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Hilfe für die erste Studien-Generation

Initiative Arbeiterkind Hilfe für die erste Studien-Generation

Lehre oder Studium? Hat bisher in der eigenen Familie noch keiner studiert, wagen junge Menschen nur selten den Sprung an die Hochschulen. Diesen Studierenden der „ersten Generation“ den Weg zu erleichtern, hat sich eine 2008 gegründete gemeinnützige Initiative namens Arbeiterkind auf die Fahnen geschrieben.

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CAU-Vizepräsidentin Anja Pistor-Hatam (links), Leiterin Kristin Brüggemann und Wissenschaftsstaatssekretär Rolf Fischer eröffneten das Arbeiterkind-Büro im März.

Quelle: Katja Schweckendiek

Kiel. In Schleswig-Holstein ist sie nach Einschätzung des Wissenschaftsministeriums mit rund 200 ehrenamtlichen Mitarbeitern im Land auf der Erfolgsspur.

 Ob ein Kind später studiert oder nicht, darüber entscheidet in Deutschland immer noch der Bildungsstand der Eltern. Während sich 77 von 100 Akademikerkindern laut aktueller Sozialstudie des Studentenwerks an Hochschulen einschreiben, sind es lediglich 23 aus Nichtakademiker-Familien. Wer in einer Akademikerfamilie aufwächst, hat es zumindest am Anfang eines Studiums oft ein wenig leichter. Denn die Eltern zweifeln in der Regel nicht am Sinn eines Studiums – im Gegenteil, sie erwarten es eher von ihren Sprösslingen.

 Haben die Eltern dagegen einen Hauptschulabschluss oder Mittlere Reife, reagieren sie oft verständnislos, wenn ihr Kind eine Akademikerlaufbahn einschlagen will. So fragte die Familie von Kristin Brüggemann „Willst Du etwa Bundeskanzlerin werden?“, als sie studieren wollte. Die Schwierigkeiten, sich als Erste in der Familie für ein Studium zu entscheiden, kennt sie daher aus eigener Erfahrung. Heute ist sie Leiterin des im März eröffneten Arbeiterkind-Büros an der Kieler Uni, das als Koordinierungsstelle für die vier Arbeiterkind-Gruppen in Kiel, Lübeck, Heide und Flensburg fungiert. Deshalb überrascht es sie nicht, dass die meisten Ratsuchenden sich vor allem nach Studienfinanzierung erkundigen. Denn Nichtakademiker-Kinder sind deutlich häufiger auf Bafög und Zusatz-Jobs angewiesen als Akademiker-Kinder.

 Das Büro komme gut an, sagt Brüggemann: „Es bewerben sich aber leider immer noch viel zu wenige Studierende der ersten Generation auf Stipendien.“ Dabei seien Stipendien nicht nur für Einserkandidaten bestimmt, sondern auch für diejenigen, die sich sozial engagierten. Manchmal fehle es einfach an Informationen. In Kiel kümmern sich rund 20 ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen darum, in Schulen, bei Stammtischen und Messen über die Möglichkeiten zu informieren, wie Hürden beim Uni-Start – von der Fächerwahl bis zur Studienorganisation – genommen werden könnten.

 Die Kieler Anlaufstelle fand neue Förderer: Nach den neun staatlichen Hochschulen im Land kam jetzt auch die Lübecker Possehl-Stiftung dazu. Das Wissenschaftsministerium bewilligte dem Büro nach der Pilotphase weitere 46000 Euro. Die Initiative habe „auf bemerkenswerte Weise selbst Karriere gemacht und dabei viele Laufbahnen gefördert,“ findet Wissenschaftsstaatssekretär Rolf Fischer. Informationen unter www.arbeiterkind.de , Tel. 0431-880-1886 oder E-Mail brueggemann@arbeiterkind.de

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

13. Dezember 2017 - Christoph Harke in Mein Leben

Vor knapp zehn Jahren habe ich meinen ersten Nebenjob im Einzelhandel begonnen. Seit dem bin ich aus dieser Branche irgendwie nicht mehr herausgekommen, obwohl ich es mir oft gewünscht hätte. Leider kommt man nirgends schneller und einfacher an einen Job.

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