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Ein bunter Abend bei den Schwarz-Weißen

Heimspiel des THW Kiel Ein bunter Abend bei den Schwarz-Weißen

Der THW Kiel ist einer der bekanntesten Clubs der Sportwelt. Und auch die Sparkassen-Arena, die früher Ostseehalle hieß, ist im Handball ein legendärer Ort. Für Zisch durfte ich hinter die Kulissen des deutschen Rekordmeisters und seiner Heimspielhalle blicken.

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THW-Spieler Niclas Ekberg war Spieler des Tages nach der siegreichen Begegnung mit dem ThSV Eisenach.

Quelle: Sascha Klahn

Kiel. Los geht es wenige Stunden vorm Spiel, als ich vom Pressesprecher des THW Kiel, Christian Robohm, am Spielereingang in Empfang genommen werde. Was sich toll anhört, ist lediglich eine Stahltür, die in einen relativ schmucklosen hohen Raum mit weißen Wänden führt. Hier wartet die Mannschaft des THW Kiel vorm Spiel auf das Einlaufen in die Arena.

Die große Veranstaltungsarena war einst ein Flugzeughangar von der Insel Sylt, der ab dem 10.11.1950 zu einer der immer noch größten Hallen Deutschlands umgebaut wurde. „Das Stahlgerüst ist immer noch das gleiche wie vor 65 Jahren“, so Robohm. Durch eine weitere Stahltür geht es in das Innere der Halle: ein gewaltiger Anblick! Die vier – noch leeren – Ränge erheben sich fast majestätisch vor mir. Beim rund zehn Millionen Euro teuren Umbau der Halle 2001 entstand der vierte Rang, seitdem gibt es Platz für 10.285 Handballfans.

Kaum vorzustellen, dass hier in wenigen Stunden alle Plätze besetzt sein und tausende Fans ihrem Team zujubeln werden. Denn wenige Zeit vor dem Spiel sind lediglich ein paar Techniker zu beobachten, die letzte Tests durchführen und einige Laser ausrichten.

Auf der höchsten Stufe der Arena angekommen, mit Blick auf das neue Parkett, versuche ich mir vorzustellen, dass dort auch schon Stars wie Tina Turner, Rod Stewart, Die Toten Hosen, Whitney Houston und Prince gespielt haben. Damit der THW an diesem Tag überhaupt in der Halle Handball spielen kann, sind circa 35 Menschen zwölf Stunden im Einsatz, denn vor dem Spiel diente die Halle als Schaustätte für die Baltic-Horse-Show. Auf dem Rückweg nach unten sehe ich viele freiwillige Helfer von den Fanclubs, die sich daran machen, Klatschpappen für das Spiel auf jeden Platz zu verteilen.

Der nächste Punkt der Führung sind die „heiligen Katakomben“. Dazu gehören die Umkleidekabinen der Spieler, des Trainers und die von Hein Daddel. In der Arena gibt es auch einen Extra-Raum für die Mannschaftsärzte, und ich darf mir ein kurzes Fotoshooting mit Domagoj Duvnjak ansehen. Im Pressekonferenz-Raum hält die Mannschaft ihre Teambesprechung ab.

Mit meinem Zisch-Presseausweis der Kieler Nachrichten und der Akkreditierung des THW Kiel kann ich mich ungehindert in die erste Reihe hinter das Tor in den Pressebereich setzen. Die Ränge sind nun voll besetzt und die Arena ausverkauft. Das Licht wird gedämmt, Laser bewegen sich durch die Halle und die Fans fangen an, im Rhythmus der Trommeln zu klatschen.

Dann laufen die Spieler des THW ein. Für Spieler Niclas Ekberg beginnt sein „Jobby“: So die Antwort des 26-Jährigen auf die Frage, ob Handball eher ein Hobby oder ein Job für ihn sei. Jeder Spieler wird einzeln aufgerufen, die Gänsehautatmosphäre erreicht ihren Höhepunkt, als die Fans wie aus einem Munde die Spitznamen der Spieler rufen.

Spätestens jetzt ist jeder Beteiligte vollends vom Handballfieber infiziert, denn in dieser Spielstätte wird nicht nur Handball gespielt, sondern jedes Mal aufs Neue Geschichte geschrieben. Und genau deshalb sieht sich Niclas Ekberg, Spieler des Tages, auch in fünf Jahren noch beim THW: „Es ist einfach das Größte, die voll besetzten Tribünen und die Atmosphäre zu erleben!“, so Ekberg. Auch der Trainer der „Zebras“, Alfred Gíslason, bestätigt mir nach dem Spiel, dass die Stimmung sehr wichtig für die Spieler sei. Sein Credo: „Je voller und lauter, desto besser.“

Von Taris Moaledj (15)

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Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

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THW Kiel
Foto: Spanische Wand: Zebra Joan Canellas (21), der in Wetzlar nach der Roten Karte für Rene Toft Hansen eine starke Partie im Mittelblock ablieferte, stoppt hier mit Hilfe von Rune Dahmke Sebastian Weber (li.). Christian Dissinger (re.) beobachtet die Szene.

Keine Zeit für eine Rückkehr nach Kiel: Die Handballer des THW blieben am Donnerstag in Wetzlar, nachdem sie am Mittwochabend bei der HSG beim 30:26-Triumph zwei wichtige Punkte in der Bundesliga eingefahren hatten. Nun gilt es, die Form des guten Auftritts nach Paris mitzunehmen.

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