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Kieler „Tatort“ holt Prochnow ins Boot
Tatort Kiel

+++ Mit Video-Interview +++ Kieler „Tatort“ holt Prochnow ins Boot

Die ehemalige Technische Marineschule in Kiel-Wik, das „Kommissariat“ des Kieler „Tatorts“, hat derzeit einen Weltstar zu Gast: Jürgen Prochnow, der in der Rolle des KaLeu Petersen im Film „Das Boot“ berühmt wurde, wird in der nächsten Borowski-Folge seinen Widersacher spielen.

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Aktuelle Produktion des "Tatort Kiel" mit (von links) Produzent Johannes Pollmann, Axel Milberg, Thomas Kügel, Sibel Kekilli, Regisseur Raymond Ley und Jürgen Prochnow.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Am Donnerstag traf er zum ersten Mal auf Co-Star Sibel Kekilli alias Ermittlerin Sarah Brandt. Bei bestem Wetter wird auf dem Gelände in der Wik gebolzt, geradelt und geskatet. Die dort untergebrachten Flüchtlingskinder genießen die ersten Sonnenstrahlen und wuseln durch das Filmset des NDR, der dort eine neue Folge des Kieler „Tatorts“ dreht. Und so spielen die Flüchtlinge ganz selbstverständlich auch eine Rolle in dem Krimi, heißt es beim NDR.

In „Borowski und das verlorene Mädchen“ (Inhalt siehe unten) steht das erfolgreiche Ermittler-Duo Klaus Borowski (Axel Milberg) und Sarah Brandt (Sibel Kekilli) gemeinsam mit Jürgen Prochnow vor der Kamera, um zu ermitteln. Nur was genau eigentlich, Herr Milberg? „Er hat das Drehbuch noch gar nicht gelesen“, sagt Prochnow und lacht. Axel Milberg versucht es dennoch: „Was wir eigentlich sagen wollen, es ist diesmal besonders schwierig zu erklären, worum es geht.“ So viel ist klar: die Kieler Förde, Schiffsschrauben, eine nicht mehr ganz so attraktive Wasserleiche. Und eine 17-jährige Schülerin, die heimlich zum Islam konvertiert ist, gespielt von Nachwuchs-Schauspielerin Mala Emde.

"Ich werde gleich ganz böse zu ihr sein"

„Mir wurde das Drehbuch vorgelegt und ich hab’ sofort gedacht, dass das ganz spannend und vor allem hochaktuell ist“, erklärt Jürgen Prochnow sein Interesse für die Rolle im Kieler „Tatort“. Bereits vor Jahrzehnten verschlug es ihn für einen „Tatort“-Dreh in den Norden. Und an Laboe, daran kann sich der Weltstar noch gut erinnern. Vor 45 Jahren drehte er den Krimi „Jagdrevier“ mit „Das Boot“-Regisseur Wolfgang Petersen in Schleswig-Holstein – und auch in Kiel. „Wir schauten uns das C-Boot am Strand an, da war ich natürlich. Es gab nämlich kein erhaltenes Boot mehr, das wir später für den Dreh hätten nutzen können. Ansonsten habe ich leider keine großen Erinnerungen an Kiel.“

Aber die können ja noch kommen: Denn so viel Kiel war noch nie. Gedreht wurde aber nicht nur in der Wik, an der Pauluskirche und der Schwentinemündung, auch die Ricarda-Huch-Schule spielt eine besondere Rolle. „Dort ist auch meine Schwester zur Schule gegangen“, erzählt Milberg und verspricht „mehr“ Kiel in ganzen zwölf Drehtagen. „Ich habe dafür gekämpft, weil wir oft Etikettenschwindel betrieben und viel in Hamburg gedreht haben. Aber die Kieler sollen auch sagen dürfen: Ach, da waren die. Auch wenn wir uns bei den Fluchtfahrten künstlerische Freiheit erlauben.“

Seit 2003 ist Prochnow US-Bürger, den Unterschied zwischen dem amerikanischen und dem deutschen Drehalltag will er allerdings nicht allzu hoch hängen. „Drüben machen sie auch independent movies, da ist das ähnlich.“ Das Kieler „Tatort“-Team war sehr aufgeregt, als bekannt wurde, dass der 74-Jährige die Rolle von Kesting, dem Leiter der Staatsschutz-Abteilung, übernimmt. „Wir haben uns riesig gefreut, aber heute habe ich meine allererste Szene mit Herrn Prochnow zusammen, da bin ich schon ein wenig nervös“, verrät Sibel Kekilli. „Und ich werde gleich ganz böse zu ihr sein“, verrät Prochnow mit einem Augenzwinkern. Um diese Szene zu sehen, müssen die Zuschauer sich aber noch etwas gedulden: Erst 2017 wird dieser „Tatort“ ausgestrahlt.

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