seinen Reitern Gina Geißler/Tatezi, Vanessa Baasch/Escada, Greta-Luise Stolzenbrug/Adair, Sven Ludewig/Shadow und Lynn Kruse/Amber angetreten. Auf Rang drei kam die Mannschaft „Fischerhude 1“. „Wir versuchen immer, junge Reiter und Pferde ins Team zu integrieren, hatten viele Pferdeumstellungen, dafür sind wir mit dem Vize-Titel sehr zufrieden“, urteilt Moormann als Trainer und Reiter. In der Jugendklasse U18 hat die Mannschaft „Ahrenlohe 1“ den Titel geholt, gefolgt von der Mannschaft „Moordorf Pro“ und „Fischerhude U18“. In der Klasse U14 siegte die Mannschaft „Moordorf Spirit 2“, auf die Plätze kamen „Ahrenlohe Jugend“ und „Lindau Gettorf U14 1“.

 Die Meisterschaften der Altersklassen U14 und U18 – hier will Widukinds Schwester Stine ihren Titel in der Klasse U14 verteidigen – werden am kommenden Wochenende in Moordorf/Niedersachsen ausgetragen, wo Widukind auch seinen Jubiläums-Sieg davontrug. „Ich habe in Deutschland noch nie ein so starkes Einzel-Finale erlebt“, so der Champion, in dessen Gruppe ihm mittlerweile der eigene Bruder Sigurd den Titel abjagen will. Zunächst sah es sogar nach einem „Durchmarsch“ von Sigurd auf Hornisse aus: schnellster Reiter bei „Laufen und Reiten“ und „Flaschenpendel“. Vater Dietrich rekapituliert: „Beim dritten Spiel ,Socken in den Eimer’ ließ ihn die Euphorie vergessen, dass der letzte Socken nicht über die Ziellinie gebracht wird. Fehlerkorrektur notwendig und dadurch Letzter. Da war Sigurd aus dem Takt.“

 Widukind übernahm auf Nachwuchspony Todiak die Führung, doch das Pony trat seinem Reiter beim „Müllerrennen“ in die Waden und Gina nutzte die Chance. Bei „Müll sammeln“ und „Bank Race“ gewann die 21-Jährige. Am Ende siegte Widukind – mit einem Punkt Vorsprung. Auf den dritten Platz galoppierte Sigurd, Vanessa Baasch aus Preetz machte als weitere Schleswig-Holsteinerin auf Platz fünf das holsteinische Triple an der Spitze komplett. Grund genug zum Jubilieren.

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