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Papierflieger und Professoren

Darwintag der CAU Papierflieger und Professoren

Was ist das sogenannte „Quorum quenching“ und seit wann sind Schwämme eigentlich Tiere statt praktischer Haushaltshilfen? Schüler, die sich diese Fragen stellten, bekamen am Darwintag der Christian-Albrechts-Universität (CAU) auf diese und viele weitere Fragen eine Antwort.

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Das Audimax der Christian-Albrechts-Universität war am Freitag gut besucht.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Erstmals wurde der Darwintag 2009 aus Anlass des 200. Geburtstages des britischen Evolutionstheoretikers ausgerichtet. Am Freitag hatte das Zoologische Museum der Universität interessierte Personen und Schulklassen der Sekundarstufe II eingeladen, an Vorträgen zum Thema „Unsere geheimnisvollen Mitbewohner – die Evolution der Mikrobiotika im Tierreich“ teilzunehmen.

 Nach einer Einführung in das Thema durch Prof. Hinrich Schulenburg vom Zoologischen Institut, ging es in fünf Vorträgen unter anderem um darmlose Meereswürmer und Meeresschwämme als Pioniere der Evolution. Das Audimax war mit rund 1200 Besuchern komplett besetzt, einige Zuhörer saßen auf den Stufen.

 Der diesjährige Gastbeitrag kam aus Bremen: Prof. Nicole Dublier vom Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie hielt einen Vortrag über darmlose Meereswürmer und Bakterien. Wie freiwillig die Schüler an dem Darwintag teilnahmen und wie viel sie von den Vorträgen mitnahmen, schien neben dem Eigeninteresse der Schüler auch von den Schulen abzuhängen. Denn die gingen sehr unterschiedlich mit dem Angebot des Zoologischen Museums um. Für einige Schüler war die Teilnahme an dem Darwintag Pflichtprogramm, anderen war es freigestellt. Sönke Rühmann und Simon Uverien, Schüler des Katharineum zu Lübeck, gaben zu, kein wirkliches Interesse an der Biologie zu haben. Sie wussten im Vorfeld auch nicht so recht, worum es in den Vorträgen gehen würde – nur „dass wir hier sein müssen“. Einen anderen Eindruck machten die Schüler aus Lütjenburg: „Unsere Lehrer hatten uns über das Thema des diesjährigen Darwintags informiert, und wir durften entscheiden, ob wir teilnehmen möchten oder nicht“, erzählte Vivien Wessel, die im Anschluss an eine Klausur nach Kiel gekommen war. Ihrer Abitur-Prüfung in Biologie werden die Vorträge jedoch nicht helfen: „Dafür sind die Vorträge zu sehr auf Einzelaspekte spezialisiert, verstehen tut man es aber schon“, sagte Wessel. Jedenfalls weiß sie nun, dass Bakterien mit dem sogenannten „Quorum quenching“ die Kommunikation der Zellen unterbinden.

 Schüler der Kieler Gelehrtenschule kamen mit ihrer Biologie-Lehrerin zu den Vorträgen. „Wir haben unseren Bio-Unterricht quasi hierher verlegt“, erzählte die 18-jährige Zahira Essawoni, „wir wissen eigentlich nur, dass es um Biologie geht. Ich hoffe es wird nicht langweilig.“ Auch Kathrin Busse kam von der Gelehrtenschule: „Biologie mal anders – vielleicht wird es ja interessant.“

 Und so kam es, dass einige im Publikum Papierflieger bastelten, während andere an den Lippen der renommierten Wissenschaftler hingen.

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