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Uni Kiel Meeresexpedition führt ins Schiff
Uni Kiel Meeresexpedition führt ins Schiff
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19:25 03.05.2016
Von Martina Drexler
Bremer Wissenschaftler des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenökologie haben eine 3-D-Brille entwickelt, die einen Tauchgang zu faszinierenden, aber bedrohten Korallenriffen ermöglicht. Quelle: Frank Peter

Mit einer virtuellen 3D-Brille tauchten sie zu einem Korallenriff ab, lösten mit einem Sensor ein Erdbeben aus und erfuhren mit einem Klick, dass es sage und schreibe 450 Jahre lang dauert, bis eine Plastikflasche im Meer zerfällt. Mit an Bord des vom Bundesforschungsministerium auf die Reise geschickten, früheren Binnenfrachters, der statt Kohle jetzt geballtes Wissen in seinem Bauch trägt, sind zahlreiche Exponate von Kieler Meeresforschern: „Wir wollen Schleswig-Holstein zum Mittelpunkt der Meeres- und Küstenforschung weiterentwickeln“, versicherte Frank Nägele, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Der Transfer von Wirtschaft und Wissenschaft sei der Schlüssel zum Erfolg des Landes. Ministerialdirigent Matthias Graf von Kielmansegg, die Meeresforscherin Prof. Antje Boetius und der Direktor des Kieler Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung, Prof. Peter Herzig, beschworen die immens große Bedeutung der Meere und das Motto der Ausstellung „Entdecken, nutzen, schützen“. Es gehe darum, eine gute Balance innerhalb dieses Dreiklangs zu finden, das Meer zu nutzen, ohne es auszubeuten, sagte Herzig. Die Meere sind nicht nur Lieferanten von Nahrung, Rohstoffen, Arzneien und Energie, sondern spielen eine Hauptrolle im Klimawandel. Auch mit Blick in die Zukunft sei es richtig und wichtig, dass der Bund kräftig in die Meeresforschung investiere, sagte der Geomar-Direktor. Etwa 850 Millionen Euro steckt er in die Erneuerung der Forschungsflotte. Die Regierung, berichtete Kielmansegg, erarbeite derzeit an einem Programm für die Forschungsförderung an der Küste, im Meer und in den Polargebieten, das Anfang Juni zum offiziellen Start des Wissenschaftsjahres veröffentlicht werden soll.

Die ersten Gäste der „MS Wissenschaft“ – die bis zum Sonntag, 8. Mai, am Willy-Brand-Ufer liegt – erkundeten Lebensräume wie Küste, Hochsee, Tiefsee oder Eismeer auf 600 Quadratmetern spielerisch: „Das ist alles schülerfreundlich gemacht. Die Texte sind verständlich“, lobt Silja Greve (16) von der Kieler Humboldt-Schule. Ihre Mitschülerinnen Emily Kristen und Carmelina Otzolino finden die klare Gestaltung der Ausstellung gut ebenso wie die Möglichkeiten, mitzumachen. Für Sami Zakaria (17) ist es toll, die Technik auszuprobieren.

Die schwimmende Ausstellung, an der sich 100 bis 150 Forscher aus mehr als 20 Forschungseinrichtungen beteiligen, kostet etwa eine Million Euro im Jahr, macht 2016 in 33 Orten im Norden Station und 2017 an 35 Liegeplätzen im Süden. „Wir zeigen mit der Ausstellung, welche Bedeutung die Weltmeere für das Klima haben, wie wir sie schützen können und was die Unterwasserwelt so faszinierend macht“, sagte die Tiefseeforscherin und Vorsitzende des Lenkungsausschusses der Initiative Wissenschaft im Dialog (WiD), Antje Boetius. Die nächsten Stationen nach Kiel sind Rendsburg (9. bis 11. Mai) und Hamburg (ab 13. Mai).

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