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Hells Angels in Lübeck

Großeinsatz: Polizei kontrolliert Rocker

Von Bastian Modrow

Großeinsatz für die Landespolizei: Mehr als 150 Beamte sind am Freitagabend zur Rocker-Kontrolle in Lübeck ausgerückt. Grund war eine so genannte Open-House-Party der Hells Angels in der Hansestadt. Sämtliche Teilnehmer der Rocker-Party wurden überprüft, die Autos penibel durchsucht.
Foto: Die Polizei kontrolliert die Fahrzeuge der anreisenden Rocker.

Die Polizei kontrolliert die Fahrzeuge der anreisenden Rocker.

© Bastian Modrow

Lübeck/Kiel. "Die Großkontrolle findet im Rahmen der Null-Toleranz-Strategie des Landes Schleswig-Holsteins statt", sagt Carola Assmann von der zuständigen Polizeidirektion Lübeck. Am frühen Freitagabend hatten sich die Einsatzkräfte im Stadtteil Dänischburg vor dem Clubhaus der Hells Angels in Position gebracht. Sämtliche Zufahrten waren abgeriegelt worden. Im gleißenden Flutlicht der Scheinwerfer wurden sämtliche Fahrzeuge in der Durchfahrtsstraße gestoppt und kontrolliert. Lediglich Anwohner durften passieren. Diese reagierten höchst unterschiedlich auf die massive Polizeipräsenz. Neben Beamten aus der Direktion waren auch die Kräfte der ersten Einsatzhundertschaft aus Eutin (Kreis Ostholstein) im Einsatz gewesen. "Ich finde es absolut richtig, dass die Polizei Flagge zeigt und den Rockern dokumentiert, dass ihre kriminelle Subkultur gesellschaftlich nicht erwüscht ist", sagte eine Anwohnerin. Ein anderer Dänischburger hatte keinerlei Verständnis: "Das sind nette Typen hier in Lübeck, die mit Kriminalität, die es andernorts vielleicht gibt, nichts zu tun haben."

Tatsächlich hatte es in der Vergangenheit durchaus Kontakt zwischen der Polizei in der Hansestadt und dem Rocker-Club gegeben. Seit der Gründung des Charters Anfang 2010 sollen die Behörden sogar im Vorfeld von Veranstaltungen der Hells Angels informiert worden sein. Diesen "informellen Kontakt" gebe es seit der Großrazzia in Kiel im Frühjahr 2012 nicht mehr.

Mit der groß angelegten Kontrolle der Polizei hatten offenkundig weder die Hells Angels noch so manche befreundete Rocker gerechnet, die an der Party teilnehmen wollten. "Es wurden diverse Gegenstände sichergestellt beziehungsweise beschlagnahmt, darunter pyrotechnische Gegenstände, Schlagwerkzeuge, Reizstoffsprühgeräte und in einem Fall auch Kokain", zählt Polizeisprecherin Assmann auf. Noch vor Ort wurden entsprechende Strafanzeigen gefertigt. Insgesamt kontrollierte die Polizei mehr als 130 Personen. Neben Rockern aus Kiel, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen waren sogar Mitglieder der ells Angels aus Leverkusen und Dresden angereist. Die Stimmung bei den Rockern war angesichts des Aufgebots entsprechend gereizt: Als Fotografen das mit einem überdimensionalen Hells-Angels-banner überspannte Clubgelände fotografieren wollten, stürmten mehrere Mitglieder aus dem Haus. Nur mit Mühe könnten Einsatzkräfte eine Eskalation verhindern.

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