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Migration – eine Erfolgsgeschichte

Zisch-Schüler-Artikel Migration – eine Erfolgsgeschichte

Das Thema Flüchtlinge, Migranten und Integration steht wieder ganz weit oben im Interesse der Bürger. Von seiner Erfolgsgeschichte, die beweist, dass Integration gelingen kann, berichtet der Kieler CDU-Politiker Nue Oroshi im Interview mit Lirim Kutlovci vom Thor-Heyerdahl-Gymnasium Kiel.

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Der Kieler CDU-Politiker Nue Oroshi erfuhr im politischen Bereich eine große Unterstützung von der deutsch-albanischen Community.

Quelle: Lirim Kutlovci

Kiel. Wie sind Sie dazu gekommen, in Deutschland als Migrant Politiker zu werden?

Ich bin schon seit 20 Jahren im Bereich Kultur tätig und nebenbei war ich noch zehn Jahre Mitglied im Forum für Migranten in Kiel. Während dieser Zeit habe ich auch den Albanisch-Deutschen Kulturverein gegründet. In der CDU Kiel bin ich jetzt seit knapp zehn Jahren Mitglied.

 

Was haben Sie studiert?

Ich habe in Kosova Geschichte studiert und mich im Bereich des Mittelalters spezialisiert. Zudem leite ich eine Tagung für albanische Geschichte seit mittlerweile zehn Jahren in Albanien, Kosova und ganz Europa. Bis jetzt sind von dieser Tagung elf Bücher veröffentlicht worden.

 

Was haben Sie davor beziehungsweise in Ihrer Heimat gearbeitet?

In Kosova habe ich zwei Jahre lang als Lehrer auf einem Gymnasium in Prizrën gearbeitet. Außerdem war ich schon dort von 1991- 1995 im Jugendbereich der LDK Partei des ehemaligen Präsidenten Dr. Ibrahim Rugova aktiv.

 

Wie lange leben Sie schon in Deutschland?

Ich lebe seit 20 Jahren hier in Deutschland. Ich bin der Meinung, dass Kiel und Schleswig-Holstein insgesamt sehr kulturoffen sind, und die Migranten nicht nur gesellschaftlich, sondern auch politisch integriert sind.

 

Ist das Leben hier anders als in Ihrer Heimat?

Ja, das Leben hier ist anders als das in Kosova. Es geht hier alles deutlich dynamischer zu, aber seit 20 Jahren versuche ich, Brücken zwischen Schleswig-Holstein und Kosova in den Bereichen Kultur, Politik und Wirtschaft zu bauen.

 

War es schwer für Sie, sich in Deutschland zu integrieren?

Es war schwierig, sich zu integrieren, aber ich bin der Meinung, dass ich es geschafft habe. Das Thema Integration bietet ein breites Spektrum, und die Albaner zum Beispiel sind sehr gut hier in Schleswig-Holstein integriert, da sie schon seit deutlich mehr als 2000 Jahren ein Teil von Europa sind.

Hatten Sie jemanden, der Sie unterstützt hat, sich hier einzuleben, Deutsch zu lernen und der Ihnen geholfen hat, Politiker zu werden?

Ich habe eine große Freundschaftsecke bei deutschen Intellektuellen im Kulturbereich. Natürlich hatte ich auch im politischen Bereich große Unterstützung, auch von meiner Deutsch-Albanischen Community bekam ich sehr viel Hilfe. Sie haben sich für mich in der Politik, Kultur und vielen anderen Bereichen enorm eingesetzt. Ich wurde auch von anderen Migranten in den Bereichen unterstützt und alle waren mir bei meinem Wahlkampf 2013 für die Kommunalwahl sehr behilflich. Ich habe es schon geschafft, mit acht verschiedenen Nationalitäten in Kiel Veranstaltungen zu organisieren und Stimmen für die CDU zu sammeln.

 

Hatten Sie schon mal einen unangenehmen Moment, weil Sie Ausländer sind?

Ich hatte hier in Deutschland viele unangenehme, aber auch sehr viele schöne Momente. Unangenehme Momente entstehen nicht, weil man Migrant ist, sondern sie geschehen durch eine Sache, die in dem Moment passiert, so etwas kann jedem passieren und nicht nur mir als Migrant.

 

Haben Sie andere politische Ziele, als Ihre Kollegen aufgrund Ihres Migrationshintergrundes?

Ja, ich habe viele zusätzliche politische Ziele und einer meiner Hauptziele ist es, junge Leute mit Migrationshintergrund und Verstand in die Politik zu bringen, am liebsten in meine Partei. Ich bin der Meinung, dass man sich auch im Bereich der Politik engagieren und eigene Konzepte haben muss und sich nicht einfach dazu setzt in den Besprechungen, nur weil man Migrationshintergrund hat.

 

Sind Sie der einzige Politiker mit Migrationshintergrund in der CDU Kiel?

Nein, ich habe noch einen Kollegen, der auch einen Migrationshintergrund hat.

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