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Anwesenheitspflicht für Studierende

Udo Beer Anwesenheitspflicht für Studierende

Die Wiedereinführung der Anwesenheitspflicht bei Lehrveranstaltungen hat der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz gefordert. Er kritisiert die aktuelle Regelung: Wenn in den Seminaren niemand anwesend sei, müssten die Studierenden über ihren Wissensstand geprüft werden, sagte Fachhochschul-Präsident Udo Beer.

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FH-Präsident Prof. Udo Beer (59) kritisiert die Abschaffung der Anwesenheitspflicht von Studierenden.

Quelle: Volker Rebehn

Schleswig-Holstein. Dies habe zu einer deutlich höheren Zahl an Prüfungen geführt.

Ende vergangenen Jahres hatten SPD, Grüne und SSW mit ihrer Hochschulreform den Wegfall der Präsenzpflicht für Studierende an Universitäten und Fachhochschulen beschlossen. Für moderne Lehrkonzepte sei das Recht zum Fehlen aber problematisch, sagte Beer. „Uns kommt es darauf an, dass die Studierenden etwas sehen und begreifen.“ Dann müsse dieses Wissen auch nicht in Klausuren abgefragt werden. Der Wegfall der Präsenzpflicht sei kontraproduktiv.

 Beer hält auch andere Normen der Hochschulreform wie beispielsweise den mit ihr eingeführten großen Senat für überprüfungswürdig. „Unsere Studierenden haben bei der letzten Gremienwahl nur acht von 16 ihnen zustehenden Plätzen für den großen Senat besetzt“, sagte Beer. „Was der Gesetzgeber sich in diesem Bereich vorgestellt hat, geht an der Hochschulwirklichkeit vorbei.“ Laut Wissenschaftsministerin Kristin Alheit (SPD) sollte die Reform auch die Stellung der Studierenden an den Hochschulen stärken.

 Die Ressortchefin erhält von der Landesrektorenkonferenz gute Noten. „Sie war in den vergangenen 20 Jahren die einzige Ministerin, die für eine Erhöhung der Grundhaushalte der Universitäten und Fachhochschulen gesorgt hat“, sagte Beer. Für die Zeit nach 2020 haben die Hochschulen im Land 55 Millionen Euro mehr zur Verfügung. „Insofern können wir wenig Schlechtes über sie berichten.“

 Der Betreuungsgrad an den Fachhochschulen müsse dringend verbessert werden, sagte Beer. Nach der letzten Erhebung liege der Norden mit 34 Studierenden pro Professor auf dem letzten Platz aller Bundesländer. Notwendig sei wenigstens eine Steigerung auf gut 25 Studierende je Professor, was dem Bundesschnitt entsprechen würde.

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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