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Uni Kiel Eine halbe Million Euro allein für den Strom
Uni Kiel Eine halbe Million Euro allein für den Strom
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18:05 22.09.2015
Von Martina Drexler
Die Figuren Green und Clean stehen für die neue FH-Kampagne. Quelle: FH Kiel
Kiel

Wenn man annimmt, dass ein Vier-Personen-Haushalt im Jahr im Schnitt 5000 Kilowattstunden Strom und 7200 Kilowattstunden Fernwärme verbraucht, wäre die Fachhochschule mit ihren 7300 Studierenden circa 550 (Strom) bzw. 600 Familien (Wärme) gleichzusetzen. Zusammen schaden diese hohen Werte laut Fachhochschule der Klimabilanz und bilden auch den größten Anteil der hauseigenen Bewirtschaftungskosten. Die Kampagne dient damit nicht nur dem Klimaschutz, sondern auch dem Budget: Seit Jahren kämpft die FH mit steigenden Kosten. Im vergangenen Jahr musste sie mehr als 550 000 Euro allein für Strom zahlen.

 Mit Unterstützung des Koordinationsteams für Nachhaltige Entwicklung der Hochschule konnten Mitarbeiter ihre Ideen Stück für Stück umsetzen. So sollen künftig die speziell für die Aktion entworfenen Figuren Green und Clean, die auf Bannern, Plakaten und Aufklebern auf dem Campus zu sehen sind, mit Humor auf mögliche Verhaltensänderungen hinweisen, wie zum Beispiel das Licht auszuschalten, wenn man das Büro verlässt. „Wir wollten mal etwas anderes machen, da das Thema ‚Energie sparen‘ oftmals mit erhobenem Zeigefinger thematisiert wird. Wir sind jedoch der Überzeugung, dass wir die Menschen an der FH Kiel auch mit Charme und Witz zum nachhaltigeren Handeln motivieren können“, erklärt Nachhaltigkeitskoordinatorin Katharina Sander.

 Wie erfolgreich man mit solchen Kampagnen sein kann, beweist die Universität (fast 25000 Studierende). Sie startete bereits 2012 mit ihrem Klima-Konzept Klik, nachdem seit 2000 der Strombedarf um etwa 25 Prozent angestiegen war. Bis 2030 will sie klimaneutral sein, ein ausgesprochen ehrgeiziges Ziel mit Vorreiterfunktion für andere Hochschulen. Auf einer Plattform hat jeder die Möglichkeit, Vorschläge zu machen, wie man Energie einsparen kann. Ein konkretes Beispiel: Im Foyer des Hochhauses leuchteten ein elektronisches Poster und acht Info-Terminals ohne Unterbrechung rund um die Uhr. Jetzt steuert ein Zeitschalter am Poster an Werktagen den Verbrauch. Die Zahl der wenig genutzten Terminals wurde auf drei reduziert. Dass dabei gerade die immer wieder öffentlich gepredigten Ermahnungen wie zum Feierabend das Licht auszuschalten oder die Rechner herunterzufahren, sich in barer Münze auszahlen, wenn sie konsequent umgesetzt werden, lässt sich an neuen Zahlen ablesen. Verbrauchte die Universität 2012 noch mehr als 30 Millionen Kilowattstunden im Jahr Strom und zahlte dafür etwa 4,5 Millionen Euro, war sie im vergangenen Jahr bereits knapp darunter. Und das, obwohl ein Bio-Neubau, neue Labore und weitere Einrichtungen dazugekommen waren.

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