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Zehn Wahlen, die schwerer sind als die Landtagswahl

#ersteWahl Zehn Wahlen, die schwerer sind als die Landtagswahl

Nicht nur zur Landtagswahl müssen wir schwere Entscheidungen treffen. Der Alltag steckt voller Wahl-Fallen. Hier die aufreibendsten:

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Wer soll hier nur einziehen? Nicht nur zur Landtagswahl müssen schwere Entscheidungen getroffen werden.

Quelle: Ulf Dahl

1. Wahl der richtigen Kleidung im April

Kiel. Die Sonne scheint - nein, jetzt nicht mehr - doch, jetzt scheint sie wieder. Nach stundenlangem Starren auf die Wetter-App und auf Menschen, die vom heimischen Fenster aus zu sehen sind, wagt man sich mit nervös-zitternden Händen an den Kleiderschrank, zieht sich an, verlässt das Haus und beginnt kurze Zeit später entweder zu frieren, oder als einziger Blicke auf sich zu ziehen, weil man sich für Wollpullover statt Chino-Hose und Sonnenbrille entschieden hat. Hier der Survival-Guide: Den April in Schleswig-Holstein begehen Frau und Mann recht problemlos mit einer Hose, dazu eine leichte Bluse bzw. ein Hemd, geschlossene Schuhe wie Pumps oder Sneakers und einer dünnen Strickjacke. Dazu noch eine dickere Strickjacke oder einen Pullover; für die, die es schicker mögen, ein Blazer oder ein Sakko. Für windige Tage – also jeden Tag – noch Schal und Mütze, außerdem Regenstiefel und Regenschirm. Vergesst nicht den Regenschirm. Ist es abzusehen, dass man vor 18 Uhr nicht nach Hause kommt, braucht man noch einen Mantel. Das war’s!

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2. Wahl des Weins im Restaurant

Der Moment, wenn der Kellner kommt und fragt, was Du trinken möchtest und Du die gesamte Weinkarte mitsamt ihrer 20 Rebsorten verfluchen möchtest, weil unter den dort aufgelisteten die zwei einzigen fehlen, die du kennst: Merlot (a.k.a. der Rote) und Riesling (a.k.a. der Weiße). „Ähm, einen roten?“ fragst Du den Kellner. Der ist professionell und fragt zurück: „Welchen denn?“ „Einen trockenen?“, lautet wieder die zwitterförmige Antwort-Frage. „Da haben wir mehrere auf unserer Weinkarte“, lautet das gastronomische Todesurteil. Du möchtest sagen „Dann den billigsten bitte“. Das traust Du dich aber nicht und schaust in die Karte, wählst den zweitbilligsten und versuchst den Namen auszusprechen. Danach nimmst Du Dir vor, einen Weinkurs zu belegen. Und tust es nie.

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3. Wahl des Frühstücks beim Bäcker

Belegtes Brötchen? Croissant, Schokobrötchen, Rosinenbrötchen? Oder eine Stulle? Oder eine Brezel? Mit Salz oder Kürbiskernen oder Sesam oder Butter oder mit Käse (belegt oder überbacken?)? Es sollte nicht zu teuer sein, aber auch nicht ungesund. Die Menschen vor Dir haben bestellt, die Bäckerreifachverkäuferin fragt Dich, lässt sich anmerken, dass sie so gar keine Lust hat, lange auf eine Antwort zu warten, Du bekommst Panik und bestellst: „Einen Muffin, bitte. Irgendeinen bitte.“

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4. Hund oder Katze?

Eigentlich willst Du einen Hund. Aber uneigentlich ist die Wohnung viel zu klein für einen Hund, Du hast keine Zeit, drei Mal am Tag mit ihm Gassi zu gehen und Du hast kein Geld, jemanden zu engagieren, der das macht. Also entscheidest Du Dich für eine Katze. Auf der Suche nach dem richtigen Kätzchen fällt Dir auf, dass Du eigentlich in den dunkel-miefigen Tiefen deines Unterbewusstseins Angst vor Katzen hast. Du rechnest fest damit, dass sie eines Nachts an dein Bett kommen wird, um Dir die Augen auszukratzen. Also doch lieber Hund – nää, keine Zeit. Vielleicht ein Kaktus? Ja, das sollte machbar sein.

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5. Kiel oder Lübeck?

Kleiner Scherz. Kiel natürlich.

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6. Hotel Mama oder eigene Bude?

Eine der schwerwiegendsten Entscheidungen, die Du im Laufe Deines noch jungen Lebens treffen musst. Erste eigene Wohnung ist toll, aber Wohnung suchen, einrichten, ummelden, sauber halten, und vor allem bezahlen – nicht so toll. Zu Hause wohnen bleiben: Nix suchen, einrichten, ummelden, sauber halten und bezahlen. Dafür warmes Essen, das nicht gleichbedeutend ist mit 3er-Pack Tiefkühlpizza. Dafür Eltern. Eltern, bei denen Du wohnst und Dich nicht traust, das deinem neuen Lover zu erzählen. Eltern, die Dich nach einem erfolgreichen Date fragen, ob Deine Freundin über Nacht bleibt und ob sie morgen denn auch mit frühstücken wird.

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7. WG oder alleine?

Hat man sich für eine eigene Wohnung entschieden, steht die nächste Wahl an: WG oder allein. Um die richtige Wahl zu treffen, musst Du dir nur einige wenige Fragen stellen. Möchtest Du essende, trinkende, kiffende, sich mani- und pedikürende Menschen in Deiner Küche beheimaten? Sie werden Deinen Joghurt essen, auch wenn Du einen „Property of“-Zettel dranklebst. Sie werden den Orangensaft austrinken und die leere Flasche wieder in den Kühlschrank stellen. Sie werden immer dann Freunde einladen und ausufernde Partys feiern, wenn Du lernen musst oder einfach nur schlafen willst. Wenn Du alleine wohnst, hast Du diese Probleme nicht. Wenn Du alleine wohnst, wohnst Du aber auch alleine.

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8. Fahrrad oder Bus?

Es wird schon nicht regnen, denkst Du Dir und fährst mit dem Fahrrad zur Uni/Schule/Arbeit. Natürlich regnet es doch, dieser ganz besonders fiese Sprühregen, der dich aussehen lässt, als seist du durch die Niagara-Fälle spaziert. Also doch lieber den Bus nehmen? Da sitzt man wenigstens im Trockenen. Gut, da kann es ziemlich eng werden. Und wenn es regnet, beschlagen die Fenster und im Bus herrscht plötzlich auch eine Luftfeuchtigkeit, die irgendwo zwischen Sauna und Regenwald liegt. Und ja, im Gegensatz zum Regenwald werden die Gerüche im Bus nicht dominiert von tropischer Flora. Und ja, vielleicht isst dein Stehnachbar neben Dir einen Döner mit extra viel Knoblauchsoße. Und ja, vielleicht telefoniert die Person daneben laut mit einer Freundin und erzählt von ihrem Besuch beim Dermatologen, wo ihr ein eiterndes Ekzem entfernt wurde. Insgesamt sind die Pros und Kontras auf beiden Seiten also recht ausgeglichen. Und egal, wofür Du Dich entscheidest, in dem Moment wird es die falsche Wahl sein.

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9. Bio oder billig?

Ich bin jung, hattest Du Dir gedacht. Ich habe kein Geld, hattest Du Dir gesagt. Das Billige muss erst mal reichen, hattest Du entschieden. Dann fragten Dich Freunde, was das denn für eine Mortadella in den Wurststullen ist, die Du deinen Gästen anbietest, und du antwortetest: ehrlich. Und Deine Freunde sahen Dich an wie den Antichristen. Und du fühltest Dich wie der Antichrist. Nächstes Mal besser Bio, dachtest Du Dir. Dann standst du vor dem Regal und versuchtest Dich zu überwinden, die Salami zu kaufen, die das Zehnfache aller anderen kostete. Dann fällt Dir die Reportage ein, die Du letztens geschaut hast und von der Du wage in Erinnerung hast: Nicht überall wo Bio drauf steht, ist auch Bio drin. Oder war das nur bei Fisch so? Muss mein Wasser eigentlich auch Bio sein? Schließlich wird Dir schwindelig, Du verlässt den Supermarkt und gehst bei Mutti essen.

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10. Wahl des Profilbildes

Alleine? Selfie am Strand oder besser nur die hübsch pedikürten Füße mit einem romantischen Horizont im Hintergrund? Mit der BFF oder dem Bro? Mit deiner Schwester oder mit der (derzeitigen) Liebe Deines Lebens? Locker, lässig und mit Sonnenbrille? Oder lieber professionell und selbstsicher mit Blazer und Bluse? Dein Chef könnte es schließlich sehen. Und Verjährung. Was ist eigentlich mit Verjährung? Wann brauchst du ein neues Bild? Zu jeder neuen Jahreszeit? Erst Blüten, dann Sonne, dann Herbstlaub, und dann Merry Christmas everybody? Oder jährlich wie der Zahnarztbesuch? Wie lange darf man in dem Foto schwelgen, auf dem man 22 Jahre alt ist? Alles knackig, alles glatt. Am besten nimmt man das Foto des süßen Haustiers (wie wir wissen, auch eine schwierige Wahl). Jeder findet Hunde süß - selbst Chefs (richtig, die richtige Wahl ist Hund).

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Ein Artikel von
Alev Doğan
Lokalredaktion Kiel/SH

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