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Frühstarts erhitzen die J/70-Gemüter

Kieler Woche in Schilksee Frühstarts erhitzen die J/70-Gemüter

Die neuen Europameister der J/70 kommen aus Italien. Skipperin Claudia Rossi steuerte ihr Kielboot am Finaltag zum sicheren Gesamtsieg mit zwölf Zählern Vorsprung vor Stefano Roberti aus Monaco, dem drei Tagessiege zum Ende nicht reichten.

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Auf der Welle des Erfolgs: Die Italienerin Claudia Rossi steuerte ihre Crew zum verdienten Gewinn des Europameister-Titels.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Beste deutsche Crew waren Carsten Kemmling, Miklas Meyer, Mitja Meier und Florian Thoelen vom Norddeutschen Regatta Verein aus Hamburg als Neunte. „Nach dem kuriosen Rennen am Vortag hatten wir die Top Ten schon ins Visier genommen“, sagte Kemmling, der rundum zufrieden war.

 Was war passiert? Von Beginn an hart umkämpft schlugen die EM-Wogen am Sonnabendabend besonders hoch. Im sechsten Rennen wurde weit mehr als die Hälfte der Felder wegen Frühstarts disqualifiziert. Auf der Bahn blieben nur noch wenige Boote, die ihre Chance sogleich beim Schopf ergriffen.

 Besonders den heißblütigen italienischen Topfavoriten passte das überhaupt nicht. Vizeweltmeister Carlo Alberini wurde gleich dreimal erwischt und fand sich erst hinter Bundesliga-Macher Oliver Schwall und Lokalmatador Julian Ramm auf dem 22. Rang wieder.

 Die Südeuropäer intervenierten bis zur Dunkelheit bei der Wettfahrtleitung. Doch die blieb hart. „Die Regeln sind sonnenklar und strikt einzuhalten“, untermauerte der oberste Regattaleiter Nino Shmueli gänzlich unbeeindruckt. Der Israeli wird auch die olympischen Rennen in Rio de Janeiro leiten.

Hier finden Sie Fotos der Segelwettbewerbe am 26. Juni.

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 „Letztlich war nur noch rund ein Dutzend Boote am Start. Wie bei der Bundesliga. Das haben wir mal eben zu einem zweiten Platz genutzt“, beschrieb Segelreporter Kemmling seine Chance nach all den Roten Karten. Am Schlusstag ließ er zwei sechste Plätze folgen und zog nach Punkten mit dem Achten, Clive Bush aus Großbritannien, gleich.

 Unterm Strich kamen die Deutschen im Verlauf der Meisterschaft immer besser in Fahrt. Magnus Simon (ebenfalls Hamburg) verbesserte sich mit einen dritten und zweiten Platz auf Rang zehn.

 Knapp dahinter verabschiedete sich der Düsseldorfer Pit Finis mit einem Tagessieg als Elfter aus Kiel. „Ein Frühstart hat auch uns erwischt, sonst wäre mehr drin gewesen“, sagte Taktiker Karol Jablonski. Der deutsch-polnische Admiral’s Cup-Sieger und Americas-Cup-Halbfinalist heuert als Profi auf kleinen Kielbooten an und wies Finis den rechten Weg.

 „Die Mischung aus Amateuren und semi-professionellen Mannschaften sorgt zwar für Leistungsunterschiede, aber auch für enormen Zulauf“, so Klassenboss Jürgen Waldheim, der selbst auf dem 70. Platz unter 91 Teilnehmern landete. Kiel habe ein breites Spektrum an Segelbedingungen geboten, vom Leichtwindpoker bis zum Gewitterrennen. Waldheim: „Das war eine Empfehlung für weitere Großevents.“

Von Andreas Kling

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