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EM als perfektes Bundesliga-Training

J/70-Europameisterschaft EM als perfektes Bundesliga-Training

Die deutschen Bundesligacrews zahlen bei der J/70-Europameisterschaft noch Lehrgeld. Doch auch das KYC-Quartett um Julian Ramm lässt sein Können immer wieder aufblitzen.

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Haben den Bundesliga-Klassenerhalt im Visier, v. li.: Florian von Wieding, Malte Päsler, Oliver Lewin und Julian Ramm.

Quelle: Uwe Paesler

Und am Ende gab es sogar Tagessiege.

 Seit Mittwoch segeln sie ihre allererste J/70-Klassenregatta – und dann gleich die EM. Mit den Bundesligaspieltagen seien die Wettfahrten überhaupt nicht zu vergleichen, so Skipper Julian Ramm und seine Crew Oliver Lewin, Malte Päsler und Florian von Wieding unisono.

 Gemeinsam gehören die vier zum Liga-Aufgebot des Kieler Yacht-Clubs, doch der deutsche Meistertitel liegt in genauso weiter Ferne wie eine EM-Medaille. „Für uns zählt diese Saison der Klassenerhalt“, sagt der Steuermann, „und dafür müssen wir bei den kommenden Regatten auch schon eine Schippe drauflegen.“

 Erst seit anderthalb Jahren teilt das Team ein Cockpit und wird bald erneut auseinander gerissen. Päsler geht beruflich nach Hamburg. „Die Spielerdecke im Club ist dünn, da viele Routiniers wegziehen, eine Babypause einlegen oder schlicht nicht zu einem Einsatz zu motivieren sind“, bedauert Ramm.

Hier finden Sie Fotos der Segelwettbewerbe am 24. Juni.

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 Insofern war die Mannschaft mit dem EM-Auftakt „mehr als zufrieden“. Bei den Plätzen acht und fünf blieb die Spitze des Feldes in Schlagdistanz. Nur der 24. Rang dazwischen ging daneben. „Da hat uns gleich am Start ein schwächerer Landsmann ohne Vorfahrt unerlaubt ausgestoppt“, berichtet Ramm, die Leistungsunterschiede im Feld seien schon enorm. Bei mehr Wind dürften die Letzten kaum im Zeitlimit bleiben.

 „Auch wir lernen noch bei jedem Rennen dazu. Uns fehlt einfach die Zeit, die an der Weltspitze investiert wird“, erklärt Lewin. „Die besten Internationalen fahren in der Saison zudem auf den Melges 24 und 32 sowie diversen ähnlichen Kielbooten wie der Farr-30-Klasse. Das übt enorm und macht sie bei allen Windbedingungen trimmsicher.“

 Den hohen Aufwand aus der Zeit der gemeinsamen Kampagne im olympischen 49er können und wollen Ramm/Lewin nicht mehr betreiben. Aber der Ehrgeiz steckt noch in den Knochen. Ramm: „Unser Bootsspeed machte schon beim Practice Race Hoffnung. Mit weiterhin guten Starts bleiben wir für Überraschungen gut.“

 Die Zielvorgabe, vorderes EM-Drittel, klingt als 23. nach dem zweiten Tag realistisch. Den Ausrutscher als 31. im fünften Rennen konnten sie streichen.

 In dieser Wettfahrt wurde das Klassement erheblich durcheinandergewürfelt. Dabei glänzten mit Paul Ost aus Berlin und dem Württemberger Yannick Hafner zwei Binnenländer aus dem Mittelfeld der Gesamtwertung mit sensationellen Tagessiegen in beiden Startgruppen. In Führung blieb die Italienerin Claudia Rossi punktgleich vor Stefano Roberti aus Monaco. Bester Deutscher ist Pit Finis (Düsseldorf) mit Profi-Taktiker Karol Jablonski als Achter.

Alle Ergebnisse aus Schilksee finden Sie hier.

Von Andreas Kling

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