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Sieben deutsche Siege am „Super Sunday“

Tageszusammenfassung, 26. Juni Sieben deutsche Siege am „Super Sunday“

Das Abschlusswochenende der Kieler Woche 2016 hatte es nochmal so richtig in sich: Nach einem schwierigen Sonnabend mit Regen und Gewitter sorgte ein sonniger und windiger „Super Sunday“ für einen spektakulären Abschluss.

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Machten sich mächtig lang und schnappten sich 2000 Euro Preisgeld für den zweiten Platz: die Kieler 49er-Segler Justus Schmidt und Max Boehme (li.).

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Große Überraschungen blieben bei den Medal Races in den olympischen und den letzten Wettfahrten der paralympischen Klassen aus, in denen es insgesamt sieben deutsche Gesamtsiege gab.

 Schon am Sonnabend sicherten sich die neuseeländischen Olympia-Topfavoriten Peter Burling und Blair Tuke den Titel im 49er. „Natürlich nutzen wir die Kieler Woche als Vorbereitung auf die Spiele, aber wir wollten hier auch gewinnen. Deshalb sind wir froh, dass wir bei diesen Bedingungen die Dreher und Böen gut getroffen haben“, sagte Vorschoter Tuke. Die Kieler Crews fuhren unterschiedliche Ergebnisse ein: Während sich Erik Heil und Thomas Plößel als Neunte noch nicht in Olympiaform präsentierten, holten ihre Sparringspartner Justus Schmidt und Max Boehme Silber. „Wir sind sehr glücklich über unsere Leistung, es ist absolut keine Schande, gegen Peter und Blair zu verlieren“, sagte Boehme, der mit seinem Skipper im Medal Race noch eine brenzlige Situation zu überstehen hatte.

Hier finden Sie Fotos der Segelwettbewerbe am 26. Juni.

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 Die Dänen Jonas Warrer und Christian Lübeck versuchten kurz vor der Ziellinie alles, um noch ein Boot zwischen sich und die Kieler zu bringen, nahmen den Gennaker herunter und blieben quasi stehen, um eine Protestsituation zu ihren Gunsten zu erreichen – die Jury entschied jedoch für Schmidt/Boehme, die in letzter Sekunde halsen konnten und so das Ziel sogar vor den Dänen erreichten. „Jonas ist ein Fuchs. Wir sind zwar gute Freunde, aber auf dem Wasser hat er ein Messer zwischen den Zähnen“, sagte Schmidt, und sein Vorschoter ergänzte: „Nach der Zieldurchfahrt waren wir schon ein bisschen stinkig, aber das gehört dazu, es war ja alles nach den Regeln. Für uns ist das auch eine gute Situation, um zu lernen.“ Ein echter Leckerbissen für die Zuschauer war es obendrein.

 Bei den 49erFX trösteten sich Tina Lutz und Susann Beucke (Chiemsee/Strande) mit ihrem Sieg ein wenig für das verpasste Rio-Ticket. „Unsere zweite Niederlage in einer Olympia-Qualifikation tat schon sehr weh – aber wir haben einfach eine Mordsgaudi an Bord und werden gemeinsam weitermachen“, erklärte Lutz. Spaß hatten auch die Kieler Paul Kohlhoff und Carolina Werner, die bis auf ein Rennen alle Wettfahrten im Nacra17 gewannen. „Das war ein doofer Fehler von mir: Ich bin kurz nach der letzten Wende ausgerutscht und komplett nach Lee durchgeschlittert – da sind wir dann umgekippt“, erklärte Steuermann Kohlhoff, der gestern seinen 21. Geburtstag feierte. Die Kieler gewannen als punktbeste Crew überhaupt zudem den Roosevelt-Pokal.


 Deutschlands größte Olympiahoffnung Philipp Buhl gewann im Laser zum vierten Mal auf der Förde, hatte dabei aber gerade zu Beginn Probleme. „Es war nicht ganz so leicht, wie ich selbst erwartet hatte“, erklärte der in Kiel lebende Sportsoldat. „Der Ungar war vor allem bei Leichtwind sehr schnell.“ Jonatan Vadnai brachte sich durch eine Fehlstart-Disqualifikation am Sonnabend jedoch selbst ins Hintertreffen. So war der Weg frei für Buhl, der die Kieler Woche als perfekte Generalprobe für Rio sah: „Das war ein tolles Training, mit Leichtwind und ein paar Nachwuchsseglern im Feld.“

 Im Finn präsentierten sich Max Kohlhoff und Phillip Kasüske, die die Olympia-Qualifikation verpasst hatten, stark. Kohlhoff wurde nach Gesamtführung zu Beginn zwar etwas durchgereicht, verwies als Dritter aber den estnischen Titelverteidiger und Olympiateilnehmer Deniss Karpak auf Rang vier. Der gebürtige Berliner Kasüske segelte sogar ganz nach vorn. „Ich bin in den ersten Tagen konservativ gesegelt, habe nicht zu viel riskiert und mir nicht viel zu Schulden kommen lassen. Das hat sich ausgezahlt“, erklärte Kasüske. „Im Medal Race konnte ich frei starten, obwohl Ivan Gaspic versucht hat, gegen mich Matchrace zu fahren. Max hat auch gegen ihn gekämpft – ich habe die beiden machen lassen und davon profitiert.“

 Auch in den paralympischen Klassen zeigten sich die deutschen Segler fit für die Spiele: Heiko Kröger gewann seinen neunten Kieler-Woche-Titel, die neue Crew um Lasse Klötzing (Berlin) dominierte das kleine Sonar-Feld vor Kiel.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

 Aus Schilksee berichten:

 Niklas Schomburg, Andreas Kling, Jens Kunkel, Ingolf Haake, Merle Schaack und Uwe Paesler (Fotos)

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