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So müssen Ponys sein

Zauberwort Rittigkeit So müssen Ponys sein

Was ist ein gutes Pony? Die Beurteilungskriterien sind eine Gratwanderung. Einerseits soll der Sportpartner in Dressurviereck und Parcours eine gute Figur machen, andererseits von Kindern reitbar sein. Das ist bei jungen, ungestümen Rassevertretern nicht leicht unter eine Kappe zu bringen. Das Zauberwort ist „Rittigkeit“.

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Wenke Kraus und Petit Magic Moment beim 13. Schleswig-Holstein Schaufenster für Sportponys und -pferde in Schönhorst: Die Boostedterin dominierte den Tag mit fünf Vierbeinern.

Quelle: Volker Hagemeister

Schönhorst. Das Schleswig-Holstein-Schaufenster für Nachwuchs-Turnier-Ponys- und -Pferde ist Plattform und Qualitäts-Index zugleich.

 Die Bandbreite war beim 13. Schaufenster des Pferdestammbuchs SH/HH (PSB) auf dem Gestüt Steendiek in Schönhorst (bei Flintbek) groß: So ritt die elfjährige Hannah Maron aus Bargenstedt mit Mayra in der Gruppe der vierjährigen Stuten und Wallache genauso mit wie Profireiterin Wenke Kraus (29) aus Boostedt. „Ich habe mein Pony mit meiner Mutter zusammen ausgebildet und will es selbst vorstellen“, erklärte Hannah mutig. In der Prüfung rutschte das Herz jedoch in die Hose. Denn Mayra tanzte aus der Reihe. „So sammeln sie Erfahrungen, da müssen die beiden jetzt durch“, stellte Mutter Kerstin fest. Für sie ist wichtig, dass ihre Tochter „das Rüstzeug“ lernt, auch in Stress-Situationen im Sattel zurechtzukommen. Dass Hannah unter den Cracks noch keine Chance hatte, war ihr „klar“. Trotzdem findet sie: „Ponys sind für Kinder gemacht, es nützt nichts, wenn nur Erwachsene sie schön reiten können.“

 Fremdreiterin Silke Buck erkennt den Zwiespalt: „Natürlich müssen Ponys von Kindern händelbar sein, und auf die meisten jungen Sportponys würde ich mein Kind nicht raufsetzen. Andererseits werden die Ponys auf Leistung gezüchtet, und die muss abrufbar sein – und das können Profis besser als Kinder. Es ist eine Gratwanderung.“ Bei der Eintages-Veranstaltung wurde daher sowohl Potenzial als auch Rittigkeit von 50 drei- bis sechsjährigen Hengsten, Stuten und Wallachen in den Kategorien Freispringen, Abteilungsreiten und Fremdreitertest getestet. Platziert wurde nach diesem Marathon in sechs Gruppen, von denen Wenke Kraus die Hälfte gewann: Vierjährige Stuten und Wallache (Tackmann’s Charmeur), vierjährige Hengste (Tackmann’s Candyman) und dreijährige Hengste (Tackmann’s Dream of Cream). Am Viereck applaudierte Hans-Jürgen Tackmann, Besitzer der vermögenden Vierbeiner. Der Geschäftsmann betreibt den Ponysport-Stall als professionelles Hobby „zur Entspannung“. Eine nicht unwesentliche Portion „Freizeit-Ehrgeiz“ treibt ihn an: „Natürlich startet man, um zu gewinnen, das Schaufenster ist ein Qualitäts-Standard zu Anfang der Saison, an deren Ende als Ziel das Bundeschampionat steht.“

 Fremdreiterin Buck aus Rondeshagen überprüft beim Schaufenster seit vier Jahren die Rittigkeit. Sie hat klare Maßstäbe: „Ich mag es, wenn sie geschmeidig sind. Die Kunst ist festzustellen, was der Reiter – an Fehlern – hineingeritten hat und was das Pony mitbringt.“ Drei bis vier Minuten Zeit hat sie, um sich im Sattel eines fremden Tiers zurechtzufinden. Ihre Beobachtung: „Die Entwicklung ist gegenläufig. Die Qualität der Ponys wird besser, ihre Ausbildung schlechter, weil vieles schnell-schnell gehen muss.“ PSB-Vorsitzender Hans-Heinrich Stien erkennt einen weiteren Trend: „Es wird immer mehr auf Bewegung angepaart, das Springvermögen kommt zu kurz.“ Er hat Verständnis für die Züchter: „Bewegungsstarke Ponys sind besser zu vermarkten.“

 Bereiterin Meike Michalowksi (26), Züchterin des vierjährigen Prämienhengstes Petit Magic Moment (unter Wenke Kraus zweiter in seiner Abteilung), kennt die Probleme. Sie hat ihr eigenes Erfolgskonzept: „Wenn ich merke, die sind noch nicht soweit, gehen viel gegenan, dann stelle ich sie noch ein Jahr auf die Koppel.“ Funktioniert: Mit Berittpony Hunter’s Scarlett siegte sie in der Abteilung der dreijährigen Stuten und Wallache und mit Edelmann’s Nahla de Luxe in der Gruppe der Spezialrassen. „Ich versuche, die Ponys so fein zu reiten, dass Kinder sie nachreiten können.“

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