15 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Mit zwei Rotoren ins Rennen

FH Kiel Mit zwei Rotoren ins Rennen

Das studentische Projektteam „Baltic Thunder“ des Fachbereichs Maschinenwesen der FH Kiel betritt Neuland. Beim 9. internationalen Wettbewerb „Racing Aeolus“ im niederländischen Den Helder vom 18. bis 20. August starten die Kieler erstmals mit dem „Baltic Twin Thunder".

Voriger Artikel
In jedem Zimmer eine andere Welt
Nächster Artikel
Kieler Universität erwartet 6000 Erstsemester

Das Team tritt mit einem neuen Auto, dem „Baltic Twin Thunder“(li.), und dem alten „Baltic Thunder“ an (von li.): Eike Knöfler, Steffen Frenz, Kristina Gense, Bennet Rohwer, Johannes Höche, Erik Schelm, Jan Henrik Weychardt und Jan Boysen.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Das ist ein „Windauto“ mit zwei Rotoren, ins Rennen. Konzept-, Konstruktions- und Bauzeit haben fünf Jahre gedauert. Das Ziel der Kieler ist ehrgeizig: Sie wollen diesmal das Gegen-den-Wind-Rennen gewinnen.

Erfolgreich war der Rennstall eigentlich schon immer – sieht man einmal von den ersten beiden Jahren ab. Beim Wettbewerbsstart 2008 und 2009 experimentierte das Team noch mit einem elektrischen Triebstrang. Da diese Autos aber nicht so richtig in Fahrt kamen, entschied man sich 2010 für einen rein mechanischen Antriebsstrang. Der Erfolg stellte sich prompt ein. Die Kieler gewannen bei dem Gegen-den-Wind-Rennen auf dem Nordseedeich die „Vizeweltmeisterschaft“. Dabei wurde nach einer kurzen Beschleunigung eine 500 Meter lange Rennstrecke durchfahren – gewertet wurde das durchschnittliche Verhältnis von Fahrt- und Windgeschwindigkeit in Prozent. Das Kieler Auto kam damals auf 30 Prozent. Zwei Jahre später erreichte das verbesserte Auto mit einem Quotienten von über 60 Prozent aber nur noch Platz drei.

 „Wir waren zwar immer vorne mit dabei. Die Konkurrenz wurde aber immer stärker“, sagt Prof. Jan Henrik Weychardt, der das Baltic-Thunder-Team zusammen mit Prof. Alois Schaffarczyk unterstützt. Die Zeit sei daher reif für ein neues Windauto gewesen. Die Basis dafür wurde bereits 2012 gelegt, als Weychardt erste Handskizzen für ein Fahrzeug mit zwei Rotoren zeichnete. Diese sollten nicht hinten, sondern vorne, noch vor der zweirädrigen Vorderachse, stehen. Gelenkt werden sollte das Fahrzeug über ein Rad am Heck. Nach langer Konzept- und Konstruktionsphase wurde das Projekt vor gut neun Monaten tatsächlich gestartet – mit „tollen Ideen der Studierenden“, so Weychardt.

 Bei dem neuen Windauto hat das Team alle technischen Vorgaben ausgereizt. Dank der beiden Rotoren konnte die maximale Rotorfläche (Höhe 3,50 Meter) von vier Quadratmetern nahezu komplett genutzt werden. Bei vier Metern Länge und zwei Metern Breite wiegt der „Baltic Twin Thunder“ nur ungefähr 150 Kilos. Das Gewicht des Fahrers kommt dazu. In unzähligen Stunden haben die studentischen Teams die einzelnen Baugruppen für das Fahrzeug in der FH-Maschinenhalle zusammengebaut. Viele Rohteile wurden vorher bei Sponsoren gefertigt. Klar, dass in den Tagen vor dem Rennen etliche Nachtschichten eingeschoben worden sind. „Bis zum Rennen soll das Auto 100-prozentig fit sein“, sagt Teamleiter Erik Schelm. Am kommenden Dienstag startet ein achtköpfiges FH-Rennteam Richtung Den Helder.

 Ziel sei es diesmal, nicht nur ganz oben auf dem Siegertreppchen zu stehen, sondern auch „die 100 Prozent zu knacken“, sagt Schelm. Kein leichtes Vorhaben: 2014 hat eine Privat-Hochschule aus dem kanadischen Québec den Weltrekord mit 96,9 Prozent aufgestellt. Doch Schelm glaubt an das Kieler Auto: „Wenn alle Berechnungen stimmen und alles funktioniert, sind die 100 Prozent drin.“ Die Daumen drücken auch alle Projekt-Partner. Vielleicht stehen die Studierenden in Den Helder ja sogar doppelt auf dem Treppchen. Die Kieler gehen auch mit dem alten Auto an den Start.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
16. Oktober 2017 - Denise Klein in Der Hörsaal

Auch für Studierende der CAU und der MU interessant: Die 17. Interdisziplinären Wochen (IDW) an der FH Kiel, die in der Zeit vom 6. bis zum 17. November 2017 stattfinden.

mehr
Mehr aus Uni Kiel 2/3