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Erst Vorlesung, dann Gartenpflege

„Wohnen für Hilfe“ Erst Vorlesung, dann Gartenpflege

Das Projekt „Wohnen für Hilfe“ vermittelt außergewöhnliche Wohnpartnerschaften. Zwei, die zusammengefunden haben, sind der FH-Student Björn Limbrecht und seine Vermieterin Maren Christiansen.

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Wohnen für Hilfe am Computer: Ute Schlegelberger, Tilman Schlegelberger, Kristin Unruh (von links).

Quelle: Frank Peter

Kiel. Schönkirchen/Kiel. „Ich hole dann schnell den Rasenmäher“, sagt Björn Limbrecht und läuft über das Gras zum kleinen Schuppen am Ende der Wiese. „Nimm den Aufsitz-Mäher“, ruft ihm Maren Christiansen von der Terrasse hinterher. „Ja, ja“, tönt es zurück. Vertraut wirkt der Umgang der beiden miteinander, vor allem wenn es um die Gartenarbeit geht und das geeignete Gerät. Dabei wohnt der Student an der Kieler Fachhochschule (FH) erst seit acht Monaten in dem Haus in Schönkirchen. Im Rahmen des Projektes „Wohnen für Hilfe“ des Studentenwerks Schleswig-Holstein ist er im November hier eingezogen.

 „Ich habe zu Beginn meines Studiums ein Zimmer gesucht“, erzählt der 21-jährige Limbrecht. Zunächst war er bei Freunden in einer Wohngemeinschaft untergekommen, fühlte sich dort aber unwohl. Als sich der Elektrotechnik-Student erneut auf die Suche machte, hatte das Semester schon begonnen. „Es war schwierig, zu diesem Zeitpunkt in Kiel ein Zimmer zu finden“, erzählt er. Durch Zufall sei er dann auf das Angebot des Studentenwerks gestoßen und habe einfach mal die Bewerbungsunterlagen ausgefüllt. „Ich habe dann Bescheid gekriegt, dass hier ein Zimmer frei wäre und bin einfach mal rausgefahren.“ Schon beim ersten Treffen habe er dann gewusst: Das funktioniert. Genauso hat es auch Maren Christiansen erlebt. „Wir passen ganz gut zusammen, weil wir beide solche Stubenhocker sind“, erzählt die gelernte Industriekauffrau (53) schmunzelnd.

 Als sie vor zwei Jahren von Husum in das Haus ihrer Eltern in Schönkirchen zog, habe sie schon gewusst, dass sie dort nicht alleine wohnen wollte. Ihre erwachsenen Kinder waren in Husum geblieben, alleine war ihr das Haus zu groß. Auch die Pflege des 1400 Quadratmeter großen Grundstücks machte ihr Sorge.

"Große Entlastung"

 Limbrechts Zimmer im Haus von Maren Christiansen ist neun Quadratmeter groß. Das bedeutet neun Stunden Arbeit im Monat, so sieht es das Projekt vor. Außerdem beteiligt sich der FH-Student mit 40 Euro monatlich an den Nebenkosten. „Es war von Anfang an klar, dass ich mich um den Garten kümmere. Das gibt man ja im Fragebogen beim Studentenwerk schon an“, erklärt er. Einen Tag in der Woche hält er sich nun frei, um den Rasen zu mähen, Holz zu hacken, Bäume zu beschneiden oder den Weg zu fegen. Auch wenn im Haus etwas repariert werden muss, kümmert sich der 21-Jährige darum. „Das ist schon eine große Entlastung“, sagt die Hausbesitzerin.

 Genauso empfinden auch Ute (65) und Tilman Schlegelberger (62) die Hilfe von Kristin Unruh. Seit Juni wohnt die Studentin (22) im ausgebauten Dachgeschoss des Ehepaars in Kiel-Düsternbrook. „Das Haus ist viel zu groß für uns alleine. Deshalb wollten wir ein Zimmer vermieten“, erzählt Ute Schlegelberger. Über „Wohnen für Hilfe“ sei ihnen dann Kristin Unruh vermittelt worden. „Als ich sie das erste Mal gesehen habe, war klar, dass das passt“, sagt die Ärztin im Ruhestand. Einmal in der Woche hilft die Informatikstudentin nun bei der Arbeit am Computer. „Es passt alles perfekt. Das ist ja nicht selbstverständlich, wenn man mit jemandem so eng zusammenlebt“, meint ihr Mann. Auch die Studentin fühlt sich mit dieser Wohnform wohl: „Ich habe meine Freiräume.“

 Björn Limbrecht und Maren Christiansen sind ebenfalls zufrieden in ihrer Wohngemeinschaft. „Es ist schön, abends nicht in eine leere Wohnung zu kommen“, sagt Limbrecht. Seine Vermieterin ergänzt: „Ich kann mir nicht vorstellen, wie es besser laufen könnte.“

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Ein Artikel von
Anne Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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