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Mit dem „T-Kiel A 17 E“ an den Start

Studentisches Raceyard-Team Mit dem „T-Kiel A 17 E“ an den Start

Die Raceyard-Familie, die Rennwerft der Fachhochschule (FH) Kiel, wächst enorm. An der Entwicklung und Konstruktion des neuen Formelrennwagens sind in diesem Semester mehr als 100 Studierende der Kieler Fachhochschule und der Christian-Albrechts-Universität beteiligt.

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Das Raceyard Formula Student Team 2017 baut noch an dem neuen Rennwagen „T-Kiel A 17 E“: Hier beraten Christoph Härich (von links)und Oliver Thies über die Motoraufhängungen. Philipp Maaß und Jakob Pfaff (rechts) passen Achsschenkel an.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. In den Vorjahren waren es stets um die 60. Zurzeit arbeitet das Raceyard-Team auf Hochtouren, um aus unzähligen Einzelteilen den „T-Kiel A 17 E“ zu einem großen Ganzen wachsen zu lassen.

 Beim Rollout am 21. April wird der dann zwölfte FH-Bolide der Öffentlichkeit präsentiert. Anschließend folgen Einsätze beim internationalen Wettbewerb „Formula Student“. „Wir haben vor dem Projektstart offensichtlich gutes Recruiting gemacht und es geschafft, Leute dafür zu begeistern“, sagt Christina Herrich (21). Anfangs wollten sogar 110 Studierende mitmachen. Als es konkret wurde, seien immerhin knapp 100 aus den Fachbereichen Maschinenwesen, Wirtschaft und Medien dabei geblieben. Zehn Informatiker und BWLer der Universität ergänzten das Team. Zum Vergleich: Im Jahr 2006 bauten 23 Studierende den ersten FH-Rennwagen „T-Kiel A 06“. Die Befürchtung, dass das Team diesmal zu groß ist, teilt Herrich nicht. „Arbeit ist genug da“, sagt die Marketing-Leiterin im Raceyard-Team und Medien-Studentin. Um als Team gut funktionieren zu können, habe man neue Teamstrukturen geschaffen. Ziel sei es dabei gewesen, die jeweiligen Stärken der Mitglieder zu erkennen und diese zu fördern.

 Egal, ob jemand zum „harten Kern“ gehört oder weniger aufwendige Arbeiten erledigt: In den vergangenen Wochen vor dem Rollout bewältigt das Team in der „Rennschmiede“ des „Computer Integrated Manufacturing Technologie Transferzentrums“ (CIMTT) – neben dem regulären Studium – anstrengende Tag- und Nachtschichten. Klar, dass die Anspannung in der Endphase der siebenmonatigen Entwicklungs- und Bauphase des mittlerweile sechsten elektrisch angetriebenen Rennwagens groß ist. „Das wird auch mal stressig“, erzählt Christopher Härich. Der 24-jährige Maschinenbaustudent gehört zum dritten Mal zum Raceyard-Team und wird daher von allen nur „Teampapa“ genannt. Gebe es Streitigkeiten, habe er diese schnell regeln können. Mittlerweile sei das Team, dem immerhin 15 Frauen angehören, zusammengewachsen, sei wie eine große Familie. „Ich habe hier nicht nur sehr viele Studierende, sondern auch Firmen kennengelernt“, sagt der angehende Elektrotechniker Oliver Thies (24). Ihn habe fasziniert, in einer so kurzen Planungs- und Bauphase ein so umfangreiches Produkt realisieren zu können. Und auch Jonas Kahnwald (19), der Multimedia Production studiert, ist begeistert: „Hier kann ich das Gelernte in die Praxis umsetzen.“ Wie seit dem Projektstart 2006 baut auch das aktuelle Raceyard-Team auf den Erfahrungen seiner Vorgänger auf. Dennoch wurde ein modifiziertes, neues Auto gebaut, Einzelteile selbst entwickelt und etliche elektronische Bauteile selbst programmiert. So wurde unter anderem der Rahmen aus einer speziellen Stahllegierung weiter verbessert, kleinere, aber leistungsstärkere und leichtes Akkus selbst zusammengebaut oder das Fahrwerk überarbeitet.

 Am Ende wird alles wie ein großes Puzzle zusammengesetzt. Wie der „T-Kiel A 17 E“ aussieht, ist erstmals beim Rollout an der Fachhochschule am 21. April zu sehen. Ob die Kieler Studierenden erfolgreich gearbeitet haben, wollen sie in den anstehenden Formula-Student-Wettbewerben beweisen.

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Ein Artikel von
Volker Rebehn

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