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#ersteWahl Sich nicht vom Kater besiegen lassen
#ersteWahl Sich nicht vom Kater besiegen lassen
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17:04 20.06.2017
Von Alev Doğan
Ein bisschen Boygroup, viel Demokratie: Gerald Grote, Falko Behrens, Lorenzo Huskamp, Frithjof Kottek und Claus Oppermann. Quelle: Alev Doğan
Kiel

Im Vorfeld der Landtagswahl wurde ein landesweiter Film-Wettbewerb ausgelobt. Gerald Grote und Claus Oppermann von "EinfallsReich Media" suchten gemeinsam mit dem Landesbeauftragten für politische Bildung nach den besten, interessantesten und sehenswertesten Sechzigsekündern, die das vorgegebene Motto aufgreifen: "Kreuzweise: Ich hab' die Wahl!" Gefragt waren 60-sekündige Kurzfilme von jungen Talenten ab 14 Jahren sowie arrivierten Filmemachern. 

14 Kurzfilme erreichten Grote und Oppermann. "Was die Auswahl angeht, hätten wir es nicht besser treffen können", sagt Grote. Qualität, Aufwand, Erfahrung – unterschiedlicher hätten die Einreichungen kaum sein können. Bei aller Vielfalt galt für alle eingereichten Beiträge ein gemeinsames Leitmotiv: Die Demokratie und die Aufforderung, wählen zu gehen.

Gewonnen haben den Wettbewerb Lorenzo Huskamp (21), Falko Behrens (22) und Frithjof Kottek (22). Die drei Studenten kennen sich aus der Fachhochschule Kiel, wo sie alle Multimediaproduction studieren. Die Geschichte ihres Siegerfilms ist so einfach wie ihre Botschaft einprägsam ist. Wer nicht wählen geht, erlebt nach der Wahl im wahrsten Sinne des Wortes ein böses Erwachen:

Dieser Clip wird nun täglich bis zur Landtagswahl am 7. Mai landesweit in 21 Kinos gezeigt. Neben Ruhm und Ehre bringt das Frithjof in eine besondere Situation: "Das war mir vorher gar nicht bewusst, aber jetzt sieht halb Schleswig-Holstein mein Schlafzimmer." Frithjof spielt nicht nur den Protagonisten, er spielt ihn auch im eigenen Schlafzimmer. "Hauptsache, wir haben jetzt die FSK-Freigabe für den Film bekommen – und das trotz Bettszene", sagt der ziemlich zufriedene Grote. "Wir haben uns für diesen Film entschieden, weil er als einziger die Folgen der Wahl thematisiert hat. Er hat einen Danach-Blick auf die Dinge."

Besonders jetzt, wo europaweit die Populisten im Aufmarsch seien, müssten alle und vor allem auch Jugendliche zur Wahl gehen, meint Lorenzo. "Ich würde mich schon als politisch interessiert beschreiben. Jeder hat doch eine Meinung." Und wenn die Erstwähler nun nicht zur Wahl gehen? "Dann vielleicht, weil sie resigniert sind. Weil sie denken, dass Politik von alten Leuten für alte Leute gemacht wird", vermutet Frithjof. "Oder aus Faulheit", meint Lorenzo, "weil sie die Nacht zuvor gefeiert haben und verkatert sind." Nach einer USA-Reise im vergangenen Jahr habe er mit einem Kumpel gechattet, den er dort kennengelernt hatte, und ihn gefragt, wen er wählen werde: "Er hat mir geantwortet: Gar nicht. Die Wahl zwischen Trump und Clinton sei eine zwischen Pest und Cholera. Ich habe ihm gesagt, dass ich diese Haltung komisch finde, immerhin geht es um seine Zukunft."

Nicht zu wählen, kommt für die drei also nicht in Frage. "Ich glaube viele sind politisch interessiert, fühlen sich von der Politik aber nicht richtig vertreten", sagt Falko. "Das ist wie beim Jugendwort des Jahres. So ein Schwachsinn. Das ist das perfekte Beispiel dafür, wie alte Menschen meinen, sie würden die Jugendlichen verstehen."

Von den Politiker fordern die drei mehr Transparenz. "Sie könnten einfach mal zeigen, wie ihr Arbeitsalltag aussieht. Dann wird das auch fassbarer", meint Lorenzo. "Und der Politiker steht dann auch nicht mehr als der Anti-Mensch da", ergänzt Frithjof.

Und was sie von den Erstwählern fordern, sagen sie im Video:

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