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"Tatort" ist den Prüfern zu teuer
Tatort Kiel

Landesrechnunghof-Kritik "Tatort" ist den Prüfern zu teuer

Wenn Kommissar Borowski am 18. Juni den Mord an einer jungen Frau aufklärt, wird er dabei heftig durch eine Stadt im Rausch behindert: Denn im neuen Tatort ist wie im echten Leben Kieler Woche, und da geht's hoch her. Dafür bleibt Borowski diesmal von der Kritik des Landesrechnungshofes unbehelligt.

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Im neuen Tatort "Borowski und das Fest des Nordens" nach einer Vorlage von Henning Mankell schafft es der Kieler Kommissar (Axel Milberg, links) aus seiner brennenden Wohnung gerade noch auf die Straße. War es ein Anschlag?

Quelle: Christine Schröder

Kiel. Denn kommt der "Tatort" aus dem Norden, dann wird es teuer: statt 1,5 Millionen im Bundesschnitt kostet eine NDR-Folge durchschnittlich 1,7 Millionen Euro, hatten die Landesrechnungshöfe von Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen unisono kritisiert.  Allerdings hat allein der „Tatort: Der große Schmerz“ mit dem Hamburger Kommissar Nick Tschiller (Til Schweiger) und Star Helene Fischer mit 2,1 Millionen Euro Kosten den Schnitt schon ein Stück nach oben verschoben. Schweiger versteht die Kritik übrigens nicht: Ein Action-Film sei nun mal besonders aufwendig.

Iris Bents, stellvertretende NDR-Pressesprecherin, begründet die höheren Kosten im Norden damit, dass es beim „Premium-Produkt Tatort“ herausragende Besetzungen gebe – bei Buch, Regie und Schauspielern. Die Rechnungshöfe kontern: Andere Sender hätten auch bekannte Gesichter im "Tatort". Und die Regie- und Drehbuchhonorare würden nicht mal fünf Prozent der Gesamtkosten ausmachen.

Der NDR, so Bents weiter, lasse aber bewusst oft auf dem Land drehen, obwohl das mangels filmischer Infrastruktur teurer sei. Beispiel: der übernächste Borowski-Fall, bei dem es um einen alten Kieler Korruptionsskandal geht. Dafür wurde in Husum, Heiligenhafen, auf Amrum, Nordstrand, Pellworm und Fehmarn gedreht - und die  Tourismusbranche ist dafür ausgesprochen dankbar.
 Dem Landesrechnungshof in Schleswig-Holstein geht es aber nicht nur "um Wirtschaftspläne, die regelmäßig überschritten werden".  Er fordert vom NDR vor allem Kostentransparenz und dass die Kalkulationen der Produktionsfirmen besser geprüft werden. So gebe es bei  Einzelposten von bis zu 85000 Euro nur eine Plausibilitätsprüfung. Und  für die Sachbearbeitung sei seit Jahren derselbe NDR-Mitarbeiter zuständig. Für den NDR ist das ausreichend, weil der zuständige Redakteur ja alles gegenzeichnen müsse. Doch für den Landesrechnungshof ist das Verfahren „inhaltlich unzureichend, nicht ausreichend transparent und nicht hinreichend gegen Korruption gesichert“.

 Das alles muss Axel Milberg alias Klaus Borowski am Sonntag nicht jucken: Der Tatort „Borowski und das Fest des Nordens“ gehört nicht zu den neun "Tatort"-Folgen, die der Landesrechnungshof unter die Lupe nahm. 

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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