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Die Angerbauten vor dem Abriss

Kieler Universität Die Angerbauten vor dem Abriss

Die „Operation am offenen Herzen“, wie Uni-Präsident Prof. Lutz Kipp die Runderneuerung der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel beschreibt, hat begonnen. Mit der Entkernung des ehemaligen Geographischen Instituts wurde in diesen Tagen die bisher umfassendste Runderneuerung des Campusgeländes eingeläutet.

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Völlig verändern wird sich das Gesicht des Campus rund um das Hochhaus: Die Entkernung des ehemaligen Geographischen Instituts hat begonnen. Nach dem Abriss soll ein gleicher Stelle bis 2018 ein neues Institut errichtet werden. Auch die fünf anderen Gebäude der sogenannten Angerbauten werden abgerissen. In anderen Bereichen wird für die Institute neu gebaut.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Geplant und vorbereitet wird das Mammutvorhaben, das ungefähr 215 Millionen Euro kosten und 2026 vollendet sein soll, aber schon seit längerem.

„In den nächsten zehn Jahren wird wohl jeder unserer 25000 Studierenden und 3380 Hochschulmitarbeiter von den Baumaßnahmen direkt oder indirekt betroffen sein“, sagt Claudia Eulitz, stellvertretende Pressesprecherin der Universität. So müssten alte Gebäude geräumt und aufgeben werden, neue würden errichtet und bezogen. Zahlreiche Parkflächen würden für Neubauten benötigt. Klar sei, dass mit Einschränkungen, Provisorien und Baulärm vorübergehend gelebt werden müsse, zumal alles bei laufendem Universitätsbetrieb geschafft werden soll. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, was auf dem Campus passieren soll: Ein Drittel der insgesamt 225000 Quadratmeter Nutzfläche der Universität wird in der kommenden Dekade neu gestaltet oder saniert. Die Einschränkungen auf dem Campus sollen aber durch eine gute Vorplanung und aktuelle Informationen so gering wie möglich gehalten werden.

 Begonnen wurde die „Operation“ jetzt am ersten der so genannten Angerbauten. Das Ensemble zählte durch Bauweise und Anordnung – die Institutsbauten mit je einem Hörsaal wurden um einen begrünten, zentralen Platz errichtet – bei der Einweihung in den 1960er-Jahren zu den modernsten Universitätsbauten Deutschlands. Und bis heute haben sie dem Teil des Uni-Campus am Hochhaus der Christian-Albrechts-Universität sein markantes Gesicht verliehen. Doch nur etwas mehr als 50 Jahre später ist der Lack ab: Die Angerbauten sind so baufällig, dass die sechs Institutsgebäude abgerissen und durch vier Neubauten ersetzt werden müssen (wir berichteten). Zwei denkmalgeschützte Hörsaalgebäude bleiben stehen.

 Zurück auf dem Anger-Gelände bleibt nur das Geographische Institut. Nach gerade begonnener Entkernung und folgendem Abriss des seit längerer Zeit leerstehenden alten Institutsgebäudes an der Ludewig-Meyn-Straße 8 – der Betrieb wurde in das nahe Umfeld verlagert – entsteht auf gleichem Terrain ein länglicher Neubau mit fünfeckigem Grundriss. Dieser soll bis September 2019 fertig sein, sodass dann dort der Lehr- und Lernbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Die Bauplanung sieht nach jetzigem Stand vor, dass bis 2020 Neubauten für die Geowissenschaften (auf dem Mitarbeiterparkplatz am Hochhaus) sowie für Mathematik und Agrarwissenschaften (Parkplätze Heinrich-Hecht-Platz beziehungsweise Otto-Hahn-Platz) realisiert werden. Dann sollen die Institute und Studiengänge (etwa 5000 bis 7000 Studierende) dorthin umziehen, sodass die Anger-Gebäude frei sind und abgerissen werden.

 Auch an der Ecke Olshausenstraße/Leibnizstraße gehen Parkplätze verloren. Hier soll das neue Juridicum für die Rechtswissenen bis Juli 2019 entstehen. Schrittweise folgt dann die Erneuerung der angrenzenden Fakultätenblöcke. Bis 2026 sind außerdem Neubauten für die Zentrale Tierhaltung und das Physiologische Institut, die Neugestaltung des Campus der Technischen Fakultät sowie etliche Infrastrukturprojekte (Blockheizkraftwerk, Kanalsanierung, Parkpalette, Studentenwohnheim, Sanierung Schwimmhalle/Sportforum) vorgesehen. Die meisten dieser Projekte, so Eulitz, stünden noch in der Entwurfs- und Vorplanung oder im Genehmigungsverfahren. Auch 2026 dürfte die Sanierung des Uni-Campus noch nicht abgeschlossen sein. Laut CAU besteht ein Sanierungsstau von insgesamt 400 Millionen Euro.

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