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DEB-Team besiegt Österreich - Endspiel gegen Lettland

Eishockey DEB-Team besiegt Österreich - Endspiel gegen Lettland

Deutschlands Eishockey-Nationalteam hat sein olympisches Österreich-Trauma mit einem klaren 6:0-Sieg überwunden und nun am Sonntag im Endspiel gegen Lettland die Chance auf das Comeback bei den Winterspielen.

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Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft besiegte Österreich klar mit 6:0.

Quelle: Stefan Diepold

Riga. Die mit sieben NHL-Stars gespickte Auswahl von Bundestrainer Marco Sturm gewann mit dem 6:0 (1:0, 2:0, 3:0) gegen Österreich auch das zweite Spiel der Olympia-Qualifikation in Riga. Bereits am Vortag hatte Deutschland Außenseiter Japan 5:0 bezwungen.

Die Olympia-T-Shirts sind schon gedruckt. "Es läuft alles nach Plan", sagte Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm nach dem Sieg gegen Österreich, das noch 2013 Deutschland das Ticket für Sotschi 2014 weggeschnappt hatte. Drei Jahre später kommt es nun zum Endspiel um die Olympia-Teilnahme 2018 im südkoreanischen Pyeongchang.

"Wir haben alle ein T-Shirt bekommen mit dem Aufdruck 'Harte Arbeit für Olympia'", verriet Patrick Reimer. Der Nürnberger, der zum 4:0 (43.) traf, warnte aber zugleich vor dem entscheidenden Match: "Das wird ein ganz heißer Tanz, genau wie wir es erwartet haben."

Der 33-Jährige ist einer von sieben Spielern aus dem aktuellen Kader, der schon exakt 1300 Tage vor dem Kantersieg gegen den Nachbarn bei der Schmach von Bietigheim-Bissingen dabei gewesen war. "Bietigheim ist jetzt ganz weit weg", sagte Reimer zum überwundenen Österreich-Trauma.

Auch die Torschützen Moritz Müller (38.) und Felix Schütz (55.) standen 2013 auf dem Eis, als die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) gegen Österreich erst in der Verlängerung gewonnen hatte, aber ein Sieg in regulärer Spielzeit nötig gewesen wäre. Diesmal reicht ein Sieg nach Verlängerung gegen die Letten, die Japan 3:1 schlugen.

Nun bekommt der diesmal ungleich stärkere und mit sieben NHL-Stars gespickte deutsche Kader die Chance auf das Olympia-Comeback. Auch am Freitag hatten die Profis aus Nordamerika großen Anteil am deutlichen Erfolg, auch wenn außer Edmontons Leon Draisaitl (58.) nur in Europa beschäftigte Spieler trafen. Den Torreigen hatten Kapitän Marcel Goc (15.) aus Mannheim und Kölns Patrick Hager (29.) eröffnet. Allerdings stand im überragenden Philipp Grubauer (Washington) auch ein NHL-Keeper im Tor, den zum zweiten Mal hintereinander kein Gegentor kassierte und sogar einen Penalty von Österreichs Kapitän Thomas Raffl (54.) parierte.

"Das ist alles egal. Das wichtigste Spiel kommt jetzt erst. Das ist wie ein Playoff-Spiel", meinte Grubauer. "Jetzt geht es um alles", sagte Schütz zum Showdown gegen die Gastgeber, die Österreich am Donnerstag mit 8:1 deklassiert hatten. Allerdings ist nach den beiden deutlichen Siegen und angesichts der Stärke des aktuellen Kaders das Selbstbewusstsein im deutschen Team riesengroß. "Ich glaube schon, dass wir besser sind", sagte Schütz zum Vergleich mit Lettland.

Am Freitag steigerte sich das deutsche Team nach nervösem Beginn kontinuierlich. Dem neben NHL-Verteidiger Christian Ehrhoff dienstältesten Nationalspieler war das erste Tor vorbehalten: Kapitän Goc verwertete einen von Yannic Seidenberg konsequent eroberten und von Marcus Kink toll vorgelegten Puck. 16 Jahre nach seinem ersten Auftritt im DEB-Trikot war es das 17. Tor im 103. Länderspiel des ehemaligen NHL-Profis und heutigen Spielers der Adler Mannheim.

Gegen das diesmal mit reichlich NHL-Erfahrung angetretene deutsche Team war Österreich anders als noch vor drei Jahren zunehmend nicht mehr in der Lage, für den ungeliebten Nachbarn den Spielverderber zu spielen. Die Kölner Hager und Müller sorgten im Mittelabschnitt für die Vorentscheidung. "Da war der Zahn gezogen", befand Müller.

dpa

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