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Mit Biss und Böen durch die dunkle Nacht

IDM-Langstrecke Mit Biss und Böen durch die dunkle Nacht

Frischer bis starker Westsüdwestwind mit stürmischen Böen in der Nacht blies zum Auftakt der Internationalen deutschen Meisterschaft der Seesegler die erfahrenen Crews nach vorne. Auf der Langstrecke durch dänische Gewässer siegten ausnahmslos Top-Teams.

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Segeln zum Anfassen: Bei westlichen Winden waren die Zuschauer auf den Traditionsseglern beim Start der seegehenden Jachten mitten im Geschehen.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Und nicht alle waren dennoch zufrieden.

„Einige kamen so schnell voran, dass sie im noch Dunkeln unbeleuchtete Bahnmarken erreichten, wo es schon wieder hell sein sollte“, staunte Wettfahrtleiter Stefan Kunstmann, „aber es hat sie keiner umgefahren.“ Er hatte ans Wettfahrt-Ende eine 40-Seemeilen-Kreuz als „taktische Entscheidung“ gelegt, die für viele erst nach Sonnenaufgang endete.

 Das erste Ausrufezeichen in der Gruppe ORC I der größten Jachten setzte der Niederländer Piet Vroon mit der Ker 51 „Tonnere de Breskens“. Die Ex-„Varuna“ nahm den deutschen Mitfavoriten auf 140 Seemeilen berechnet mehr als 20 Minuten ab. Das innerdeutsche Verfolgerduell entschied der Hamburger Axel Seehafer mit der Soto 40 „Sportsfreund“ gegen Dennis Gehrlein auf der Flensburger GP42 „Silva Neo“ klar für sich.

Hier finden Sie Fotos der Segelwettbewerbe am 19. Juni

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 „Die Holländer waren nach 500 Metern vorbei und nach zwei Stunden außer Sichtweite“, berichtete Seehafer, „danach haben wir uns wieder schnell gefühlt.“ Seine Geheimwaffe: „Ein relativ kompetenter Segelmacher an Bord.“ Gemeint war Bertil Balser, der den Segelplan der Zwölf-Meter-Jacht fürs WM-Jahr umgeschnitten hatte und damit offenbar den Turbo zündete. Balser musste schmunzeln, relativierte vornehm nicht.

 Als Meister seines Fachs erwies sich auch der Kieler Steuermann Max Gurgel, der nach einem Bootswechsel die XP-44 „X-Day“ überraschend zum Sieg in der Wertungsgruppe II lenkte. „Max macht das ganz ruhig und überlegt, aber mit unheimlich Biss“, lobte der Dortmunder Eigner Walter Watermann.

 Selten rundum und auch diesmal nicht ganz zufrieden war der Hamburger Jürgen Klinghardt, obwohl seine X-332 Sport „patent³“ in Gruppe III vor Jascha Bach auf einer Italia 9.98 aus Amsterdam gewann. „Langstrecken liegen uns sowieso nicht“, so der Eigner, „aber das Kurskonzept mit den langen Schlägen war langweilig.“ „Die nächste Seesegel-IDM machen wir dann auf der Alster“, entgegnete Balser, „Langstrecken gehören nun mal dazu.“

 Irren ist menschlich und macht auch vor höchsten Repräsentanten nicht halt. DSV-Boss Andi Lochbrunner war wohl von der Vielfalt der Startgruppen überrascht und nahm auf seiner „Resolute“ bereits mit dem IDM-Feld lange vor Beginn seines Welcome Races Kurs Eckernförde. Dass er dort deutlich vor der Konkurrenz eintraf, irritierte freilich auch die Wettfahrtleitung, die den „Frühstart“ in eine Disqualifikation ummünzte.

 „First ship home“ nach drei Stunden und 48 Minuten war der Kieler Trimaran „Trifeldt“ von Karsten Hochfeldt, dabei aber nicht schnellstes Schiff. Das wurde die Brenta 60 „Minnic“ aus Lübeck mit Eiken Albers am Rohr, die keine dreieinhalb Stunden brauchte. Der berechnete Sieger allerdings heißt Sven Wackershagen (Kiel) auf der Knierim 49 „Desna“. So haben gleich drei auf einmal gewonnen.

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Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

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