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Saling-Mann sah den Wind für IDM-Gold

Kieler Woche in Schilksee Saling-Mann sah den Wind für IDM-Gold

Finaler Krimi auf der Seebahn: Axel Seehafers „Sportsfreund“ wird mit 0,2 Punkten Vorsprung internationaler deutscher ORCi-I-Meister. Und Max Gurgel steuert die „X-Day“ mit Tagessieg in der Gruppe II von Platz drei zum Titel.

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Enger ging es kaum bei der größten IDM-Klasse: Am Ende war die „X-Day“ (re.) von Max Gurgel vier Sekunden vor Torsten Batsiansens „Sydbank“ im Ziel.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Die Anspannung vor dem letzten und entscheidenden Rennen der IDM war greifbar. Kaum zwei Windstärken wehten vormittags über den Stollergrund, drehend und löchrig. Auf der XP-44 „X-Day“ stand Chefstratege Sven Gauter bis zwei Minuten vor dem Start auf der ersten Saling im Mast und lauerte auf Böenstriche. „Er hat die Böen genau gesehen, wir kamen super gut weg“, berichtete Gurgel von einer nervenaufreibenden Wettfahrt, in der eine Regenfront mit Windwechsel durchzog.

 „Zum Glück haben wir mit Kai Rohse Brandenburger auch noch einen Segelflieger an Bord, der die Wolken richtig lesen kann“, so der Kieler Steuermann weiter. Am Ende waren sie vier Sekunden vor der X-41 „Sydbank“ mit Torsten Bastiansen im Ziel und berechnet sogar zehn, was den Flensburger Silber kostete. Das holte Peter Beck Mikkelsen mit der First 40 „Arxes-Tolina“ (ebenfalls Flensburg).

 Gurgels dritter Meistertitel nach 2012 und 2014 jeweils vor Kiel („Mein Traumrevier vor der Haustür“) war für Walter Watermann „die gelungene Generalprobe für den Höhepunkt der Kieler Woche“. Der Eigner will heute zum dritten Mal den Senatspreis gewinnen und das silberne Tablett für immer nach Dortmund holen.

Hier finden Sie Fotos der Segelwettbewerbe am 22. Juni.

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 Totale Unsicherheit über den Ausgang des Titelkampfes herrschte an Bord der Soto 40 „Sportsfreund“ noch auf dem Heimweg in den Hafen. „Wir zeiten und rechnen ja auch mit, aber so genau wie der Ergebniscomputer können wir das nicht“, meinte Seehafer. Erst der Anruf von Kieler-Woche-Pressesprecher Hermann Hell mit Einladung zur Pressekonferenz der Meister brachte Gewissheit.

 Dennis Gehrlein am Steuer der „Silva Neo“ (Kieler Yacht-Club) hatte zwar zum Schluss den Bug knapp vorn. Platz zwei direkt vor Seehafer reichte jedoch nicht. „Mission erfüllt“, so der glückliche Sieger, „das gibt Rückenwind für die WM in drei Wochen.“ Bis dahin wolle er aber noch die Frauencrew der DK 46 „Tutima“ von Kirsten Harmstorf nach ihrem Leichtwindgeheimnis befragen, die gestern erneut gewann und den dritten Podiumsplatz erklomm.

 Nach dem vorzeitigen Titelgewinn der niederländischen Italia 9.98 sicherte sich Knut Freudenberg aus Bad Laer mit seiner First 36.7 „Halbtrocken“ souverän den zweiten Rang der Wertungsgruppe ORCi III/IV. Die Medaillenambitionen von Vorjahressieger Jürgen Klinghardt (Hamburg) endeten im Protestraum. „Es ist doch unfair, mit einem größeren Boot ein kleineres einfach nach hinten zu segeln“, ärgerte sich der Eigner der X-332 Sport „patent³“.

 Der Schwede Patrik Forsgren hatte ihn mit seiner First 36.7 MOD konsequent abgedeckt und die „Malin“ das Podium erklommen. Vielleicht nicht die feine englische Art, befand die internationale Jury, aber „part of the game“.

Aus Schilksee berichten: Niklas Schomburg, Andreas Kling, Jens Kunkel, Ingolf Haake, Merle Schaack und Uwe Paesler (Fotos)

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