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Wie wiegt man ein schwarzes Loch?

Nacht der Wissenschaft Wie wiegt man ein schwarzes Loch?

Wenn am Freitag, 30. September, elf wissenschaftliche Einrichtungen und Hochschulen in Kiel zur ersten „Europäischen Nacht der Wissenschaft“ ihre Pforten öffnen und mit mehr als 100 kostenlosen Aktionen zeigen, wie spannend und auch unterhaltsam die Forschung im Norden ist, wird Lernen plötzlich kinderleicht.

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Faszination Ozean: Mikroalgen-Modelle, deren Originale nur einen Hundertstel Millimeter groß sind, aber in gewaltigen Massen vorkommen.

Quelle: Jan Köster

Kiel. Unter dem Motto „Wissen schafft Zukunft“ können Besucher nicht nur Wissenschaftler und ihre Forschung hautnah erleben, sondern auch selbst experimentieren, mitmachen und diskutieren. „So etwas hat es in der Region noch nicht gegeben“, sagte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer am Mittwoch bei der Vorstellung des Programmhefts in praktischem Hosentaschenformat.

 Die Christian-Albrechts-Universität (CAU) ist dabei, die Fachhochschule Kiel (FH), das Institut für Weltwirtschaft, die Muthesius Kunsthochschule, aber auch die Pumpe, der Citti-Park und viele mehr. Auf beiden Ufern der Förde laden Aktionen und Experimente, Spiele und Diskussionsrunden, Filme und Science-Shows zu den unterschiedlichsten Themen von A wie „Atome sehen“ bis Z wie „Zukunft der Ozeane“. Wer immer schon mal wissen wollte, wie man Erbgut aus Tomaten gewinnt, wie man schwarze Löcher wiegen kann oder was mit Menschen in einem 3D-Kino passiert, kommt in der „Nacht der Wissenschaft“ voll auf seine Kosten. Damit jeder auf einen Blick erkennen kann, welche Angebote für wen besonders geeignet sind, gibt es kleine Symbole wie die Nachteule für kleinere Kinder oder Messer und Gabel für Standorte mit Verpflegung. Ein kostenloser Shuttle-Service mit Bus und der Wissenschaftsfähre MS „Schwentine“ bringt Besucher zu den unterschiedlichen Standorten. Und damit man auch die Zeit auf der Förde sinnvoll nutzen kann, gibt es an Bord der Fähre 15-minütige Blitzsprachkurse in Ukrainisch, Dänisch oder Platt.

 Zu den Höhepunkten der erlebnisreichen Nacht, die in einigen Einrichtungen übrigens schon am Nachmittag beginnt, gehören drei Gesprächsrunden an drei verschiedenen Orten mit Wissenschaftlerinnen aus der Kiel-Region über das Thema „Frauen in der Wissenschaft – ausgebremst?“. Als Gäste sind unter anderem Ayça Polat, Professorin für Sozialwissenschaften an der FH Kiel, Annette Haug, Professorin für Klassische Archäologie an der CAU, und Friederike Rückert, Künstlerin und Kunsthistorikerin an der Muthesius Kunsthochschule, eingeladen. Moderiert werden die Diskussionen von dem gebürtigen Kieler und TV-Moderator Dennis Wilms. Mit dem basslastigen Programmpunkt „Profs legen auf“ geht im Roten Salon der Pumpe ab 23 Uhr die Post ab – und die „Nacht der Wissenschaft“ langsam zu Ende.

 Das spielerische Eintauchen in die vielfältige Forschungslandschaft soll auch dazu beitragen, die Bedeutung des Standortes Kiel hervorzuheben. „Viele wissen gar nicht, dass sie in einer unglaublich tollen Wissenschaftsregion mit tollen Forschern leben“, sagte Ulf Kämpfer. In Europa ist man da schon weiter, immerhin hat die EU-Auswahlkommission dem Antrag der Kiel-Region als einzigem von 113 Anträgen europaweit die höchste Punktzahl gegeben, nämlich 14,5 von möglichen 15 Punkten.

 Janet Sönnichsen, Geschäftsführerin der Kiel Region GmbH, lobte das Gemeinschaftsprojekt, das mit 18 teilnehmenden Partnern sowie der Förde Sparkasse als Hauptsponsor und weiteren Sponsoren aus der Region „eine Monsteraufgabe“ gewesen sei. Während Kiel in diesem Jahr Vorreiter ist, können sich die Wissenschaftler aus Eckernförde, Plön, Preetz und Rendsburg noch ein Jahr länger vorbereiten. Sie werden neben Kiel am 29. September 2017 zur zweiten „Nacht der Wissenschaft“ in der Kiel-Region einladen. Beide Nächte werden aus dem Topf des EU-Förderprogramms für Forschung und Innovation „Horizon 2020“ mit 163000 Euro gefördert. Auch Klimaforscher Prof. Mojib Latif ist gespannt: „Ich würde mich freuen, wenn es uns Wissenschaftlern gelingt, die Besucher auch für komplexe Zusammenhänge wie zwischen Klima und Meer zu begeistern.“

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Ein Artikel von
Carola Jeschke
Lokalredaktion Kiel/SH

18. September 2017 - Silja Kristin Rulle in Campus

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