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Borowski reif für die Insel
Tatort Kiel

Tatort Kiel Borowski reif für die Insel

Es dauert noch einige Wochen, bis am 25. Februar der neue, dann 31. Borowski-„Tatort“ im Ersten zu sehen sein wird. Doch schon am Montag hatte der NDR Medienvertreter zu Interviews mit den Hauptdarstellern Axel Milberg und Christiane Paul in Hamburg eingeladen.

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Borowski ermittelt mit neuer Partnerin

Axel Milberg erzählt über den neuen Tatort, in dem er Kommissar Klaus Borowski spielt.

Quelle: Christian Trutschel

Hamburg. Sein 31. Fall „Tatort: Borowski und das Land zwischen den Meeren“ führt den Kieler Kommissar Klaus Borowski (Axel Milberg) auf die nordfriesische Insel Suunholt. Auf der Karte wird man sie vergeblich suchen. Suunholt ist ein Ort der von Theodor Storms Sagenwelt inspirierten Phantasie der Drehbuchautoren (Peter Bender, Ben Braeunlich und Sven Bohse, der auch zum ersten Mal Regie bei einem „Tatort“ führt - andere Regie-Arbeiten Bohses sind „Ku‘damm 56“ und „Ostfriesenkiller“). Die Fantasy-Insel komponiert Fehmarner, Pellwormer und Amrumer Lokalkolorit mit Sagen-Elementen und dem Kunstbild eines Tornado-Rüssels von nordamerikanischen Ausmaßen.

Auf dieser geheimnisvollen Insel - Rungholts Totenglocken liegen in Hörweite, jedenfalls für die, die sie hören wollen - soll Borowski den Tod eines Mannes aufklären, der Jahre zuvor als Mitarbeiter des Kieler Bauamtes in einen Korruptionsskandal mit dem Rotlichtmilieu („Passion Palace“) verwickelt war. Die Blutspuren seines Verschwindens hatten auch seine Frau und die gemeinsame kleine Tochter glauben lassen, dass er tot sei. Doch in Wahrheit tauchte er auf Suunholt unter und verliebte sich in einer „Amour fou“ in Famke Oejen. „Emmy“-Preisträgerin (2016 verliehen für „Unterm Radar“, Elmar Fischer 2015) Christiane Paul spielt diese im Insel-Dorf nie ganz heimisch gewordene Femme fatale. Die Inselbewohner, die schon lange ihren Charakter zu kennen glauben, fühlen sich bestätigt, als Famke Oejen auch mit Borowski eine Nacht verbringt, die dem Zuschauer vor allem als zärtliche Szene zwischen Schutzsuchender und ihrem erwählten Beschützer vorgeführt wird.

„Borowski“ haben in den bereits 30 gesendeten „Tatort“-Folgen zahlreiche Regisseure zur schillernden Figur entwickelt - welche Facette steht denn diesmal im Vordergrund? „Nach der Kenntnisnahme des Drehbuchs, und nachdem ich den Film auf dem Hamburger Filmfest im Oktobber auf großer Leinwand gesehen habe, fällt mir auf, dass hier der Instinktmensch Borwoski erzählt wird“, sagte Axel Milberg am Montag gegenüber KN-online.

Der Tote habe ja eine Vorgeschichte in Kiel gehabt, die nacherzählt werde über seine Lebensgefährtin (Famke Oejen/Christiane Paul). Man habe damals das Auto gefunden, Blutspuren und gedacht, irgendwann werde die Leiche des Verschwundenen in einem Wald gefunden. „Borwoski hört lange und vielen Menschen zu, bevor ihm ganz am Ende klar wird, was geschehen ist. Das alles zeigt ihn klar als Instinktmenschen, und das gefällt mir. Das mag ich. Das ist etwas Norddeutsches, Borowski redet nicht viel, hört aber zu und bekommt viel mehr mit, als man denkt. Dadurch entsteht eine Spannung. Deshalb ist es auch etwas sehr Filmisches. Die Spannung bleibt erhalten, weil die Zuschauer dem Ermittler beim Sammeln von Informationen und beim Denken zusehen können, ohne dass dieser dem Publikum in jedem Moment klare Erkenntnisse präsentiert.“

Ein zweiter, ihm wichtiger Punkt sei, so Milberg im Interview in Hamburg: „Wir lernen hier Borowski als zärtlichen Menschen kennen. Als einen zärtlichen Mann, der niemals die Nähe zu einer Person missbrauchen würde - täte er es, fände ich es skandalös.“ Ihm sei es in Gesprächen mit Autoren und dem Regisseur wichtig gewesen zu klären: „Wie genau müssen wir an diesem Punkt sein. Ich möchte nicht, dass Borowski als ein Mann erscheint, der solche Situationen ausnutzt, weil er ein lonely Wolf ist. Lonely ist er ja auch nicht.“ Was ist er dann? „Wolf genügt: ein Wolf.“

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Ein Artikel von
Christian Trutschel
Lokalredaktion Kiel/SH

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