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Vorsicht, Einbrecher! Hinter Schloss und Riegel
Vorsicht, Einbrecher! Hinter Schloss und Riegel
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07:00 10.02.2016
Von Florian Sötje
Polizei-Einbruchsexperte Kay Katzenmeier zeigt, was gegen Einbrecher hilft. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

110 anrufen: „Fast alle Erfolge, die wir bei der Verhinderung oder Aufklärung eines Einbruchs verbuchen, gehen auf Informationen zurück, die wir von Bürgern bekommen haben“, erklärt Katzenmeier. Er empfiehlt: Beim geringsten Verdacht sollte die Polizei informiert werden.

Nachbarschaftshilfe: „Ein ausschlaggebender Punkt ist die Aufmerksamkeit im Wohnviertel“, sagt der Experte. Anwohner sollten etwa auf auswärtige Autokennzeichen oder auf Unbekannte achten, die in der Nachbarschaft an Haustüren läuten. Unter Umständen solle man diese auch ansprechen, allerdings ohne sich selbst zu gefährden. Die meisten Täter ließen sich von ihrem Vorhaben abbringen, sobald sie das Gefühl hätten, entdeckt worden zu sein.

Anwesenheit andeuten: Neben einer Außenbeleuchtung mit Bewegungsmelder sollte das Haus auch im Inneren stets beleuchtet sein. Wer das Licht nicht den ganzen Tag brennen lassen will, kann sich eine Zeitschaltuhr einbauen lassen. Ganz wichtig: die Klingel abstellen. Lässt sich ein Einbrecher nicht vom Licht abschrecken, klingelt er an der Tür, um sich abzusichern, dass niemand zu Hause ist: „Wenn er nichts hört, denkt er, der Hausbesitzer will einfach seine Ruhe haben.“

Fenster und Türen sichern: Gute Mechanik ist ein guter Schutz. 90 Prozent der Einbruchsversuche werden auf diese Weise vereitelt. Die Erfahrung lehrt: Gelingt es dem Einbrecher nicht, innerhalb von etwa fünf Minuten ins Haus oder in die Wohnung zu kommen, lässt er von seinem Vorhaben ab. Katzenmeier empfiehlt: „Es lohnt sich auf jeden Fall, in diesem Bereich nachzurüsten. Die Sicherungsteile sollten aber unbedingt nach DIN-Norm oder VdS-Richtlinien zertifiziert sein.“ Der Experte rät zu einem integrierten Fensterverriegelungssystem mit Pilzkopfverschlüssen. Ein zusätzliches Fenstergriffschloss mit Alarmanlage lässt sich ebenfalls einbauen. Haustüren lassen sich zusätzlich mit einem Querriegel oder einen Kastenzusatzschloss mit Sperrbügel sichern. Eine weitere Alternative wären ein Schutzbeschlag und ein zweites Schloss.

Fachpersonal aufsuchen: Um die passenden Sicherungen einzubauen, sollten Bewohner unbedingt qualifizierte Anbieter aufsuchen. „Wir haben eine Liste von 130 Fachbetrieben, die bei uns eine Schulung mitgemacht haben und auch regelmäßig von uns überprüft werden“, erklärt der Einbruchsexperte, der vor einer Selbstmontage warnt. Die Systeme seien dann häufig nicht funktionstüchtig.

Vorsicht im Netz: Wer Fotos aus dem Urlaub bei Facebook postet, spricht Einbrechern eine direkte Einladung aus. Gerade wenn man neben dem vollen Namen noch andere Informationen öffentlich preisgibt. Die Ermittlung des Wohnorts wird den Tätern somit erleichtert. „Alle Informationen, die man über die sozialen Netzwerke weitergibt, sollte man sensibel behandeln“, sagt der Experte.

Vorsicht an der Hautür: Niemals sollten Unbekannte ins Haus oder in die Wohnung gelassen werden. „Gerade bei älteren Menschen haben wir es momentan häufig mit Trickbetrügern zu tun“, mahnt Katzenmeier. Bei einem unguten Gefühl sollten die Nachbarn oder die Polizei verständigt werden. In seltenen Fällen bricht ein Täter ein, wenn Bewohner zu Hause sind. Dann sollte man sich bemerkbar machen, zum Beispiel das Licht anschalten und die Polizei anrufen, aber in keinem Fall versuchen, den Täter selbst zu stellen.

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