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Kohlhoff/Werner hoffen noch auf Olympia

KN Medienlounge Kohlhoff/Werner hoffen noch auf Olympia

Die Kieler Nacra-Segler Paul Kohlhoff und Carolina Werner hatten die Qualifikation für die Olympischen Spiele zunächst verpasst – dürfen sich aber nach dem erfolgreichen Weltcup in Weymouth wieder Hoffnung auf eine Teilnahme in Rio machen.

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Nadine Stegenwalner, Direktorin DSV (v.li.),  im Gespräch mit KN-Redakteur Gerhard Müller und den Kieler Seglern Paul Kohlhoff und Carolina Werner.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. „Wir gehen diesen Weg nur, weil wir denken, dass er erfolgreich ist“, sagt Nadine Stegenwalner. „Einen Einzelfallantrag stellt man nicht einfach mal so.“ Die Sportdirektorin des Deutschen Segler-Verbands (DSV) zielt damit auf die Kieler Nacra-Segler Paul Kohlhoff und Carolina Werner ab. Die junge Crew hatte die Qualifikation für die Olympischen Spiele zunächst verpasst – darf sich aber nach dem erfolgreichen Weltcup in Weymouth wieder Hoffnung auf eine Teilnahme in Rio machen.

„Wir sind dem DSV sehr dankbar, dass wir diese zweite Chance bekommen“, sagte Werner beim Gespräch mit KN-Redakteur Gerhard Müller in der KN-Medienlounge in Schilksee. Der Verband hatte entschieden, den Nacras noch einen zusätzlichen Ausscheidungswettkampf zu gewähren. Nachdem Kohlhoff/Werner dort auf Platz zwei ihre Tauglichkeit deutlich unter Beweis stellten, hat der DSV nun eine Einzelfallentscheidung beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) beantragt. „Der Nationenstartplatz für Olympia ist ja da. Wir haben das Potenzial gesehen, auch ohne die geforderte Top-Ten-Platzierung in der Qualifikation“, erklärte Stegenwalner. „Wir wollten eine mögliche Medaillenchance nicht einfach verstreichen lassen. Paul und Caro haben in Weymouth alle Argumente für eine Nominierung geliefert.“

Zu sehr auf Zweikampf konzentriert

Der Weltcup wurde für die von der Stiftung Kieler Sporthilfe geförderten Segler zur letzten Chance, das Ruder wieder herumzureißen. Zuvor konnten sie die zu Beginn der Qualifikation gezeigten Leistungen nicht mehr auf die Bahn bringen, scheiterten auch im mentalen Bereich. „Wir haben uns zu sehr auf den Zweikampf mit Jan Hauke und Lea konzentriert, statt auf unser Segeln“, sagte Kohlhoff. Die Flensburger Konkurrenten Erichsen/Spitzmann lieferten den Kielern einen harten Kampf, der vor England entschieden wurde. „Wir wollten diese letzte Chance unbedingt nutzen“, sagte Kohlhoff. Am Erfolg hat auch Marc Pickel seinen Anteil. Der ehemalige Olympiateilnehmer arbeitet seit anderthalb Jahren mit Kohlhoff und Werner zusammen, vor Weymouth verstärkt im mentalen Bereich. „Ich weiß, durch welche Szenarien man da als Sportler durchgeht“, sagte er. „Wichtig ist, dass du balanciert durch so einen Wettkampf über sechs oder sieben Tage gehst. Man darf den Kopf nicht verlieren.“

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Das Training zahlte sich aus. „Wir durften vor Ort das Wort „Olympia“ nicht in den Mund nehmen, sollten locker bleiben, uns abends nach dem Segeln entspannen, nicht über den Wettkampf reden“, beschrieb Werner die Vorgaben des Coaches, der außerdem beim DSV als Techniker arbeitet, die Boote der gesamten Nationalmannschaft optimieren soll. „Es fühlte sich nicht so an, als würden wir gerade die wichtigste Regatta segeln“, erklärte die Vorschoterin. Mit der nötigen Lockerheit gewannen Kohlhoff/Werner Weltcup-Silber, könnten als jüngste Crew nach Rio fahren. „Der DSV hat zu Beginn der Kampagne gesagt, Paul und Caro seien noch zu jung für 2016. Das hat mich nur noch stärker motiviert, diese Einstellung war einfach falsch“, erzählte Pickel in der KN-Medienlounge. „Mit der nachträglichen Ausscheidung hat der DSV Mut bewiesen, dafür muss man dankbar sein.“

Training im Olympia-Revier von Rio

Kohlhoff und Werner fliegen nach der Kieler Woche nach Rio, um im Olympia-Revier zu trainieren. „Über eine mögliche Nominierung machen wir uns im Moment aber keine Gedanken“, sagt Kohlhoff. Auch Stegenwalner warnt vor zu hohen Erwartungen. „Sie fahren nach Rio, um sich so vorzubereiten, als würden sie starten – sonst wäre es nachher zu spät. Aber wir hoffen natürlich, dass der DOSB eine positive Entscheidung trifft“, sagte die Sportdirektorin, die mit dem DSV Ende Oktober die neuen Räumlichkeiten in Kiel beziehen wird. „Ich freue mich auf den Umzug, so können wir unsere Ressourcen besser nutzen und die Segler noch stärker pushen“, erklärte sie. Vielleicht wird sie in Kiel dann auf die jüngsten deutschen Olympiateilnehmer 2016 treffen.

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