14 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Bald überall Numerus clausus?

Uni Kiel Bald überall Numerus clausus?

Die Zulassungshürden für ein Studium an der Christian-Albrechts-Universität (CAU) könnten deutlich höher als bisher werden. Nach Angaben von CAU-Präsident Prof. Lutz Kipp denkt die Uni über „flächendeckende Zugangsbeschränkungen“ nach, weil rund 200 Dozenten- und Professorenstellen fehlten. Die seien aber dringend nötig, um den aktuellen und für 2016/17 erwarteten Studierenden-Ansturm zu bewältigen

Voriger Artikel
Studierte Landwirte gefragt
Nächster Artikel
Ansturm auf Online-Studium

Schon jetzt die Regel: Vollbesetzte Plätze in den Uni-Vorlesungen.

Quelle: dpa

Kiel. Anlass für die mögliche Ausweitung von Zugangsbeschränkungen (derzeit sind 34 von insgesamt 153 Studienfächern an der CAU mit einem Numerus clausus belegt) ist vor allem die für 2016/2017 befürchtete drastische Zunahme von Studienanfängern aufgrund des doppelten G8- und G9-Abiturjahrgangs. Nach Berechnungen der Hochschule könnten deshalb bis zu 8000 Studienanfänger zusätzlich an die CAU strömen. Bereits im laufenden Semester gab es mit über 5000 neuen Studenten einen Rekord. Folge sind – wie berichtet – übervolle Seminare und Vorlesungen. Sollten Numerus-clausus-Beschränkungen wie derzeit schon für Medizin (1,4), Zahnmedizin (1,7) oder Psychologie (1,6) „flächendeckend“ ausgeweitet werden müssen, befürchtet Kipp negative Folgen für Schleswig-Holstein: „Wir werden als Land viele junge Talente verlieren, weil Abiturienten des Jahrgangs 2016 mit großer Wahrscheinlichkeit auf andere Bundesländer ausweichen müssen.“

 Die Zusagen vom Land, die CAU mittelfristig mit erheblichen Mitteln im Baubereich oder im Zuge des Hochschulpaktes zu unterstützen, sei zwar erfreulich, habe jedoch keinerlei Auswirkung auf die „prekäre Beschäftigung“ von Dozenten, auf Studienbedingungen oder auf Laborkapazitäten. Der Studierendenausschuss (Asta) fürchtet ab 2016 ebenfalls eine Überlastung der CAU, wehrt sich aber gegen eine Ausweitung der Zugangsbeschränkungen. „Sie würden vielen Schülern den Weg zur Hochschulbildung versperren und dem Hochschulstandort Schleswig-Holstein schweren Schaden zufügen“, sagte Asta-Vorstand Jan Voß. Die Politik müsse weitere Finanzmittel zur Verfügung stellen.

 Das Wissenschaftsministerium verweist auf Unterstützung der Universitäten „in erheblichem Ausmaß“. Neben der Regelfinanzierung stellten Bund und Land für zusätzliche Studienanfänger Hochschulpaktmittel von 760 Millionen Euro für den Zeitraum 2007 bis 2020 bereit. Die CAU erhalte daraus einen Großteil und sei „verpflichtet“, diese Mittel dafür einzusetzen, die Aufnahme und Ausbildung von Studienanfängern zu gewährleisten.

 Mehr Qualität statt Quantität forderte Arne Zerbst, Präsident der Muthesius-Kunsthochschule, beim Hochschulempfang der Stadt. Dabei erfülle seine Hochschule eine gewisse „Vorbildfunktion“. Dies zeigten geringe Abbrecherquoten und der Berufserfolg der Absolventen. „Denn wir suchen die Studierenden nach strengen Kriterien aus.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

20. November 2017 - Denise Klein in Campus

Seit vier Jahren studiere ich nun an der Fachhochschule in Kiel. Ich bin mittlerweile im zweiten Semester meines Master-Studiengangs. Bei einem Spaziergang über den Campus stelle ich fest, wie viel sich in diesen vier Jahren bereits verändert hat.

mehr
Mehr zum Artikel
Kommentar

Überfüllte Seminare an der Kieler Uni, genervte Dozenten in „prekären“ Beschäftigungsverhältnissen, viele marode Gebäude: Beschäftigte wie Studierende sind an ihren Belastungsgrenzen angekommen. Und das schon seit Jahren. Dabei wird sich der Zustrom noch ausweiten.

mehr