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Schlicht einen Tick schneller

J/70-Europameisterschaft Schlicht einen Tick schneller

Die J/70-Europameisterschaft ist bereits nach dem Auftakt mit vielen spektakulären Tonnen-Manövern fest in ausländischer Hand. Nach drei Leichtwindrennen liegen Stefano Roberti aus Monaco und der Italiener Carlo Alberti mit vier Zählern punktgleich an der Spitze.

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Zum Auftakt ihrer Europameisterschaft stampften die J/70 gestern durch die Ostsee. An der Luvtonne wurde es dann eng.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Die besten Deutschen folgen angeführt von Sven-Erik Horsch vom NRV Hamburg im Viererpulk ab Rang zehn.

 „Die sind schlicht einen Tick schneller als wir, weil sie das Boot schon viel länger segeln und alle Trimmtricks aus dem Effeff kennen“, erklärt der Hamburger Carsten Kemmling den entscheidenden Unterschied zwischen den nationalen Bundesligateams und den internationalen Crews. In anderen Ländern etablierte sich die Klasse mit eigenen, stark besetzten Regattafeldern früher als in Deutschland.

 Außerdem sitzen zwar oftmals Amateureigner am Steuer, die sich jedoch bezahlte Profis an die Schoten holen. Zum Beispiel hinterließ die drittplatzierte Italienerin Claudia Rossi an der Pinne einen verhaltenen, passiven Eindruck. „Sie soll nur geradeaus fahren, das Boot machen die anderen schnell“, so Kemmling, der selbst mit zwei fünften Einzelplätzen zufrieden war, aber durch einen 15. zwischendurch nur auf Rang zwölf rangiert. Der Düsseldorfer Pit Finis mit dem zehnfachen Eissegelweltmeister Karol Jablonski ist einen Punkt besser Elfter.

 Bei den Manövern indes reiche das Können der Deutschen durch die Bundesliga-Duelle mindestens an die Weltspitze heran, verglich Carsten Kemmling weiter. „Mit unseren taktischen Halsen haben wir auch Top-Gegner stehen gelassen“, berichtete der Segelreporter, „da stellten die sich nicht besonders clever an.“

Hier finden Sie Fotos der Segelwettbewerbe am 23. Juni

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 Aber Wantenspannung, Fockholepunkt sowie diese und jene Kleinigkeit kosteten bei einer unerwartet hoch aufkommenden Welle wichtige Zehntelsekunden Bootsspeed. Kemmling: „Diese Bedingungen haben wir im Training so noch nicht gehabt.“ Und anders als bei den engen Kursen der Ligaspieltage gehe es auf der großen EM-Bahn eben in erster Linie um pure Geschwindigkeit.

 Wer North-Segel fährt, hält sich in der J/70 an den North Tuning Guide und liegt damit schon mal auf Kurs. Doch ist der Rigg- und Segeltrimm wirklich alles? Gerüchte sagen, die Favoriten feilen vor einem Event sogar schon an ihrer Kielform – im Rahmen des Erlaubten wohlgemerkt. Das liegt den Schwarz-Rot-Gold-Seglern noch vollkommen fern.

 Für das beste deutsche Einzelergebnis hatte Magnus Simon vom Mühlenberger Segel-Club als Dritter im zweiten Rennen gesorgt. Doch seinen Sprung in die Top Ten vermasselte er danach durch eine Frühstartdisqualifikation bei schwarzer Flagge (verschärfte Startregel) selbst und ist vorerst nur 42. Trotz vorhergesagter starker Gewitterneigung sind heute drei weitere Wettfahrten geplant.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

Von Andreas Kling

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