Altenholz. Mit Fasten sei nicht das Heilfasten mit Verzicht auf jegliche Nahrung gemeint, betont Pastor Okke Breckling-Jensen. Er leitet bis zum 8. April eine Fastengruppe, die sich jeden Donnerstag von 18.30 bis 19.30 Uhr im Gemeindehaus Ankergrund trifft. Es könne jeder mitmachen, egal, aus welcher Motivation er faste, so der Pastor. Der Ursprungsgedanke des Fastens: So könne die Leidenszeit Jesu nachvollzogen und die Nähe zu Jesus gespürt werden. Auch dieser habe in der Wüste gefastet und gebetet. Es gehöre zu der Zeit, Fragen zu stellen, ob an sich selbst oder in Gesprächsgruppen. Das Thema Leiden rückt in den Vordergrund und lässt im Alltag auf das blicken, was schief läuft. Sich sieben Wochen Zeit zu nehmen, nachzudenken, zu reflektieren und sich die Frage zu stellen: „Brauche ich das wirklich alles?“
Wer nicht immer präsent sein möchte, verzichtet sieben Wochen lang aufs Handy. Wer sich der Bequemlichkeit im Alltag verschrieben hat, kommt in sieben Wochen mehr in Bewegung: Fährt jeden Tag mit dem Fahrrad anstatt mit dem Auto, geht joggen oder spazieren. „Die meisten verzichten auf Torten, Süßigkeiten oder Alkohol. Aber es gab auch eine Frau, die jeden Tag einen Brief geschrieben hat“, berichtet Breckling-Jensen, der bereits zum dritten Mal die Gruppe leitet. Häufig würde die Umwelt auf die Fastenden mit Unverständnis reagieren, auch das werde in der Gruppe thematisiert. Allein durchzuhalten sei schwieriger als in der Gruppe, die jeden „durch die Zeit trägt“, so der Pastor.

