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#ersteWahl „Jugendliche wollen Kommunikation auf Augenhöhe“
#ersteWahl „Jugendliche wollen Kommunikation auf Augenhöhe“
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13:26 26.03.2017
Von Fatima Krumm
Özgürcan Bas und Helen Ruck brachten auf der Veranstaltung „Junge Wähler – Wahl und Gestaltungsmöglichkeiten“ Jugendliche und Politiker miteinander ins Gespräch. Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Der 17-jährige Özgürcan Bas ist Mitglied im Jungen Rat und engagiert sich nicht nur für die Belange der jungen Menschen in Kiel, sondern will sie auch mit der Politik in Verbindung bringen. Helen Ruck ist Projektmanagerin der Heinrich-Böll-Stiftung.

Warum ist es Euch wichtig, dass sich junge Leute mit Politik auseinandersetzen?

Özgürcan Bas: Manche fragen mich, ob ich mich für dieses oder jenes Thema einsetzen kann. Viele würden sich auch gern engagieren, wissen aber gar nicht wie. Es ist schwierig, an junge Menschen heranzukommen. Da muss man auf sie zugehen.

Helen Ruck: Politik wird oft mit Pflicht in Verbindung gebracht. Politik geht aber über das Kreuzchensetzen hinaus. Die Dimensionen politischen Handelns sind auf den ersten Blick oft gar nicht ersichtlich.

Özgürcan, Du bist noch Schüler. Warum engagierst Du Dich in jungen Jahren schon politisch?

Özgürcan: Ich vertrete mit meinen Kollegen vom Jungen Rat die Kinder und Jugendlichen in der Stadt. Vor meiner Amtszeit wusste ich nicht mal, wie der Oberbürgermeister heißt. Heute weiß ich, dass man vor allem auf kommunaler Ebene ’was reißen kann. Kinder und Jugendliche haben auch eine Meinung, nicht nur Erwachsene. Die muss gehört werden.

Reicht der Wirtschaft-Politik-Unterricht in den Schulen nicht aus, um politisch gebildet zu werden?

Özgürcan: Wir vom Jungen Rat finden, dass es zu wenig politische Bildung in den Schulen gibt. Mit unserer Themenbox „Ich wähl mir die Welt“, die die Schulen bei uns bestellen können, wollen wir die politische Bildung in die Schulen tragen. Da Bildungspolitik sonst auf Landesebene gemacht wird, ist das für uns eine Möglichkeit gewesen, etwas zu bewirken.

Helen: Politik muss greifbar sein. Auf unserer Veranstaltung konnten die Schüler in direkten Kontakt zu den Parteien und Politikern treten. Die Schüler kamen ziemlich gut vorbereitet und stellten direkte Fragen zu Themen, die sie interessieren. Man sollte Begegnungen zwischen Politik und Jugendlichen institutionalisieren.

Auch Erwachsene lassen sich nicht unbedingt für Politik begeistern. Gibt es da eine Besonderheit bei Jugendlichen?

Helen: Viele Erwachsene haben eine bestimmte Vorstellung davon, wie Jugendliche sind. Die stimmen aber oft nicht mit der Realität überein. Die Erwachsenen legen den Finger häufiger darauf, was bei den Jugendlichen nicht vorhanden ist, als darauf, was vorhanden ist. Jugendliche wollen – wie andere Menschen auch – das Gefühl haben, dass mit ihnen auf Augenhöhe kommuniziert wird. Man sollte diesen Wunsch und die Jugendlichen selbst ernst nehmen.

 Interview: Fatima Krumm

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