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Absolventen geben gute Noten

Befragungen an der FH Kiel Absolventen geben gute Noten

Die Fachhochschule (FH) Kiel steht bei ihren Studienabsolventen hoch im Kurs. Die allermeisten waren mit ihrem Studium zufrieden und würden dort erneut studieren. Das ergaben Befragungen der Absolventenjahrgänge 2010 bis 2012 eineinhalb Jahre nach Abschluss ihres Studiums durch das Bildungsforschungsinstitut INCHER an der Universität Kassel.

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Die Fachhochschule erlebt beim Semsterstart wie hier im April 2014 großen Zulauf. Spielerisch lernten Studierende bei Team-Aktionen wie dem Bau einer Pipeline, gemeinsam ein Projekt zu beenden.

Quelle: vr: Volker Rebehn

Kiel. Nach dem Start im Jahr 2007 haben sich in diesem Jahr bundesweit 65 Hochschulen an dem Kooperationsprojekt Absolventenstudien (KOAB) beteiligt. Befragt wurden insgesamt 119000 Studierende unter anderem nach Studienverlauf, Qualität und Praxisnähe des Studiums, Übergang zwischen Bachelor-und Masterstudium, Beschäftigungssuche, Berufseinstieg und -verlauf sowie Qualität der Beschäftigung.

 Mehr Zufriedenheit geht eigentlich nicht. Die jeweils über 50 Prozent der drei FH-Absolventenjahrgänge, die die Fragebögen anonym beantwortet haben, stellen der Hochschule durchweg gute Noten aus. Zeigten sich die Studierenden im Jahr 2010 zu 21 Prozent „sehr zufrieden“ und zu 51 Prozent zufrieden, waren lediglich sechs Prozent „unzufrieden“. 2012 stieg die Zufriedenheit auf insgesamt 76 Prozent, die Unzufriedenheit ging auf fünf Prozent zurück. 77 beziehungsweise 78 Prozent würden erneut an der FH Kiel studieren. Auch das ergaben die Befragungen: 89 (2010) beziehungsweise 91 Prozent (2012) fanden innerhalb eines halben Jahres Arbeit, drei Viertel schon nach drei Monaten. Ungefähr 90 Prozent bewerteten den Arbeitsplatz der Ausbildung angemessen.

 „Die Ergebnisse aus der Befragung sind für uns eine wichtige Beurteilungsgrundlage“, sagt Professor Wolfgang Huhn. Der Vizepräsident der Fachhochschule Kiel räumt aber ein, dass die Daten relativ alt seien. Um schneller auf die Qualitätsentwicklung der Hochschulausbildung reagieren zu können, nutzt die Hochschule daher zusätzlich eigene Instrumente zur Qualitätsverbesserung. Dabei wird zunächst beobachtet, ob die Studierenden die notwendigen Credit Points (Leistungspunkte) pro Semester erreichen. Das Ergebnis: Ungefähr 15 Prozent der Studierenden schaffen 80 bis 100 Prozent der Maximalpunktzahl, fünf Prozent machen keine oder nur wenige Punkte, der Rest liegt im mittleren Bereich. Liegen die Ergebnisse am Ende des zweiten Semesters unter 60 Prozent, sei die Wahrscheinlichkeit groß, so Wolfgang Huhn, dass ein Studium verlängert oder abgebrochen werde.

 Darüber hinaus hat die FH ein Verfahren entwickelt, die jeweiligen Semester als Gruppe (Kohorte) individuell zu verfolgen. Geschaut wird unter anderem, wo Hürden auftreten, wann Abbruchzahlen steigen oder wo es Langzeitstudierende gibt. „Mit diesen Daten sind wir dichter am Prozess und können schnell auf Entwicklungen reagieren. Das ist das EKG der FH“, sagt der Vizepräsident. Führe man die „trägen Daten“ der KOAB-Befragung und die „flinken Daten“ der FH zusammen, ergebe sich, so Huhn weiter, ein adäquates Gesamtdatenbild.

 Die KOAB-Befragung ergab aber auch, dass sich die Studienzeiten im Dreijahresvergleich an der FH mit ihren mehr als 6000 Studierenden verlängert haben. Schafften 2010 noch 47 Prozent den Abschluss in der Regelstudienzeit, waren es 2011 noch 42 Prozent, 2012 aber nur noch 39 Prozent. „Auch dieses Ergebnis ist eine Aufforderung zu sehen, wo Konsequenzen gezogen und ob Prozesse in einzelnen Fachbereichen optimiert werden können“, sagt Wolfgang Huhn. Für den Vizepräsident verbergen sich hinter dem „Schwund“ mit Blick auf unzählige Bildungsbiografien auch Abbrüche, die nicht verloren seien. Diese Menschen landeten oft erfolgreich in ganz anderen Berufen.

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