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ZiSch 2015 Es brennt
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14:43 20.11.2015
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Sven Johannsen, stellvertretender Gruppenführer in Westensee, sorgt sich um den Nachwuchs. Quelle: Lucas Johannsen
Westensee

„Wenn die Leute fehlen, kann ich nicht zum Einsatz ausrücken und die Wehr ist nicht mehr einsatzfähig“, erklärt Sven Johannsen, stellvertretender Gruppenführer in Westensee. In kleineren Gemeinden müssen wegen der wenigen Mitglieder oft mehrere Wehren für einen Brand ausrücken. Die Anfahrtszeiten sind länger, kostbare Zeit geht verloren. Derzeit liegt der Altersdurchschnitt der Wehren bei über 40 Jahren, allerdings inklusive der Abteilungen, die nicht im Einsatz sind, wie den Musikzügen. „Viele Einsätze erfordern heutzutage Atemschutz. Das kann ich nur bis zu einem gewissen Alter machen“, erklärt Johannsen. Junge Leute sind daher gefragt, da es in der Westenseer Wehr nur 20 aktive Mitglieder gibt.

Beim Werben um den Nachwuchs steht die Freiwillige Feuerwehr jedoch in Konkurrenz zu Hobbys, langem Schulunterricht und den steigenden Anforderungen in Ausbildung und Beruf. „Ich habe mich mit dem Thema noch nicht richtig auseinander gesetzt und müsste die Treffen auch noch in meinen vollen Terminkalender rein bekommen“, erzählt der 15-jährige Maximilian Schlenz. Interessieren würde ihn die Feuerwehr schon, vor allem die Arbeit mit schwerem Gerät.

Für Cathy Sauer (15) ist Feuerwehr Männerarbeit: „Da sind Frauen doch gar nicht erwünscht. Und ich weiß nicht, ob ich überhaupt sportlich genug wäre.“ Gegen diese Uninformiertheit und Klischees kämpft eine Imagekampagne des Landesfeuerwehrverbandes. Und auch Holger Bauer, Pressesprecher vom Landesfeuwerwehrverband bestätigt: „Die Realität sieht anders aus. Seit Jahren steigt der Anteil an weiblichen Einsatzkräften.“

„Unsere Aufgaben sind sehr vielfältig“, betont Johannsen. „Es geht nicht nur darum, am Löschschlauch zu stehen, sondern auch darum, bei einem Brand oder Unfall für die Betroffenen da zu sein, mit Erster Hilfe, aber auch als psychologische Unterstützung.“ Bereits Jugendliche trainieren für den Ernstfall und können sich in Wettkämpfen beweisen. Feuerwehr bedeutet Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein und Engagement für die Gemeinschaft – soziale Kompetenzen, die auch bei der Ausbildungs- und Jobsuche Pluspunkte bringen.

Daran denkt Janek Höppner, Jugendfeuerwehrmitglied, jedoch nicht, wenn er einmal die Woche mit den Kameraden übt. „Es ist einfach cool, mit meinen Leuten gemeinsam was zu machen und uns gegenseitig anzustacheln“, sagt der 13-Jährige. „Jede Woche wollen wir schneller und besser werden, als Team aber auch jeder für sich.“ In ein paar Jahren sieht er sich im Einsatz beim echten Feuer und will später Verantwortung übernehmen. Bis dahin muss er jedoch noch viele Lehrgänge absolvieren. Technische Hilfe, Führerscheine für Lkw, Kettensäge oder Boote gehören dazu.

Ein Artikel von Lucas Johannsen und Arian Dosic, Friedrich-Junge-Schule Kiel

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