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Auf eigenen Wegen nach Japan

Free Mover Philipp Hühn Auf eigenen Wegen nach Japan

Philipp Hühn studierte an der Fachhochschule Kiel Technologiemanagement und -marketing. Für zwei Semester auch in Japan. Ein Wechsel außerhalb der Hochschulpartner – damit ist er ein sogenannter „Free Mover“. Nun will er anderen Studierenden Mut machen, ebenfalls abseits der klassischen Wege eine Ausbildung zu absolvieren.

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Philipp Hühn studierte an der FH Kiel Technologiemanagement und -marketing und legte zwei Auslandssemester in Japan ein. Bei einem Praktikum in einer privaten Firma forschte er über Wasserkraft (Foto) – daraus entstand seine Abschlussarbeit.

Quelle: privat

Kiel. Manche mögen den 23-Jährigen, der vor Kurzem seine Bachelor-Urkunde in Kiel abgeholt hat, für einen Überflieger halten. Er selbst sieht das ganz anders. Er habe einfach nur früh gewusst, dass ihn Japan reize. So lernte er schon als Schüler Japanisch. Und suchte bereits als Erstsemester einen Weg, um sein Technologiemanagement und -marketingstudium mit einem Aufenthalt in Japan zu verbinden. Eine gute Idee auch nach Einschätzung von Christine Boudin, der Leiterin des International Office der FH Kiel. Die Fachhochschule unterstütze solche Pläne von Studierenden, die auf eigene Initiative eine Hochschule im Ausland besuchen wollen, die keine Partnerhochschule ist.

 Der Haken: Diese Studierenden müssen viel Engagement und Eigenverantwortung mitbringen. So geht es nicht nur darum, Sprachnachweise zu erbringen und sich um Auslandsbafög oder Stipendien zu kümmern. Es geht auch darum, mit der eigenen Alma Mater ein „Learning Agreement“ auszuarbeiten und zu unterzeichnen. Das ist notwendig für die Anerkennung der Studienleistungen im Ausland. Es wird zwischen dem Auslandsbeauftragten des eigenen Fachbereichs und der Auslandshochschule ausgehandelt.

 Philipp Hühn hatte sich ein internationales Programm an der Universität Tokio herausgesucht, dessen technische Module tatsächlich von der FH Kiel anerkannt wurden. Der Unterricht war teilweise in Englisch, aber ohne Japanischkenntnisse nicht zu schaffen. Hühn sagt: „Man lernt im Land sehr viel und sehr schnell.“ Leicht gesagt. Außerdem kommt eine gänzlich andere Kultur dazu – Europäer waren an der Uni in Tokio eine Seltenheit.

 Hühn hatte schon in Kiel versucht, einen Praktikumsplatz bei einem Energieunternehmens in Japan zu bekommen, am liebsten im Bereich Geothermie. Ohne Erfolg. Erst durch die Vermittlung eines Professors konnte Hühn in einem kleinen privaten Unternehmen (Okayama Electric Facilities) im Bereich der Wasserkraft arbeiten und dort seine Bachelor-Thesis schreiben. Dies bedeutete ein weiteres Semester, ein neues Visum, einen Umzug – und viele neue Erkenntnisse, wie der 23-Jährige sagt.

 Seine Abschlussarbeit über ein Wasserkraftprojekt bei dieser Firma schrieb er auf Deutsch, eingereicht wurde sie in Kiel. Danach übersetzte er sie ins Englische, ursprünglich sollte sie sogar auf Japanisch erscheinen. Der Hintergrund: Der 23-Jährige will ab Herbst einen deutsch-japanischen Doppelmaster anschließen, bei dem er mit dieser Arbeit eine gute Grundlage hätte. Auch dafür sind neue Sprachprüfungen, die Suche nach einem Stipendium und viel Einsatz notwendig.

 Warum diese Mühen? Philipp Hühn spricht von einer Chance: Er habe es genossen, seinen Traum von Japan leben zu können. Sicher, man müsse früh wissen, was man wolle. Aber dies sei die Sache wert. Das Geschenk dafür sei eine absolute Bereicherung durch die Erfahrungen im Ausland, der Einblick in mehrere Kulturen – und natürlich auch die Hoffnung, dass dies in einem anschließenden Job auch entsprechend gewürdigt wird.

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