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Segler feiern gelungenen Auftakt

Kieler Woche 2016 Segler feiern gelungenen Auftakt

Nahezu ideales Segelwetter, hart umkämpfte Wettfahrten und tolle Stimmung zu Wasser und an Land: Die Segelwettbewerbe der Kieler Woche 2016 sind am Sonnabend gestartet. Dabei gab es einige Favoritensiege, aber auch kleine Überraschungen.

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In Schilksee finden seit dem Sonnabend wieder Segelwettbewerbe statt.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. „Das war ein toller Start in die Kieler Woche“, zeigte sich Organisationsleister Dirk Ramhorst vollauf zufrieden. In allen Klassen konnte die geplante Anzahl an Wettfahrten durchgeführt werden, die 29er absolvierten fünf Rennen, die übrigen Klassen je drei. „Es waren fast ideale Bedingungen, zwischenzeitlich aber auch etwas schwierige mit drehenden und starken Winden“, erklärte Ramhorst. Die gute Nachricht für die Segler: Auch am Sonntag sollen die Bedingungen absolut segelbar bleiben. Die nicht ganz so gute Nachricht für die Besucher in Schilksee: Es soll bei geschlossener Wolkendecke etwas kühler werden.

Im Fokus der Kameras agierten die jungen 29er-Skiffsegler auf der Medienbahn. Gute Gelegenheit insbesondere für die lokalen Crews, um sich in Szene zu setzen. Gleich vier Teams vom Kieler Yacht-Club platzierten sich in dem Feld der 83 Mannschaften nach fünf Rennen in den Top-Ten. Angeführt wird das Feld jedoch von den Niederländern Pieter van Leijen/Daniel Bramervaer vor Bennet Steffens/Moritz Block (Kiel). Auf Rang vier folgt mit Alica Stuhlemmer/Tom Heinrich (Kiel) das beste Mixed-Team, das noch während der Kieler Woche in den Circuit des olympischen Nacra17 einsteigen will. „Es waren schwierige Bedingungen, aber es hat Spaß gemacht heute“, sagte Alica Stuhlemmer. „Wir sind mit unserer Leistung zufrieden, die Niederländer sind aber sehr stark.“

Einen harten Kampf um die Führung lieferten sich am ersten Renntag bei den Formula-18-Katamaranen die Ostholsteiner Brüder Helge und Christian Sach mit den Flensburgern Finn Heeg und Merle Baas – ganz anders also, als es im Vorwege prophezeit worden war. „Die Konkurrenz ist sogar noch stärker als im letzten Jahr. Wir sind besser gesegelt als sonst und mussten trotzdem mehr kämpfen“, sagte ein sichtlich gut gelaunter Helge Sach nach den Tageswettfahrten. Nach drei Wettfahrten liegen die Brüder mit vier Punkten einen Punkt vor Heeg/Baars, die im Mai vergangenen Jahres aus finanziellen Gründen aus dem Nacra in den F18 umgestiegen sind. „Die Bootsklasse ist sehr attraktiv, mit vielen regionalen Events“, erklärte Heeg. Für die kommenden Tage prophezeite er einen weiter harten Kampf: „Es ist alles möglich.“

Hier finden Sie Fotos von den Segelwettbewerben am 18. Juni

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Im Musto Performance Skiff machte Elena Stoffers auf sich aufmerksam, wenn es auch nicht für die ganz vorderen Plätze reichte. Die Kielerin, die gerade eben ihre Olympia-Ambitionen im 49erFX (mit Steuerfrau Leonie Meyer) nach verpasster Rio-Quali ad acta gelegt hat, segelt erst seit vergangener Woche im Musto und lieferte mit den Plätzen 13, neun und elf eine ordentliche Performance ab. „Ich habe noch nie in meinem Leben gesteuert, das war einfach mal dran“, sagte Stoffers zu den Beweggründen nun im Einhandskiff an den Start zu gehen. „Die Klasse ist unglaublich nett, mir wurde heute sogar das Boot zu Wasser gelassen und wieder an Land geholt“, erzählte sie lachend. Mit weiteren noch größeren Erfolgen könnte das vielleicht bald vorbei sein – doch der deutsche Meister Iver Ahlmann schlug in dieselbe Kerbe. „Es ist einfach super, dass die Klasse so wächst, das Niveau steigt deutlich an. Das macht den Musto so attraktiv für Umsteiger“, sagte er. An der Spitze des Feldes liegt nach drei Wettfahrten jedoch Frithjof Schwerdt, der die Ränge zwei, eins und eins einfuhr. Da konnte auch der frischgebackene Weltmeister Andi Lachenschmid nicht ganz mithalten. „Es wird auf jeden Fall spannender in den kommenden Tagen“, prophezeite der Augsburger, der als erster Deutscher überhaupt den WM-Titel in dieser Klasse gewann.

Im Folkeboot führt nach drei Wettfahrten Mitfavorit Søren Kæastel aus Dänemark, gefolgt von Walther Furthmann und Mitfavorit Ulf Kipcke aus Kiel. Auch im J/24 liegt mit dem Kieler-Woche-Sieger 2015, Tobias Feuerherdt, ein erwarteter Skipper in Führung. Ebenfalls zu erwarten war die Führung der Frankfurter Crew Shmuel Markhoff/Michael Happich im Flying Dutchman, im Contender liegt der Däne Jesper Nielsen mit blütenweißer Weste und drei Wettfahrtsiegen an der Spitze. Überraschenderweise kommt der Führende im 505er hingegen nicht aus Strande, sondern Großbritannien: Andy Smith nutzte mit seinem Vorschoter Tim Needham den siebten Platz des Kieler-Woche-Rekordsiegers Wolfgang Hunger in der ersten Wettfahrt aus und setzte sich an die erste Position. Die amtierenden Kieler-Woche-Sieger und Europameister Meike Schomäker/Holger Jeß liegen nach drei Wettfahrten nur auf Rang 15.

Einen bunten Mix gibt es auf den aktuellen Podiumsplätzen bei den Europes. Der Franzose Valerian Lebrun führt vor Lars Johan Brodtkorb (Norwegen) und dem besten Deutschen, Fabian Kirchhoff vom Dümmer. Für die OK-Jollen ist die Kieler Woche die Generalprobe für die Deutsche Meisterschaft im September auf dem gleichen Revier. Doch die Deutschen sind mit ihrem Besten, Oliver Gronholz (Segeberg), erst auf Rang fünf vertreten. Es führt der Brite Jim Hunt vor Thomas Hansson-Mild (Schweden) und Stefan Myralf (Dänemark). Ein Schüler aus dem Segelinternat in Kiel mischt im Vorderfeld der großen Flotte der Laser Radial mit. Nico Steenbuck ist bei seinem Heimspiel bestens ausgeschlafen, muss auf Platz neun aber die Stärke der internationalen Konkurrenz anerkennen, die mit Jamie Calder (Großbritannien), Hugo Svensson (Schweden) und Aami Ahvonen (Finnland) die Ränge eins bis drei belegt. Im Laser 4.7 scheint erneut alles perfekt für Julia Büsselberg zu laufen. Im vergangenen Jahr gewann sie vor Kiel die YES-Regatta und Kieler Woche, in diesem Jahr schloss sie mit einem weiteren YES-Sieg nahtlos daran an, und jetzt hat sie auch zur Kieler Woche wieder den Bug in der Laser-Nachwuchsklasse vorn – vor der internationalen Konkurrenz aus den Niederlanden (Emma Savelon) und Israel (Juli Baruch).

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

Am Sonntag werden die Regatten im ersten Teil der Kieler Woche ab 11 Uhr fortgesetzt.

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Ein Artikel von
Niklas Schomburg
Sportredaktion

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