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Er würde das Auto kaufen, sie eher nicht

Anzeige: Der e-Autotest Er würde das Auto kaufen, sie eher nicht

Nach einer Woche mit dem e-Golf sind Jens und Dagmar Stange geteilter Meinung: Während beide beim Fahrgefühl sehr zufrieden waren, sehen sie bei der Reichweite und der Ladezeit noch Nachholbedarf.

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Nichts für lange Strecken

Gesamturteil:Ein Jein von Dagmar Stange, ein Ja von Jens Stange.

Quelle: Frank Peter

Flintbek. Etwas mehr als 800 Kilometer sind Jens und Dagmar Stange in der vergangenen Woche mit dem e-Golf insgesamt gefahren. Fast täglich haben sie das Elektroauto an die heimische Steckdose gehängt, um es wieder mit neuem Strom zu versorgen. Ihr Urteil nach dem Test fällt gemischt aus.

„Positiv war das angenehme Fahrgefühl, die gute Beschleunigung und die geringe Lautstärke des Wagens“, fasst die 48-Jährige zusammen. „Und wir mussten die ganze Woche nicht zur Tankstelle“, ergänzt ihr Mann. Nicht zufrieden waren sie dagegen mit der langen Ladedauer. „Auch nach elf oder zwölf Stunden an der Steckdose, war er nie ganz voll“, sagt Dagmar Stange. „Es ist schwierig nachzuvollziehen, wie viel das Auto in welcher Zeit tankt.“

Laden dauert lange

Auch der Plan der Landwirte, das Elektroauto vor allem mit selbstproduzierten Strom von der Photovoltaikanlage auf dem Dach zu füttern, ist nicht ganz aufgegangen. „Wir mussten den e-Golf oft nachts aufladen, weil er mit ein paar Stunden tagsüber am Stecker nicht ausgekommen ist“, sagt Dagmar Stange. „Das hatten wir uns anders vorgestellt.“

Außer bei einem Ausflug an die Westküste haben die Testfahrer nicht an öffentlichen Ladesäulen getankt. „Wer ein Elektroauto haben will, braucht auch eine Garage mit Stromanschluss“, meint Jens Stange. Noch besser wäre sogar eine eigene Schnellladesäule, findet seine Frau. Wer in einer Wohnung in der Stadt wohne und auf Stromtankstellen für alle angewiesen sei, habe es wohl schwer, weil die Infrastruktur noch nicht genügend ausgebaut ist.

Reichweite sorgt für Unsicherheit

Wenig verlässlich fanden die Flintbeker die Reichweitenanzeige. „Wenn ich vorher den Verbrauch kalkuliere und auf dem Display sehe, dass ich eine bestimmte Zahl an Kilometern schaffen sollte, ich aber dann viel schneller an Kapazität verliere, ist das ärgerlich“, sagt Jens Stange. „Dann hat man den Blick nur noch besorgt auf der Anzeige.“ Bei ihrer Ausflugsfahrt bewertete das Ehepaar den Wagen deswegen mit der Schulnote Fünf. An den Tagen, an denen sie nur kurze Wege zurücklegten, schwankten ihre Bewertungen dagegen zwischen Gut und Befriedigend.

Manchmal seien sie nur zehn Kilometer gefahren, hätten aber das vierfache an Kilometer-Reichweite verloren, an anderen Tagen bei gleichem Fahrstil viel weniger. „Das ist schwer nachzuvollziehen und macht einen sehr unsicher“, sagt Dagmar Stange. Gut fand sie dagegen, dass der Einsatz der Eco-Plus-Taste „enorme Einsparungsmöglichkeiten“ bietet.

Tester sind sich uneins

Trotz der Kritikpunkte würde Jens Stange sich nach der Testwoche eindeutig für ein Elektroauto entscheiden. Schließlich nutze seine Familie ihren Wagen sonst eher für kürzere Strecken, für die die Reichweite groß genug sei. „In der Testwoche haben wir deutlich mehr Kilometer abgerissen als sonst“, sagt er. „Den Anschaffungspreis finde ich aber nach wie vor zu hoch.“

Seine Frau Dagmar sähe eine Anschaffung eher skeptisch. „Ich bin vom langen Ladevorgang enttäuscht. Ich könnte mir das Elektroauto vielleicht als Zweitwagen vorstellen. Dann könnte man für längere Strecken oder im Notfall, falls das E-Auto leer ist, auf den Benziner zurückgreifen.“ Sie findet es aber gut, dass sich im Bereich Elektromobilität derzeit viel entwickelt. „Der erste Schritt zu saubererem und leiserem Autofahren ist damit gemacht, das Ganze ist nur noch nicht ausgereift.“

Wie praxistauglich sind e-Autos wirklich? Diese Frage wollten wir in Kooperation mit VW beantworten. Die Leser von zehn Tageszeitungen haben eine Woche lang zehn mit Strom betriebene Fahrzeuge getestet, die von VW zur Verfügung gestellt wurden.

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Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

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