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Bahnroulette vor dem Olympiahafen

Tageszusammenfassung, 24. Juni Bahnroulette vor dem Olympiahafen

Das Spiel des Tages hieß in Schilksee am Freitag Bahnroulette. Wegen einer Gewitterwarnung schickte die Wettfahrtleitung zunächst nur fünf Klassen auf die drei Innenbahnen, um im Fall der Fälle die Förde schnell räumen zu können.

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Max Kohlhoff verteidigte seine Führung durch zwei zweite Plätze.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Als das Unwetter ausblieb, nahmen die anderen Klassen ihren Platz ein und fuhren auch weiter hinaus. Nur die Laser Standard und 470er schafften keine Wettfahrt.

Während die Zweihandjollen den Tag komplett an Land verbrachten, versuchten die Laser Standard ihr Glück bei drehenden Leichtwindbedingungen, mussten aber erfolglos aufgeben. Der laue Wind am unteren Limit der segelbaren Bedingungen machte es auch den Seglern schwer, die Wettfahrten ins Ziel brachten. So wurden einige Klassements kräftig durcheinandergewürfelt – im Finn und Laser Radial blieb dagegen alles weitgehend beim Alten.

Hier finden Sie Fotos der Segelwettbewerbe am 24. Juni.

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„Wir sind dran an der Weltspitze, wenn auch noch nicht ganz vorn mit dabei“, sagte Finn-Segler Philipp Kasüske. „Hier sind zwei Segler dabei, die zu den Spielen fahren, und die liegen hinter uns.“ Vor dem gebürtigen Berliner liegt allerdings noch ein Kieler: Max Kohlhoff verteidigte seine Führung durch zwei zweite Plätze. Die deutschen Finns verpassten die Qualifikation für Rio, wollen in Richtung Tokio 2020 aber wieder richtig angreifen. Dafür ordnen sie dem Segeln alles unter. „Wir sind beide Vollzeitsegler, studieren nicht wie die anderen. Wenn man wirklich Erfolg haben will, muss man das so machen“, sagte Kohlhoff. „Wir machen das ja nicht zum Spaß. Also natürlich auch, aber es steckt jede Menge Arbeit und vor allem Geld dahinter.“ Kohlhoff scheint die Einstellung seines Bundestrainers David Howlett – selbst ehemaliger Finn-Segler – voll verinnerlicht zu haben, sieht das Segeln als Karrieremöglichkeit. „Ich will Profisegler werden“, lautet die klare Ansage. Dafür investiert der 23-Jährige viel, hat neben den Segeleinheiten ein hohes Pensum an Krafttraining. „Ich muss meine Masse halten, das ist in der Wettkampfphase manchmal schwierig, während der fünf Tage verliert man schon mal zwei bis drei Kilo“, erklärt er. Nur mit ausreichend Fitness und Gewicht ist der Weg in die Weltspitze möglich.

Von ganz anderer Konstitution ist Pauline Liebig, was natürlich nicht für die Fitness gilt. „Ich war schon immer Trainingsweltmeisterin“, sagte die Kieler Studentin, die auch nach Tag drei das Feld der Laser Radial anführt. „Es kommt jetzt langsam, dass ich auch im Wettkampf die Ruhe habe, um vorn zu segeln.“ Zwar erwischte sie in der ersten Tageswettfahrt die falsche Seite und wurde Achte, merzte diese Scharte mit einem Start-Ziel-Sieg im zweiten Rennen aber sofort wieder aus. Ist die 22-Jährige auf dem Weg in die Weltspitze? „Dafür fehlt es noch an der Konstanz“, erklärt sie.

Konstanz war auch das Stichwort für die 470er-Junioren. Nach einer zweitägigen Serie mit Top-Vier-Ergebnissen fuhren Malte Winkel/Matti Cipra gestern einen 17. und einen 10. Platz ein, fielen auf WM-Rang zwei zurück. Dass die beiden Kieler trotzdem nur einen Punkt Rückstand auf die führenden Keiju Okada/Naoya Kimura haben, liegt daran, dass die Japaner ebenfalls einen Streicher und die anderen Crews aus den Top Acht je ein zweistelliges Ergebnis einfuhren. Die besten deutschen Juniorinnen, Frederike Loewe und Anna Markfort, zeigten dagegen Kontinuität an der Spitze, liegen nun punktgleich mit den Drittplatzierten auf Rang vier. „Das Ziel ist das Treppchen, und wir sind auf einem guten Weg“, erklärte Markfort. „Das Feld ist sehr stark, die Medaillengewinner des letzten Jahres sind alle dabei, es ist vorne sehr eng.“ Für die beiden Studentinnen ist es die letzte Chance auf eine Junioren-WM-Medaille: Im nächsten Jahr werden sie bei den Großen segeln. „Der Sprung ist recht groß, aber unser Ziel ist Olympia 2020“, sagte Loewe.

Spätestens 2020, besser 2016 wollen Paul Kohlhoff und Carolina Werner zu den Spielen. Die internationale deutsche Meisterschaft im Zuge der Kieler Woche läuft für die beiden Kieler gut – hat allerdings bei nur fünf Konkurrenten kaum Aussagekraft. Nach neun Rennen stehen neun Siege zu Buche. Im 49er führen die Neuseeländer Peter Burling/Blair Tuke das Feld weiter an, auch wenn sie am Freitag keinen Tagessieg einfahren konnten. Beste Deutsche sind weiterhin Justus Schmidt und Max Boehme auf Rang vier, die Olympiateilnehmer Erik Heil und Thomas Plößel fielen auf Rang acht zurück. Bei den FX-Mädels konnten die Kieler Zwillinge Jule und Lotta Görge ihren ersten Tagessieg einfahren, liegen nun auf Rang zwei. Es führen unangefochten Tina Lutz und Susann Beucke (Chiemsee/Strande).

Hier finden Sie alle Ergebnisse des Tages.

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Ein Artikel von
Niklas Schomburg
Sportredaktion

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