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24 Stunden harte Arbeit

Zwischen Kiel und Dänemark 24 Stunden harte Arbeit

Seit 15 Jahren vereint der Förde-Cup traditionsreiche Dickschiff-Wettfahrten an der Förde ansässiger Vereine. Einige der Wettfahrten beschränken sich auf die heimischen Gewässer in und im Ausgang der Kieler Förde sowie den Seebereich bis nach Eckernförde, andere führen ihre Teilnehmer bis nach Dänemark.

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Aller Anfang ist Meer

Abendrot, gut Wetterbot’: Beim 24-Stunden-Segeln fahren die Teilnehmer bei gutem Wetter in den Sonnenuntergang hinein.

Quelle: hfr

kiel. Segler unterschiedlicher Altersklassen auf verschiedensten Booten stellen sich jedes Jahr erneut der komplexen Herausforderung dieses regattaorientierten Fahrtensegelns.

 Die Regeln sind denkbar einfach: Die vier besten Ergebnisse einzelner Regatten fließen in die Wertung ein, zusätzlich bekommen die Crews für jeden Wettbewerb, zu dem sie antreten, einen Teilnahmepunkt. Neben der Gesamtwertung gibt es Einzelabrechnungen in vier Bootsgruppen, eingeteilt nach Yardstickzahl. Dadurch bleibt es meist bis zur letzten Wettfahrt spannend.

 Eine der Förde-Cup-Stationen ist das 24-Stunden-Segeln der Möltenorter Segler-Kameradschaft und der Wassersport-Vereinigung Mönkeberg. Der Name ist Programm: Hier geht es nicht um die schnellste Zeit auf einem zuvor festgesetzten Kurs – die Teilnehmer haben 24 Stunden Zeit, um so viele Seemeilen wie möglich hinter sich zu bringen. Sie bestimmen ihren Kurs selbst, zwischen 17 Häfen rund um die Kieler Bucht – von Kiel im Süden bis Lohals auf Langeland im Norden, von Sønderborg und Eckernförde im Westen bis Burg auf Fehmarn im Osten. „24 Stunden unter Anspannung, das ist einfach ein Erlebnis“, sagt Frank Krupinska, Mitbegründer des Förde-Cups und seit 1999 Mitglied im Wettfahrtkomitee des 24-Stunden-Segelns.

 Jeder Teilnehmer führt ein Logbuch, in dem er die angelaufenen Häfen notiert. Die zwischen den Häfen zurückgelegten Entfernungen werden einer Tabelle entnommen – es zählt also nicht, was ein Boot tatsächlich an Seemeilen segeln musste, um von Hafen A nach Hafen B zu gelangen. „Zur Kontrolle der Angaben eines Bootes muss in jedem angelaufenen Hafen eine Postkarte an das Regattakomitee mit Schiffsnamen, Datum, Uhrzeit und Hafennamen eingeworfen werden“, erklärt Krupinska.

 30 bis 40 Boote machen sich auf die ungewöhnliche Reise. Das ist nicht selbstverständlich, das regattaorientierte Fahrtensegeln hat wie die meisten Sportarten mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Vor fünf, sechs Jahren ging die Veranstaltung durch ein Tief, nur noch 20 Boote meldeten. Das 24-Stunden-Segeln ist mittlerweile wieder bei rund 35 teilnehmenden Crews angekommen, doch andernorts besteht die Problematik nach wie vor. Die Stollergrund-Regatta, eigentlich fester Bestandteil des Förde-Cups, findet in diesem Jahr nicht statt. Nach Auskunft des veranstaltenden Schilkseer Yacht-Clubs lohne die Beteiligung von acht oder zehn Booten den immensen Aufwand nicht. Im nächsten Jahr soll ein neuer Anlauf unternommen werden.

 Hoffnung auf Besserung besteht. Krupinska hat eine Entwicklung in den vergangenen Jahren beobachtet, von der auch die Veranstaltungen des Förde-Cups profitieren könnten: „Viele Segler suchen nach neuen Abenteuern. Seit einigen Jahren haben wir auch verstärkt Zulauf aus der Jugend“. Als wichtigste Voraussetzung nennt der Heikendorfer Erfahrung im Ostseerevier: „Ich weiß, dass ich diese Strecke bewältige, und zwar unter allen Umständen – das ist entscheidend.“

 Eine vorher festgelegte Strategie ist die Grundlage, „die muss dann während des Rennens mit der Wirklichkeit abgeglichen werden“, erklärt Krupinska. Diese Wirklichkeit besteht vor allem in der Wetterentwicklung, stürmische Bedingungen sind auf der Ostsee schließlich nichts Ungewöhnliches. Nachdem das Rennen um 20 Uhr gestartet worden ist, bleiben die Schiffe zunächst lange auf Sichtweite zusammen, ehe sie sich gemäß ihrer eigenen Taktik auf die unterschiedlichen Kurse verstreuen. Dann folgen knapp 24 Stunden harte Arbeit. „Es ist sehr spannend, auch das Erlebnis, wie man mit seinen Kräften haushalten muss“, beschreibt Frank Krupinska.

 Der Lohn ist so manch malerischer Sonnenunter- und aufgang, der Reiz des sportlichen Wettkampfs und das Gefühl, es geschafft zu haben, wenn die Boote bis 20 Uhr am Folgetag wieder in Möltenort einlaufen.

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Ein Artikel von
Niklas Schomburg
Sportredaktion

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