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In jedem Zimmer eine andere Welt

Arbeitskreis Fantasy In jedem Zimmer eine andere Welt

Sie sprechen von Orks und Imperatoren, Charakterbögen und Superkräften: Rollenspieler bauen sich ihre eigene Welt. Auch in Kiel haben die Freunde der Fantastik eine Community. Einmal pro Woche trifft sich der Arbeitskreis Fantasy (AKF) an der Chrisitian-Albrechts-Universität.

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Auch Liverollenspiel-Gruppen sind zur diesjährigen Unicon eingeladen. Sie holen die fiktiven Charaktere durch Kostüme in die Realität.

Quelle: Arbeitskreis Fantasy

Kiel. Und das seit knapp 30 Jahren. 1987 wurde der AKF als erste Fantasy-Hochschulgruppe Deutschlands gegründet. Am Wochenende veranstaltet er zum 41. Mal die Unicon, eine Art Fachmesse für Rollenspiel und Fantasy. Grund genug, die Gruppe einmal zu besuchen.

Am vergangenen Mittwochabend trudeln die Mitglieder langsam ein in das Uni-Gebäude am Wilhelm-Seelig-Platz 3. Vollzählig sind sie heute nicht. „Viele sind gerade in Wacken“, sagt David Möller, Vorstandsmitglied des AKF. Das Heavy-Metal-Festival macht dem Arbeitskreis Konkurrenz. Wer sich für Rollenspiel interessiert, hört in der Regel auch gern Rockmusik. Die Rollenspieler sind schon eine eigene Szene. Auch hier im Arbeitskreis fallen schwarze T-Shirts mit Band-Tourdaten und lange Haare auf. „Ich habe noch nie einen Rollenspieler getroffen, den ich nicht mochte“, sagt Möller zum Zusammenhalt der Community. Er besuchte schon als Schüler die Veranstaltungen des Arbeitskreises. Als Student ist er jetzt seit drei Jahren mit dabei. Sein Anspruch? „Alles, was sich mit Fantastik beschäftigt, versuchen wir hier unterzubringen, auch wenn die Spielsysteme manchmal klingen wie Aprilscherze.“

 Die thematische Bandbreite reicht von Fantasy über Science Fiction bis hin zu historischen Szenarien. Bei Live-Rollenspielen schlüpfen die Teilnehmer sogar in passende Kostüme, um ihre Figuren in der Wirklichkeit zu verkörpern. Der AKF konzentriert sich bei seinen Treffen auf sogenannte Pen-and-Paper-Spiele. Papier und Stift dienen hier als Transportmittel in fremde Welten: Die Mitspieler schreiben die Eigenschaften ihrer Figuren auf Charakterblätter und machen sich Notizen zum Spielverlauf. Die Geschichten, die der Spielleiter erzählt, basieren in der Regel auf Büchern. „Wer hat denn noch nie davon geträumt, in die Welt des Lieblingsbuches einzutauchen und die Geschichte weiterzuspinnen?”, fragt Lena Feuering. Die Archäologiestudentin ist erst seit diesem Jahr im Arbeitskreis. Sie ist eine der wenigen Frauen, die sich für Rollenspiel interessieren. Unter den etwa 30 Mitgliedern des AKF sind gerade einmal drei Studentinnen. Eingeschüchtert ist sie trotzdem nicht: „Können wir jetzt endlich mal anfangen? Ich bin für World of Darkness, da habe ich mir Gedanken zu meinem Charakter gemacht.“ David Möller notiert weitere Spielvorschläge an der Tafel, dann teilen sich die Studierenden auf einzelne Räume auf – in jedem Zimmer eine andere Welt.

 FH-Student Alexander Hartmann schaut bei jeder Gruppe einmal vorbei. Er ist Mitorganisator der Unicon-Messe und verteilt deshalb Plakate. Auf dem Programm der Messe steht unter anderem das größte Tabletop-Turnier Norddeutschlands. Table-Top ist eine Art Brettspiel mit aufwendig gestalteten Figuren. Auch geplant ist ein Live-Hörspiel mit dem Hamburger Autoren Marco Ansing, bei dem die Besucher selbst mitmachen können. Der AKF rechnet mit etwa 400 Besuchern pro Tag aus ganz Deutschland. Als Alexander Hartmann seine Poster verteilt hat, setzt er sich zu einer Gruppe. „Marvel“ heißt das fiktive Superheldenspiel, dem sich die Studierenden für die nächsten Stunden hingeben werden. Jeder Mitspieler kreiert sich einen Charakter. Dessen Eigenschaften werden erwürfelt. Da ist von gasförmigen Helden, Superkräften und Wissenschaftsskills die Rede. Ist die Rolle fertig gebaut, geht es ins Spiel: Die Gruppe knüpft an eine Geschichte an, die sie schon das letzte Mal begonnen hat. Jeder kann einwerfen, was ihn interessiert, seinen Charakter handeln lassen und weiterentwickeln. Von außen ist das Schauspiel jetzt nur noch schwer zu durchschauen. Vielleicht nützt ja ein bisschen Nachhilfe auf der Messe...

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