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e-Autotest Nichts für lange Strecken
e-Autotest Nichts für lange Strecken
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10:00 19.05.2017
Von Anne Holbach
Bei ihrem Ausflug kamen Jens und Dagmar Stange ins Schwitzen: "Du fährst und weißt nicht, ob du ankommst." Quelle: Frank Peter

Für den Langstreckentest verband Jens Stange einen Termin in Hemmingstedt mit einer Ausflugsfahrt mit seiner Frau Dagmar nach Büsum. Vormittags ging es mit einem fast voll aufgeladenen Wagen los, 271 Kilometer Reichweite zeigte der e-Golf dem Flintbeker Ehepaar an. „Auf dem Hinweg konnten wir ganz normal fahren – mit Radio und Klimaanlage“, sagt der Landwirt.

Der 53-Jährige setzte erst seine Frau in Heide ab und traf sich dann mit einem Kollegen vom Deich- und Hauptsielverband in Hemmingstedt. Wie geplant konnte er dort währenddessen das Auto an der Stromtankstelle laden. „Eine Tankkarte brauchte ich nicht, nur einen Schlüssel. Der wurde umgedreht und es ging los“, sagt Jens Stange.

„Du fährst und weißt nicht, ob du ankommst“

Doch nach dem eineinhalbstündigen Gespräch hatte das Auto nur 63 Kilometer an Reichweite dazugewonnen. „Ich hatte mehr erwartet“, sagt er. „Auf dem Weg nach Büsum dachten wir noch, rein rechnerisch müsste es gut bis nach Hause reichen“, fügt seine Frau hinzu. Beim Blick auf das Display wurde das Paar auf dem Rückweg aber unruhig, weil die Reichweite deutlich schneller sank, als es den gefahrenen Kilometern entsprochen hätte. „Das Navi zeigte noch 71 Kilometer bis nach Hause an, die Reichweite stand plötzlich nur noch bei 88 Kilometern – ganz schön knapp“, sagt Dagmar Stange. „Du fährst und weißt nicht, ob du ankommst“, sagt ihr Mann. „Das macht einen nervös.“

Im Eco-Plus-Modus mit Tempo 90 auf der Autobahn

Die einzige Chance: Klimaanlage aus, Radio aus und deutlich langsameres Fahren im Eco-Plus-Modus, um möglichst wenig Energie zu verbrauchen. „Es ging nur noch mit 90 über die Autobahn. Das war schon nervig. Man hat das Gefühl, man kommt nicht voran“, sagt Jens Stange. Immerhin verlor das Auto dadurch nur noch sehr langsam an Reichweite. „Das war positiv“, findet seine Frau. Trotzdem sagt sie: „Für Langstrecken ist das Auto noch nicht geeignet.“

Insgesamt 251 Kilometer legten sie mit einer Zwischenladung zurück. Über Nacht hing der e-Golf dann wieder an der heimischen Steckdose. „Hätten wir das Auto heute morgen wieder für einen längeren Weg gebraucht, hätten wir ein Problem gehabt“, sagt sie. „Es ist nicht voll geworden. Für die Praxis ist das einfach zu wenig.“

Wie praxistauglich sind e-Autos wirklich? Diese Frage wollen wir in Kooperation mit VW beantworten. Die Leser von zehn Tageszeitungen testen eine Woche lang zehn mit Strom betriebene Fahrzeuge, die von VW zur Verfügung gestellt wurden. Über die Erlebnisse und Erfahrungen unserer Leser berichten wir täglich.

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