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Zum ersten Mal: 16-Jährige dürfen wählen

Landtag Zum ersten Mal: 16-Jährige dürfen wählen

Sechs Wochen vor der Landtagswahl sind die Meinungen in den Parteien noch immer gespalten: Sollen junge Leute ab 16 Jahren wirklich abstimmen dürfen? 57347 Wähler sind am 7. Mai noch keine 18 Jahre alt. Insgesamt sind rund 2,3 Millionen Schleswig-Holsteiner wahlberechtigt.

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Jugend vor dem Landtag.

Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Am Ende des Tages könnten die Erstwähler das Zünglein an der Waage sein. Während Kritiker von einer Verschiebung Richtung links sprechen, halten Forscher der Bertelsmann-Stiftung das abgesenkte Wahlalter für eine Investition in die Zukunft – mit langfristigen Effekten.

CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther sieht die Änderung skeptisch. „Man muss junge Menschen jung sein lassen“, sagt er. „Man kann keine vollen Pflichten auferlegt bekommen, wenn man noch nicht alle Rechte hat.“ Dagegen bekräftigt SPD-Fraktionschef Ralf Stegner die Position der rot-grün-blauen Regierungskoalition. Diese hatte das Wahlgesetz 2013 geändert. „Unser Ziel ist es, durch die Herabsetzung des Wahlalters das Interesse für Demokratie bei jungen Menschen zu stärken und sie zu animieren, Politik aktiv mitzugestalten.“

Junge Menschen ermuntern

Grünen-Spitzenkandidatin Monika Heinold sieht die Politiker allerdings in der Pflicht: „Wir wollen junge Menschen ermuntern, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten. Nun ist es unsere Verantwortung, mit Schulklassen und Jugendorganisationen zu diskutieren und für die Abgabe der Stimme für eine demokratische Partei zu werben.“ Das ist eigentlich ganz im Sinne der FDP. Sie hatte ursprünglich gegen die Änderung gestimmt. „Wir hätten uns gewünscht, dass erst die politische Bildung an Schulen gestärkt und dann das Alter gesenkt wird“, sagt Parteisprecher Klaus Weber.

Ein Selbstgänger sei diese Änderung in der Tat nicht, heißt es in der Bertelsmann-Studie „Wählen ab 16“. Jugendliche Erstwähler müssten aktiv begleitet werden – in Schulen, Medien und im sozialen Umfeld. In Deutschland zeichne sich eine Trendwende ab. Die Forscher sprechen von einer „Repolitisierung der jüngeren Generation, die durch eine Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre verstärkt werden“ könne. Mein erstes Mal: Wenn es gelingt, durch „Wählen ab 16“ die Einstiegswahlbeteiligung deutlich zu steigern, erhöhe sich langfristig auch die gesamte Wahlbeteiligung. Wer schon in jungen Jahren sein Kreuzchen macht, wird das auch später regelmäßig tun.

Projekt #ersteWahl

Die Kieler Nachrichten und die Segeberger Zeitung starten dazu ein Projekt mit dem Namen #ersteWahl. Ziel ist es, möglichst viele Erstwähler zu animieren, von ihrem Recht Gebrauch zu machen. Bis zur Wahl werden auf www.kn-online.de, Instagram, bei Snapchat und in anderen sozialen Medien Politiknachrichten jugendgerecht aufgearbeitet.

Von kti: Kerstin Tietgen

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