11 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Feuerherdt segelt nur noch für die Galerie

Kieler Woche in Schilksee Feuerherdt segelt nur noch für die Galerie

Schon am dritten Wettkampftag kann der erste Kieler-Woche-Sieger feiern: Tobias Feuerherdt ist mit seiner Crew in der J/24 in den beiden letzten Wettfahrten nicht mehr einzuholen und segelt am Mittwoch nur noch für die Galerie.

Voriger Artikel
Vor der WM muss erst der Stempel her
Nächster Artikel
Familiensegeln in Slow Motion

Kieler-Woche-Sieger in der J/24, v.l.: Jan-Marc Ulrich, Tobias Feuerherdt, Lukas Feuerherdt, Justus Kellner und Tobias Peters.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. In einigen anderen internationalen Bootsklassen ist der Kampf um den Gesamtsieg dagegen noch völlig offen.

„Für uns ist alles perfekt gelaufen“, sagte ein glücklicher Feuerherdt am Dienstag. Mit nur elf eingefahrenen Punkten nach neun Wettfahrten thront der Kieler im Team Rotoman an der Spitze. „Wir wissen auch nicht genau, warum es momentan so einfach ist. Wir starten immer gut, und dann geht’s los“, erklärte er. Die Crewmitglieder greifen wie ein Rad ins andere, Tobias Peters und Feuerherdts Bruder Lukas geben als Taktiker die Marschrichtung vor. „Die reden eigentlich die ganze Zeit miteinander, dazu kommt noch eine stetige Ansage von Wind und Welle – Ruhe haben wir kaum an Bord“, beschrieb der Steuermann die Kommunikation. Lukas Feuerherdt wurde im Oktober 2015 deutscher Meister im Laser, schlug dabei Olympiateilnehmer Philipp Buhl. „Als Bruder kann ich sagen: Da muss man sich schon öfter mal einen Spruch anhören“, sagte der Skipper.

Mit dem Kieler-Woche-Sieg krönte das Team eine erfolgreiche Saison, gewann zuvor bereits die deutsche und italienische Meisterschaft. „Bei der EM werden wir in diesem Jahr nicht starten, weil wir alle berufliche Verpflichtungen haben“, erklärte Feuerherdt.

Auch für den Führenden im Musto Skiff, Frithjof Schwerdt, ist die Kieler Woche ein Highlight des Segeljahres. „Ich habe mich vor allem darüber gefreut, dass Andi Lachenschmid mitsegelt, ich war richtig heiß auf das Duell“, sagte der Kieler, der sich am Montag weiter vom frischgebackenen Weltmeisters absetzte. „Es war sehr böig und dadurch schwierig. Auch standen manchmal die Contender ganz schön im Weg“, beschrieb Schwerdt den Tag auf der TV-Bahn Hotel.

Hier finden Sie Fotos von den Segelwettbewerben am 20. Juni.

Zur Bildergalerie

Für die Folkeboote waren die Bedingungen auf der Förde ideal, der Kieler Ulf Kipcke, nach Tag eins noch Dritter, konnte den Dänen Søren Kæstel von der Spitze des Feld verdrängen, führt vor dem Abschlusstag mit einem Punkt Vorsprung. „Wir hatten uns vorgenommen, jeden Tag ein andersfarbiges Leibchen zu tragen“, sagte Kipcke. Das gelang, auch durch den zweiten Wettfahrtsieg in Rennen Nummer acht. „Wir haben heute schnell unseren Rhythmus gefunden“, resümierte Kipcke, der die Trudelmaus-Regatta vor Laboe bewusst ausgelassen hatte. „Ich wollte nicht drei Wochenenden am Stück segeln“, sagte der Kieler, dessen Taktik voll aufzugehen scheint. Das segelfreie Wochenende nutzte er, um eine kaputte Naht im Holzaufbau reparieren zu lassen, bevor ein schlimmerer Schaden auftritt. Mit frisch überholtem Boot ist die Taktik für den Abschlusstag klar: „Wir schauen natürlich auf den Zweiten. Wenn man so eng beieinander ist, macht man das von Anfang an“, so der Kieler. „Es ist wichtig, dass wir vor dem letzten Tag vorne sind – falls morgen kein Wind mehr ist.“

In der Tat ist nach einem erneut guten Tag für den Dienstagnachmittag nur Wind zwischen null und vier Knoten angesagt, die Regatten starten daher schon um 10 Uhr. 

Für Wolfgang Hunger und Julien Kleiner besteht dann die letzte Chance auf den 22. Kieler-Woche-Sieg. In den Rennen sieben bis neun gelang es ihnen zwar, die Briten Ian Pinnell/Alex Davies in Schach zu halten, doch dessen Landsmänner Andy Smith/Tim Needham liegen nun zwei Punkte in Front. „Wir sind ganz gut über den Tag gekommen, bei zwei dritten Plätzen fehlten nur wenige Meter zum zweiten“, sagte Hunger. „Wir sind immer noch am Einstellen und Optimieren, die Briten sind sehr stark und bei stärkerem Wind einfach schneller. Sie nutzten die Kieler Woche als intensives Training für die WM in Weymouth Ende Juli.“ Aufgegeben haben die beiden Seriensieger lange noch nicht. „Es ist noch etwas drin, aber wir müssen in den letzten Wettfahrten ganz nach vorne“, lautet Hungers Losung.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Bei SmartBets findest du alle Wettquoten und Buchmacher der 1. Bundesliga.
Mehr aus Segelsport-News 2/3