Kiel. Der neue Trick funktioniert so: Die Betrüger rufen meist Senioren an und geben sich als Rechtsanwälte aus. Sie behaupten, dass ein Angehöriger des Angerufenen einen schweren Unfall verursacht habe. Dabei sei angeblich ein Kind verunglückt, das sofort operiert werden müsse. „Der Anrufer sagt anschließend, dass die Familie von einer Anzeige absehen werde, wenn die Operationskosten sofort gezahlt werden würden“, berichtete Wita. Andernfalls drohe dem vermeintlichen Unfallverursacher das Gefängnis. Derart bedrängt holten viele Opfer Geld und übergeben einem Boten nicht selten Summen zwischen 2000 und 8000 Euro.
Im Frühjahr wurden auch die ersten Fälle in Schleswig-Holstein im Kreis Steinburg durch litauische Gruppierungen bekannt. Die Täter riefen meist Menschen mit russischem Migrationshintergrund an. Sie gaben sich als nahe Angehörige aus und erklärten am Telefon, einen Unfall gehabt oder verursacht zu haben, bei dem ein anderer Mensch schwer verletzt wurde. Das Telefon, so teilte die Polizei mit, wird dann an eine andere Person übergeben, die sich als Anwalt ausgibt. Dieser erklärt, dass gegen eine sofortige Zahlung einer großen Summe auf eine Anzeige verzichtet werde. Abholer stünden bereit und würden das Geld entgegennehmen.
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