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Uni Kiel Willkommensgruß zahlt sich aus
Uni Kiel Willkommensgruß zahlt sich aus
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08:08 29.01.2018
Erstsemester können ihren Antrag aufs Begrüßungsgeld bis zum 3. November direkt auf dem Campus der Uni stellen. Quelle: Frank Peter
Kiel

Dass die Neuen an der Uni sich bis zum 3. November direkt auf dem Campus in der „Studiale“ anmelden können, ist ein weiterer Anreiz, um die Auszahlung des Geldes zu erleichtern. Die Landeshauptstadt gehört zu 54 Hochschulstädten, die Neubürgern so den Start ins Studium versüßen. Ein Willkommengruß, der sich für sie kräftig auszahlt

Für Kiels Kämmerer Wolfgang Röttgers ist das 2004 eingeführte Begrüßungsgeld (damals noch 150 Euro nur an Studierende) eine Erfolgsgeschichte: Auch wenn die Gesamtausgaben sich auf etwa 300000 Euro im Jahr belaufen, liegen die Einnahmen so deutlich darüber, dass das Land das Instrument mittlerweile als Konsolidierungsmaßnahme anerkennt: Etwa 3000 junge Menschen, meist Studienanfänger, ließen sich den Bonus in 2016 auszahlen. Da die Stadt etwa 1000 Euro an Zuwendungen aus dem Finanzausgleich pro Einwohner im Jahr erhält, kamen so etwa drei Millionen Euro in die klamme Stadtkasse. „Wir wollen junge Menschen motivieren, in Kiel zu studieren oder sich ausbilden zu lassen“, umschreibt Röttgers diese Art der Werbung, die aber auch ein Anreiz ist, sich rechtmäßig zu verhalten: Denn mit der Ummeldung nehmen es viele Studierende nicht so genau, obwohl sie gesetzlich vorgeschrieben ist. Dazu kommt, dass seit 2011 auch Studenten in Kiel Zweitwohnungssteuer zahlen müssten, wenn sie bei ihren Eltern gemeldet bleiben. Der Allgemeine Studierenden-Ausschuss (Asta) rät den Neuankömmlingen daher, sich möglichst schnell in Kiel mit Hauptwohnsitz anzumelden.

Mit 100 Euro Umzugshilfe in der Tasche fällt das leichter. Für die angehende Geografie-Studentin Anne Leiffels (19) aus Bottrop ist die Summe „ein zusätzlicher Anreiz, sich für die Stadt zu entscheiden“. Auch Lehramtsstudent Lars (20) aus Sievershütten findet das Präsent „super“. „Vielleicht kaufe ich meiner WG zuerst eine Kiste Bier.“ Es sei eine Erleichterung für den Studienstart, wegen der Kosten wie Kaution und Miete, meint Slyman Askoor aus Syrien: Der 28-Jährige wechselt von Hamburg, wo er Wirtschaftschemie studierte, nach Kiel. Hamburg zählt zu den heiß begehrten Unistädten, die kein Begrüßungsgeld zahlen. Anders dagegen sieht es in kleinen Städten wie Schmalkalden in Thüringen aus, wo es insgesamt 376 Euro an Begrüßungsgeld für Ingenieur-Fachhochschüler gibt. Die kleine Schwarzwald-Gemeinde Gütenbach hat noch nicht einmal 1200 Einwohner, ist aber bundesweiter Spitzenreiter beim Begrüßungsgeld: Sie zahlt Studenten einmalig 500 Euro, wenn sie sich mit Hauptwohnsitz dort registrieren lassen.

Als neue Bürger sind Studierende hochwillkommen – nicht nur wegen der Verjüngung. In Kiel haben seit 2004 bis jetzt etwa 25000 Frauen und Männer Begrüßungsgeld bezogen und damit dazu beigetragen, die Bevölkerungszahl auf fast 250000 ansteigen zu lassen. Wie viele nur wegen des Geldes „echte Kieler“ geworden sind, bleibt offen. Laut Bürger- und Ordnungsamt stellen mehr als ein Drittel aller Studienanfänger einen Antrag, deutlich mehr als in der Vergangenheit. Trotzdem: Es könnten noch mehr sein, wie Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer feststellte: „Es gibt noch ein paar Tausend Berechtigte, die sich gar nicht oder zu spät melden.“ Die Auszahlung war bisher an Fristen und persönliche Antragstellung mitsamt erforderlichen Dokumenten im Rathaus, Fleethörn 9, oder im Verwaltungszentrum Saarbrückenstraße 147 geknüpft. Der neue Service, sich auf dem Campus anmelden zu können und das Geld bei der „Studiale“ der Förde Sparkasse aufs Konto überweisen zu lassen, soll die Anmeldezahlen weiter ankurbeln.

Von Martina Drexler und Marco Nehmer

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