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„Ich supporte jeden, der sich was traut“

Zisch Schüler-Artikel „Ich supporte jeden, der sich was traut“

Oliver Milczarek ist 21 Jahre alt und als Modeblogger über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Er hat sein Abitur am Thor-Heyerdahl-Gymnasium absolviert. Zurzeit lebt er in Hamburg, reist aber zu Fashionweeks um die ganze Welt. Im Interview erzählte er den Zisch-Reporterinnen Jasmina Verkamp, Fidane Selmani und Afnan Shakir von seinem Leben als Modeblogger.

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Die drei Zisch-Reporterinnen gehen in die 9a des Thor-Heyerdahl-Gymnasiums, an dem Oliver Milczarek vor einigen Jahren sein Abitur absolvierte.

Quelle: privat

Kiel. Was ist Mode für Dich?

Das ist für mich ein ganz großer Begriff. Mode ist auch, wenn du nur eine Jogginghose anziehst. Mode sind für mich nicht nur die Designerstücke. Es ist einfach alles, es ist halt eine Ausdrucksform. Viele Leute nehmen Mode zu ernst, sie müssen alles ein bisschen spielerischer sehen und ein bisschen kreativer und gelassener.

 

Trägst Du nur Markenkleidung?

Nein, ich trage einen Mix, ich matche Markenklamotten mit Low-Budget-Sachen. So ein Mix macht einen Style auch interessant. Wenn man älter wird, achtet man mehr auf Qualität.

 

Wenn Du etwas trägst, was nicht jeder trägt, schämst Du Dich dann dafür?

Als ich das erste Mal Skinny-Jeans anhatte und Skinny noch gar kein Begriff war, musste ich da durch, aber ich wäre nicht ich, wenn ich das nicht gemacht hätte. Nach einer Zeit schluckst du die negativen Kommentare. Wenn die anderen damit ein Problem haben, ist es deren Problem. Warum soll ich mich verstellen? Ich supporte jeden, der sich was traut. Man kann nicht jedem gefallen, aber das Wichtigste ist, du musst dir selber gefallen. Wenn ihr euch traut, dann sehen das auch die kleineren Schüler und dann trauen sie sich auch was. Es kann nur besser werden. Jeder ist ein Individuum. Man sollte sich selber gefallen und nicht anderen Menschen. Wenn ich Bock drauf habe, dann trage ich es. Aber viele Leute haben Angst vor dem Fremden und dem Neuen.

 

Warum bloggst Du?

Ich will Leute ermutigen, sich etwas zu trauen. Sinn der Sache ist es, Jungs, und mittlerweile auch Mädchen, zu ermutigen, sich selbst zu entfalten, sich selber zu finden, sich von der Masse abzusetzen, sich Träume zu erfüllen und sich einfach zu trauen. Ich habe den Blog niemals gegründet, um Geld damit zu verdienen. Ich hätte nie gedacht, dass den irgendjemand liest.

 

Warum hast Du deinen Blog „Fashion whisper“ genannt?

Damals war „Fashion“ noch so ganz cool als Begriff für „Mode“. Kern der Sache ist es, Leuten etwas zu flüstern und ein bisschen diesen Kick zu geben, sich selber zu entfalten, deshalb auch ,,whisper". Ich will kein Ratgeber sein, ich gebe Tipps, aber man soll selber entscheiden, ob es etwas für sich ist oder nicht. Aber diesen kleinen Schritt muss man selber gehen. So ein bisschen Geflüster und den Rest kannst du selber machen.

 

Investierst Du Dein eigenes Geld in die Kleidung, die Du auf deinem Blog präsentierst, oder bekommst Du sie von Designern geschickt?

Mittlerweile ist es so, dass ich etwas pingelig geworden bin, wenn es darum geht, Sachen zu tragen. Damals war ich so: ,,Oh mein Gott, ich kriege Sachen geschenkt, mach ich!". Aber mittlerweile ist das Bloggen ein Business geworden. Die Unternehmen sehen Blogger als billige Arbeitskräfte. Deswegen lasse ich mir die Kleidung entweder bezahlen oder ich trage wirklich nur Sachen von kleinen Designern.

 

Wie viele Stunden am Tag investierst Du für deinen Blog?

Das ist ein Fulltime-Job, Du schreibst die ganze Zeit E-Mails, bearbeitest Fotos und Texte, aber ich sehe es nicht als arbeiten. Es ist ein cooler Ausgleich zum normalen Leben, ein bisschen raus und etwas Neues erleben.

 

Machst Du noch etwas in Deiner Freizeit, außer zu bloggen?

Ich studiere Brandmanagement, es ist eine Mischung zwischen BWL und Marketing. Dazu arbeite ich noch bei einem Startup-Unternehmen und mache dort Socialmedia und Bloggersocialmedia. Nebenbei arbeite ich auch noch als Freelancer und schreibe Texte für Magazine und mache den Blog. Alles baut aufeinander auf.

 

Könntest Du Dir vorstellen, einmal Designer zu werden?

Nein, es ist ein hartes Business und ich bin nicht gut darin, wenn es ums Nähen geht und zu entscheiden, was zusammenpasst und welche Stoffe gut sind. Von Schnitten habe ich keine Ahnung. Ich sehe dann nur an einer Person, ob es passt oder nicht.

 

Wann warst Du auf Deiner ersten Fashionweek?

Mit 15 Jahren wurde ich das erste Mal eingeladen, das war so der Anfang. Ich habe den Blog niemals gegründet, um zu Fashionweeks zu kommen.

 

Wo siehst Du Dich in zehn Jahren?

Mein Traum ist es, selber was auf die Beine zu stellen. Es muss nicht unbedingt mit Mode zu tun haben, auf jeden Fall etwas Kreatives, wo ich mich und meine Erfüllung sehe und einfach Spaß am Leben habe.

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