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Muthesius-Team gestaltete Katalog zum Jubiläum von Prima Kunst

Von Maren Kruse

Drei Kisten randvoll mit Material. „Das war unser Ausgangspunkt“, sagt Maret Tholen, die am Arbeitstisch im ehemaligen Café Rolfs am Schlossgarten Katalogdummies und Druckfahnen vor sich ordnet.
Kataloggestalter: Katja Fuhrmann, Meret Tholen und André Offenhammer (v. l.).

Kataloggestalter: Katja Fuhrmann, Meret Tholen und André Offenhammer (v. l.).

© Macintosh

Kiel. Drei Kisten, in denen die wechselnden Mitglieder der Kieler Produzentengalerie Prima Kunst über 25 Jahre all das gesammelt hatten, was wichtig schien. Kritiken, Fotos, Einladungen, Flyer, Briefwechsel, Mietverträge, Ausstellungsplakate oder den Bierdeckel mit einer schnellen Skizze. Neben Maret waren es Katja Fuhrmann, André Offenhammer und Björn Schmidt, die sich als Semesterprojekt im Studiengang Typografie und Gestaltung der Muthesius Kunsthochschule an eine ungewisse Aufgabe gemacht haben: Aus diesem lückenhaften und chaotischen Rohmaterial eine Dokumentation zur 25-jährigen Geschichte von Prima zu destillieren.

Die wichtigste Quelle waren dabei die Recherchen im Archiv der Kieler Nachrichten, wo jede Ausstellungskritik samt Fotografie abgerufen werden konnte. „Diese Texte“, sagt Meret, „haben wir digitalisiert und Schlüsselwörter herausgefiltert.“ Begriffe, wie „Farbe“, „Raum“, „Spiel“ oder „Stille“, die sich als rote Fäden durch die Rezeptionsgeschichte der Produzentengalerie und ihre Arbeit verwoben haben. Damit entwickelten die Vier dann ein System: Durch eine assoziative Zuordnung belegten sie jedes Bild und jeden Text mit einem oder mehreren dieser „Keywords“. Auf diese Weise sei eine Ordnung entstanden, die nicht auswähle oder bewerte, sondern mit dem Vorgefundenen umgehe, es ganz neu anordne. Das Ergebnis dieses bewusst assoziativen Verfahrens wird durch einen gemeinsamen Textteil mit sechs Beiträgen von Freunden, Ehemaligen und Wegbegleitern „objektiviert“. Er ist in allen 25 Ausgaben identisch und setzt sich typografisch auch durch die Papierwahl ab. „In roter Schrift“, so die Gestalter, „läuft er in veränderter Leserichtung wie ein Band durch die Zeit.“ Bildlegenden machen eine Zuordnung von Foto und Text zwar nicht leicht, aber doch zuverlässig möglich. Jeder erhalte so Einblick in dieses „Archiv“.

Den Gestaltern gelingt durch dieses Konzept das Unmögliche: Band für Band öffnen sie Fenster in eine 25-jährige Geschichte, die nicht ihre eigene ist. „Wir wussten ja nichts über die Zeit und standen vor dem Problem eine Ordnung aus dem zu kreieren, was wir nicht mehr greifen konnten“, sagen Meret und Katja. Hat es bei aller akribischen Recherche und Verarbeitung irrsinniger Textmengen auch Spaß gemacht? Das Ja von Björn Schmidt kommt spontan. Es sei schön eine Sache zu haben, die in die Welt hinausgehe, sagt er. Erfüllend sei die Aufgabe gewesen, auch wenn er angesichts der Excel-Tabellen seinen Schlafkonsum habe reduzieren müssen.

Als Betreuer standen ihnen Stefanie Polek als Vorstandsmitglied von Prima Kunst und René Siegfried und Kenan Darwich als erfahrene Gestalter zur Seite. Stefanie Polek konnte als Herausgeberin eine Katalogförderung des Kulturministeriums einwerben. Am Freitagabend um 19 Uhr sollen die Bände offiziell am Container von Prima Kunst in der Stadtgalerie vorgestellt und verkauft werden – mit 14,90 Euro pro Band durchaus erschwinglich.

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